Sommerurlaub wie im Film

Wir besuchten das Almar in Lido di Jesolo, ein wahres Traumhotel

Wir haben lange gesucht, um ein Luxushotel an der italienischen Adria zu finden. Kein Wunder, es gab bis dahin ja auch nur ein einziges. Und das hatte gerade erst eröffnet. Es war im Internet schwer zu finden und es gab kaum Kommentare und Kritiken. Riskant, sich in ein noch nicht erprobtes Hotel einzubuchen. Aber wir wollten es wissen. Wenn schon ein neuer Jet Set - Ort, dann wollen wir auch von Anfang an dabei sein. Schon als wir ankommen, staunen wir. Edles Ambiente, schick, modern, ein meterlanger Wasserfall. In der Lobby ist es kühl, unverschnörkelt, designtechnisch. Die Leute, die in Badesachen hier durchgehen, wirken unpassend. Auch wenn es durchweg Designerstrandkleidchen, edle Sonnenbrillen, große Hüte und Marken ohne Ende sind. Louis Vuittons hat Vorrang. Als Strandtäschchen oder Koffer und selbst Kinder tragen die Sachen mit verspielter Leichtigkeit. Hier wird russisch gesprochen, englisch und deutsch. Ein Restaurantmitarbeiter bringt uns in unser Familienzimmer. Es ist groß, aber die Terrasse umspannt eine große Mauer. Gebucht haben wir ein Zimmer, das ganz anders aussah. Das wollen wir. Wir müssen kurz warten und werden in die 8., die oberste Etage umgebucht. Wow! Was ist denn das? Ein riesige Suite und vor allem - eine Traumterrasse. Die Abgrenzung ist vollverglast, so dass man direkt aufs Meer schaut. Die Terrasse ist so lang wie die Suite selbst. Diese besteht aus zwei durch eine halbe Wand getrennte Räume mit Schlafsofa, Sitzecke. Flur und Gästebad mit Dusche auf der einen und Doppelbett mit großem offenen Badezimmer auf der anderen Seite. Durch eine Glaswand kann man sogar von der Badewanne aufs Meer sehen. Wahnsinn! Natürlich zieht es uns zum 70m langen Pool. Hier ist schaulaufen angesagt. Die Kleidchen sind Bikinichen gewichen, hochhackige Sandalen und große Sonnenbrillen ergänzen das Outfit. Die Väter unterhalten sich über die politische Lage und über die neuesten Wirtschaftsnachrichten während sie mit ihren lieben Kleinen im oder am Kinderpool sitzen. Aber der Hauptpool ist wirklich der Hammer: Man schwimmt und schwimmt und schwimmt: Wem die Sonne zu sehr brennt, der kann auch direkt durch einen Vorhang in den Indoorbereich weiter schwimmen. Himmlisch! Am Abend gehen wir in den Ort. Hier gibt es das Kontrastprogramm: Bunte Läden, laute Musik, Menschenmassen, die sich allerlei blinkenden und lustigen Vergnügungen widmen. Volle Restaurants mit Trauben von Menschen, die auf einen Platz warten. Eine Touristenbahn, Souvenirs, Klamotten ohne Ende. Imbisse und Eisläden. Zurück im Hotel lassen wir es uns nicht nehmen, bei leiser, gediegener Musik über den Steg nochmals zum Strand zu gehen. Die Palmen sind beleuchtet, die Pools auch - wie im Film. Die nächsten Tage wechseln wir zwischen Pool und Strand. Meist zieht es uns zu den privaten Liegen mit Sonnenschirmen am blauen Meer von Lido. Handtücher gibt´s inklusive, "fliegende" Händler auch. Aber Plagiate sind an diesem Strandabschnitt verpönt. Das Publikum von hier kauft "echt". Das Wasser ist wirklich herrlich. Es ist klar. Meist gibt es schöne Wellen. Es ist flach, auch mit Kindern kann man weit reinlaufen. Fischschwärme sehen wir oft, Quallen kaum.

Morgens frühstücken wir mit Freude am Pool. Das Frühstücksbuffet ist das einzige, das Wünsche offen lässt. Hier werden wir erinnert, dass wir in Italien sind. Die Auswahl ist nicht umwerfend. Wir vermissen zum Beispiel das obligatorische Bircher Müsli. Auch frischetechnisch sind wir durch deutsche Fünfsternehäuser verwöhnt. Nach ein paar Tagen haben wir den Dreh raus und bestellen in der Küche Pancakes mit vielen Früchten. Das wird der Familienklassiker. Lecker. Je länger wir da sind, desto besser klappt alles mit dem Service. Das Personal merkt sich, was wir wollen und so werden wir auch immer ruhiger. Obwohl wir nur Übernachtung mit Frühstück reserviert hatten, buchen wir dreimal Halbpension nach. Zu verlockend sind die täglich wechselnden Angebote. Vor- und Nachspeisen gibt es vom Buffet und die sind vom Feinsten. Die anderen Gänge bestellt man à la carte. Wir sind überaus zufrieden, besonders das Fleisch ist ein Gedicht. Die Weinempfehlungen sind gut. Die Desserts grandios. Natürlich machen wir auch ein paar Ausflüge, zum Beispiel nach Venedig. In 40 Minuten sind wir über die Landstraße direkt im Parkareal und können zu Fuß in die Stadt laufen. Da es sehr voll ist, bleiben wir nur zwei Stunden. Toll, dass unser Hotel so nah und doch so ruhig ist. Für Venedig im Sommer das perfekte Domizil. Man ist zwar nah dran, kann dem Trubel aber auch schnell entfliehen. Auch gönnen wir uns einige Behandlungen im Wellnessbereich. Die Saunen sind vielseitig, es gibt Regenduschen, Gewitterräume, künstliche Geysire und natürlich, wann immer möglich, Blick aufs Meer. Ich gönne mir im Kosmetikbereich eine Hautanalyse. Diese wird mit Elektroden und Computertechnologie durchgeführt. Anschließend gibt es allerlei Empfehlungen für weitere Behandlungen im Haus. Ich nehme aber nur eine Rückenmassage. Die ist okay. Der Abschied naht. Am letzten Tag checken wir das Internet nach Temperaturen in Lido zu anderen Jahreszeiten. Wir wollen mit unserer Rückkehr nicht bis zum nächsten Sommer warten. Wir lassen uns von einer Gästebe Gästebetreuerin die anderen Zimmer im Hotel zeigen. Die beiden Hauptsuiten in der Mitte der obersten Etage, gestaltet nach den Elementen Wasser und Luft, sind ein Traum. Aber aufgrund des Preises werden sie für uns sicher auch ein Traum bleiben. Aber das ist gut so. Schließlich braucht der Mensch Träume und ein Ziel. Unseres ist es auf jeden Fall, ganz schnell wieder ins Almar zu kommen. Vielen Dank! Und bis bald!