Der moderne Mann mit Schneid - Die neue Herrenmode

Die Zeiten, in denen sich die Herren der Schöpfung in unscheinbaren und wenig einfallsreichen Outfits hinter ihren modebewussten Grazien verstecken konnten, sind längst vorbei. Dies beweist auch die neue Herbst / Winter Herrenkollektion von Esprit. Besonders im Trend liegen hier Hoodies und Troyer im klassischen Seemannsstil. Eindeutig inspiriert von der nordischen Männermode gibt es diese überwiegend im Farbspektrum von marineblau bis hellgrau zu erstehen, wobei individuelle Musterungen der Hersteller weitaus mehr Farbspiele hervorbringen, als es die Einheitsfarben zulassen.


Nicht Eitelkeit sondern Geschmack und Funktionalität ist die Devise


Anders als bei vielen Trends in der Frauenmode steht bei der Kleidung für Männer meist die Effizienz im Vordergrund. Diese mit einem stylischen Touch zu versehen, ist eine Herausforderung, der sich in der Vergangenheit nicht viele Hersteller gewachsen fühlten. Dank neuer Materialien und einer Menge an Inspiration aus dem Vintage Bereich gelingt das Kreieren einer sowohl funktionalen als auch optisch ansprechenden Herrenmode immer besser. Worauf Modemarken dabei besonders vertrauen, sind rustikale Designs, Strickstoffe und Karos, sowie eine Kombination unterschiedlicher Schnitte. Mal ein neckisches Longsleeve mit Weste, mal ein Hemd mit Wollstrickjacke - beim Zusammenstellen des Tagesoutfits wird vor allem an die Kreativität der Herren appelliert, die bekanntlich ja des Öfteren einiger Anreize bedarf. Erst einmal in Gang gebracht, laufen allerdings viele Männer umgehend zu Höchstform auf und stellen eindrucksvoll unter Beweis, dass ein Händchen für modische Kleidung nicht ausschließlich Frauensache sein muss. Zu verdanken ist dieser Umstand im Übrigen dem metrosexuellen Lebensstil männlicher Stars, die ihren weniger prominenten Kollegen via Fernseher und Plakate immer wieder einen Wink mit dem Zaunpfahl zu geben scheinen.


Prominente Vorreiter

Ob David Beckham, Matthias Schweighöfer, Johnny Depp oder Lenny Kravitz - sowohl im Sport, als auch im Schauspiel- und Musikbusiness machen Männer ihren bürgerlichen Artgenossen bereits seit Jahren vor, dass es absolut nichts verwerfliches ist, wenn man(n) auf sein Äußeres achtet und nehmen ihnen so die Angst vor diesem bösen Begriff der Metrosexualität. Von Machos und Chauvinisten oft als Verweichlichung des maskulinen Charakters abgestempelt, müssen viele nämlich erst noch lernen, dass diese Bezeichnung an und für sich überhaupt nichts mit tuntigem Auftreten zu tun hat, im Gegenteil. Das englische Wort 'metrosexual' setzt sich aus den Adjektiven 'heterosexual' und 'metropolitan' zusammen, wobei letzteres so viel bedeutet wie städtisch-modern. Die metrosexuelle Herrenmode ist demnach nichts weiter ein urbaner Kleidungsstil für Männer.

Eine provokante Überschreitung des konservativen Männerklischees ist dabei aber durchaus gewollt. So wehren sich Liebhaber des modernen Urban Styles mit ihrem modebewussten Erscheinungsbild beispielsweise vehement dagegen, das Gesichtspflege- und Kosmetikterrain bedingungslos dem weiblichen Geschlecht zu überlassen. Warum auch nicht? Schließlich sollte ein gepflegtes Aussehen nicht davon abhängig sein, ob man Männlein oder Weiblein ist. Den Frauen sagt diese neue Schönheitsbewusstheit ihrer Gefährten jedenfalls zu.


Emanzipation mal anders

Dass geschlechtliche Gleichstellung keine Einbahnstraße sein muss, hat die neue Generation modebewusster Herren definitiv bewiesen. Immerhin sorgt nichts mehr für eine bessere Verständigung zwischen Mann und Frau als eine gemeinsame Basis. Diese scheint nun im beidseitigen Interesse für Mode und Fashion gefunden zu sein. Keine Verweichlichung, sondern vielmehr eine Sensibilisierung der Herren für die Belange der Damenwelt wird hier geschaffen, die sich problemlos auch auf andere Lebensbereiche übertragen lässt.

Männer, die also gerne wüssten, was Frauen wollen, sollten mit ihren Nachforschungen beim Kleidungsstil der von ihrer Angebeteten bevorzugten 'Traumtypen' anfangen und sich von da aus in komplexere Bereiche weiblicher Traumwelten vorarbeiten. Dabei wird ambitionierten Ladykillern allerdings dazu geraten, ihr Einfühlungsvermögen nicht allein auf optische Wunschmerkmale zu konzentrieren, denn das Verstehen und Verinnerlichen emotionaler Ideale ist beim Erobern der Frauenherzen mindestens genauso wichtig, wie das Erscheinungsbild. Erst wenn die Balance zwischen äußeren und inneren Werten hergestellt ist, wirkt der moderne Stadtmann authentisch und wird vom kritischen Damenauge auch als gleichberechtigter Partner in Sachen Mode wahrgenommen.