Die Spanier

Amaya Arzuaga

Amaya Arzuaga, eine der bekanntesten spanischen Modeschöpferinnen, wurde 1970 in Spanien geboren und absolvierte 1992 ihr Studium in Modedesign an der Universidad Politécnica in Madrid.

Bis zur Gründung ihres eigenen Modelabels im Jahr 1994 arbeitete sie im elterlichen Unternehmen "Elipse". Ihre erste eigene Kollektion präsentierte sie im Pariser Prêt-à-Porter, gefolgt von Modeschauen in Barcelona, Madrid und New York. 1996 nahm sie als erste weibliche spanische Designerin an der Londoner Fashion Week teil. Ihr Stil vereint Leichtigkeit und Wagnis, ihre urbane Mode bedient sich geometrischer Formen und wirkt dabei doch sinnlich. Amaya Arzuagas Kollektionen umfassen Stücke für Damen und Herren, als auch Bademode und Accessoires. 2000 eröffnete Amaya Arzuaga ihre erste Boutique in Madrid, heute besitzt sie mehr als 200 in Spanien, und verkauft ihre Mode in über 37 Ländern, hauptsächlich nach England, Japan, Belgien, Frankreich, Italien, Hong Kong, Australien und in die USA.

Manolo Blahnik

Der spanische Schuhdesigner Manolo Blahnik (geboren am 27.November 1942 in Santa Cruz de La Palma), welcher durch Fernsehserien wie "Sex and the City" und "Absolutely Fabulous" bekannt wurde, begann zunächst ein Jura- und Politikstudium in Genf.

Nach nur einem Semester wechselte er die Fachrichtung und studierte Literatur und Archiktektur. 1965 begann er ein Kunststudium in Paris, brach aber auch dieses ab. 1968 folgte der Umzug nach London. Die Arbeit in einer Boutique kombinierte er mit der Anstellung bei der italienischen Vogue, für welche er Artikel verfasste. 1971 besuchte Manolo Blahnik, mit einem umfangreichen Portfolio seiner Zeichnungen im Gepäck, New York und traf dort auf Diana Vreeland, Chefredakteurin der amerikanischen Vogue. Diese war so begeistert von seinen Arbeiten, dass sie ihn dazu ermutigte, sich im Schuhdesign zu versuchen. 1972, wieder zurück in London, kreierte und produzierte Manolo Blahnik seine erste Schuhkollektion für Zapata, eine Boutique in Chelsea. Bereits 1973 übernahm er mit 2000 geliehenen Pfund Zapata und führte das Geschäft mit seiner Schwester Evangelina. 1974 zierte Manolo Blahnik als erster Mann zusammen mit Angelica Huston das Cover der britischen Vogue. Besondere Aufmerksamkeit erlangten Manolo Blahniks "Stilettos", die Bianca Jagger 1977 im "Studio 54" trug. Im Jahr 1978 folgte eine Kollektion für Bloomingdales, mit welcher seine Karriere in den USA begann. Die erste Boutique in New York (Madison Avenue) eröffnete Manolo Blahnik im Jahr 1979 und arbeitete fortan mit bekannten Größen wie Calvin Klein, Isaac Mizrahi, John Galliano sowie Christian Dior und Zac Posen. 1987 erhielt Manolo Blahnik den Spezialpreis des Council of Fashion Designers of America, 1988 den Balenciaga Modepreis und wurde viermal von der British Fashion Awards Accessory als "Designer of the Year" ausgezeichnet. Weitere Auszeichnungen folgten. 2007 verlieh ihm die englische Queen Elizabeth II. den Ehrentitel "Honory Commander oft he British Empire". 2012 erhielt Manolo Blahnik den spanischen Modepreis, dessen Preisgeld in Höhe von 30.000 € er bedürftigen Familien seiner Heimat La Palma spendete. Seine Schuhkollektionen erfreuen sich aufgrund seines unnachahmlichen Stils besonderer Beliebtheit. Ankle Boots mit Brokat, verschnörkelte Sandalen mit goldenen Absätzen und mit Kristallen bestickte und durch Broschen gekrönte Tanzschuhe sind nur eine kleine Auswahl seiner Luxuskreationen. Jeder Schuh wird von Manolo Blahnik als Zeichnung entworfen und anschließend designt. Besonders die Damen der High Society wie Wynona Ryder, Madonna und Jennifer Aniston wissen die Exklusivität der Schuhe, die sich durch hohe Absätze, extravagantes Design und das Zusammenspiel verschiedener Materialien auszeichnet, zu schätzen. 2009 entwarf Manolo Blahnik eine limitierte Flaschen-Edition für Coca Cola Light, die nicht im Handel sondern nur auf besonderen Events erhältlich war. Heute ist Manolo Blahnik in Mailand und Bath (in einem Haus mit etwa 10000 Paar seiner Schuhe) zuhause und arbeitet in London an weiteren Kollektionen.

Mariano Fortuny

Der spanische Modeschöpfer Mariano Fortuny (geboren am 11. Mai 1871 in Granada, gestorben am 3. Mai 1949 in Venedig) gilt als Universalkünstler seiner Zeit. 1876 begann er seine Ausbildung zum Maler in Paris.

Nach der Übersiedlung nach Venedig stellte Mariano Fortuny die eigenen Werke und die des Vaters in der großen Galerie aus. Inspiriert von seiner Mutter, die eine umfangreiche Stoffsammlung besaß, beschäftigte sich Mariano Fortuny mit der Herstellung von Stoffen und Kombination von Farbtönen, floralen Elementen, Mustern und Dessins. 1982 erwarb er den Palazzo Pesaro degli Orfei, in welchem er ein Fotoatelier, eine Tischlerei, eine Stoffdrucker und -färberei und eine Schneiderei unterbrachte. Zusätzlich stellte er einige Arbeiterinnen ein. Seine Frau Henriette Negrin, die sich mit natürlichen Farbstoffen auskannte, unterstütze ihn bei der Entwicklung neuer Färbemethoden für den Druck auf Stoffe und Wandbehänge. Die Damenkleider, die Mariano Fortuny entwarf, ähnelten antiken Formen. Das sogenannte Delphos-Kleid von 1905 erhielt seinen Namen nach der Statue des Wagenlenkers von Delphi aus der Antike und ist ein lose von den Schultern fallendes, bodenlanges Kleid aus hauchdünnem, plissiertem Seidenstoff. Mariano Fortuny ließ sich neben diesem auch den Knossos- Schal patentieren, der mit Motiven aus der Kykladenkunst bedruckt war. Diesen trug, neben Balletttänzerinnen auf der Bühne, auch die italienische Schauspielerin Eleonora Duse. Auch Übergewänder in Form von Tuniken, Kimonos und Kaftans waren beliebt und berühmt. Mariano Fortunys Ausstellung seiner Stoffe im Louvre 1911 war ein großer Erfolg. Eine Boutique in Paris, und später in London, Madrid und 1929 in New York, folgten. Zu seinen Kundinnen zählten Schauspielerinnen wie Sarah Bernhardt und Eleonora Duse, die High Society Lady Luisa Casati sowie die amerikanischen Tänzerinnen Isadora Duncan, Martha Graham und Ruth St. Denis. Mariano Fortuny war im Laufe seines Lebens auch als Innenarchitekt tätig. Neben dem Haus von Consuelo Vanderbilt, welches er im Stil von Art Nouveau und Art Déco einrichtete, gestaltete er auch die Salons von Marie-Laure de Noailles und Dina Galli sowie den Speisesaal des Hotels Excelsior in Paris. Auch als Erfinder hat sich Mariano Fortuny mit mehr als fünfzig Patenten verdient gemacht. Das mobile, zusammenlegbare Zyklorama als Bühnenbild sowie die indirekte Bühnenbeleuchtung, welche als "Beleuchtung System Fortuny GmbH AEG Berlin" Realisierung fand, zeichneten ihn aus. Bis 1942 war er außerdem auf Kunstaustellungen in Venedig als Maler vertreten. 1949 starb Mariano Fortuny an den Folgen eines Herzinfarkts und wurde in Rom beigesetzt.

Sita Murt

Die spanische Designerin Sita Murt wurde 1946 in Igualada (Barcelona) geboren und entstammt einer Familie mit langer Tradition in der Textilindustrie. Sie studierte an der Escola de Disseny Textil in Sarrià unter Anleitung von Ramón Folch, welcher starken Einfluß auf ihre Kreationen und ihre Lebenserfahrung hatte.

Sita Murt unterstützte ihren Mann, den Designer Antonio Estece Enrich, im Familienunternehmen. Nach seinem Tod im Jahr 1984 übernahm sie die Leitung des Modeateliers und benannte es von Esteve in Sita Murt um. Heute entwirft Sita Murt die topaktuellen Kollektionen für das Unternehmen, ihre Kinder hingegen haben die Leitung übernommen. Ihre Kreationen werden in eigenen Boutiquen in Barcelona, Madrid, Reus, Girona und anderen spanischen angeboten. International werden ihre Kollektionen von anderen Händlern in Canada, den USA, Chile, Marokko, in Europa, Australien und Asien verkauft. Darüber hinaus hat Sita Murt seit 1989 Stammplätze bei der Gaudí Show in Barcelona und bei der Pasarela Cibeles Fashion Week in Madrid inne. Ihr Unternehmen nimmt des Weiteren an den großen internationalen Messen und Ausstellungen wie Bread & Butter in Barcelona, Premium in Berlin, Gallery in Copenhagen sowie Coterie in New York und Paris sur Mode teil. Mit ihrer Mode kleidet Sita Murt Frauen zwischen 30 und 45 Jahren ein. Durch Femininität und Liebe zum Detail wird jedes Kleidungsstück unverkennbar und gut kombinierbar.

Fernando Sánchez

Fernando Sánchez wurde am 9. August 1935 als Kind reicher Eltern in Belgien geboren. Schon als Kind interessierte er sich sehr für die Modewelt, so begleitete er seine Mutter nach Paris, um sich die Stücke von Jaques Fath an zusehen.

Fath empfahl ihm den Besuch an der École de la Chambre Syndicale de la Couture, einer anerkannten Modeschule in Paris. Hier sollte er später Yves Saint Laurent kennenlernen. 1974 gründete er seine eigene Firma, welche sich darauf spezialisierte, Unterwäsche modisch zu revolutionieren. So war er der Wegbereiter für die 90er Jahre, in denen an Lingerie angelehnte Mode alltagstauglich wurde. Später arbeitete er sowohl für Nina Ricci, als auch für Christian Dior und das New Yorker Unterwäsche-Label Warner's. Die letzten Jahre seines Lebens litt Sánchez an Leishmaniasis, einer Krankheit, welche durch den Stich einer bestimmten Gattung von Sandmücken übertragen wird. Am 28. Juni 2006 starb Sánchez an den Folgen dieser Krankheit durch einen Herzstillstand. Bei seiner Mode liess sich Sánchez gerne von fremden Ländern, wie Nordafrika, aber auch von den Erinnerungen an seine spanische Heimat beeinflussen. So erinnern seine Unterwäsche-Schöpfungen an Kaftane, Haremshosen, Pyjamas und Abendkleider.

Fratelli Prada

Fratelli Prada ('die Gebrüder Prada') wurde 1913 in Mailand, Italien, von Mario und Martino Prada gegründet und ist vor allem für Luxuslederwaren, wie Schuhe und Handtaschen bekannt.

Das Unternehmen, welches zu dem Zeitpunkt nur ein Geschäft in Mailand führte, wurde 1919 zum könglichen Hoflieferanten. Seither im Familienbesitz erlangte Prada erst durch Miuccia Prada, welche zuerst eine Schauspiel- und Pantomimenausbildung machte, in dritter Generation weltweite Anerkennung. Die Designs der Modezarin bestachen durch das Experimentieren mit verschiedenen ungewöhnlichen Stoffen, wie Fallschirmnylon, und der klassischen, modernen Eleganz der Lederwaren. Durch Miuccia Pradas Bekanntschaft und spätere Heirat mit Patrizio Bertelli, einem Geschäftsmann aus der Toskana, welcher bereits gute Beziehungen zu verschiedenen italienischen Ledergeschäften pflegte, gewann das Unternehmen ein Führungspaar, welches Innovation und internationales Niveau vereinte. Miuccia Pradas Kreativität ist beispielsweise auch das charakteristische Dreieckslogo auf den Handtaschen zu verdanken. Seither eröffneten weltweit exklusive Prada-Geschäfte. 1988 stieß Prada auch in die Bekleidungswelt vor und grenzte sich mit schlichten und modernen Linien in gedeckten Farben gegen die Konkurrenz ab. Seither besticht Prada mit einer guten Beobachtungsgabe des Marktes und einer intelligenten Annäherung an die Designs. Obwohl das Unternehmen auch Sonnenbrillen und sogar Parfüms und Handys in ihr Angebot aufnahmen, blieben sie ihrem Ursprung treu und präsentieren immer wieder neue Lederwaren. Neben Prada gehörten auch die Marken Miu Miu und Church's Car Shoe zu dem Unternehmen, welches Ende 2010 in 76 Ländern über 300 Boutiquen unterhielt. In Deutschland unter anderem in Berlin, Frankfurt am Main und München. Die "Fondazione Prada", ein Projekt von Miuccia Prada und Patrizio Bertelli, stellt seit 1995 jährlich zwei zeitgenössische Künstler mit Ausstellungen in Mailand vor.

Paco Rabanne

Als Francisco Rabaneda-Cuervo am 18. Februar 1934 in San Sebastián geboren, folgte Rabanne dem Berufsweg seiner Mutter, welche eine angesehene Schneiderin des spanischen Bekleidungsgeschäftes Balenciaga war.

Zunächst arbeitete er als Modezeichner für Givenchy und Cardin, 1966 schickte er seine erste Haute-Couture-Kollektion auf den Prêtà- Porter Laufsteg. Seine Arbeit für den Film Barbarella, besonders der hautenge Cat Suit von Jane Fonda, verhalf ihm 1968 zum internationalen Durchbruch. Rabaneda-Cuervo selber arbeitet heutzutage nicht mehr im Modegeschäft, sondern beschäftigt sich hauptsächlich mit Esoterik. Unter dem Label "paco rabanne" arbeitet unter anderem Patrick Robinson, wobei die Marke nun vor allem für Düfte, wie Black XS, bekannt ist. Rabannes Werke waren vor allem von der Raumfahrt inspiriert, er wurde oft als "Klempner" der Modewelt bezeichnet. Verschiedene Materialien wie Metall, Papier und Plastik fanden an und in seinen Modestücken Verwendung, was den Designs oft eine futuristische Note gab.