Peter-Stefan Herbst: Die Legende mit dem goldenen Aktenkoffer

Er ist einer der ganz wenigen Ex der Dresdner Gesellschaft, der inzwischen einen ausführlichen Eintrag bei Wikipedia hat. Immerhin ist unser Peter Stefan, dessen Markenzeichen früher ein goldener Aktenkoffer war, in dem für jeden Bedarf ein Utensil versteckt war, inzwischen Chefredakteur der „Saarbrücker Zeitung“. Und, man höre und staune, er ist verheiratet – mit der Saarbrücker Unternehmensberaterin Christine Breit. Herbst, der seine journalistische Laufbahn 1988 als fester Freier für BILD und BILD am Sonntag in München und Hamburg begonnen hatte, dann drei Jahre Vize-Pressesprecher der Fluggesellschaft LTU in Düsseldorf war, hatte seine Dresdner Blütezeit zwischen 1991–1994. Da arbeitete er als Klatsch-Kolumnist (auch Redakteur für Sonderaufgaben und stellvertretender Lokalchef) bei der Dresdner Morgenpost. Er war der, der überall dabei war, beliebt und belächelt, geschätzt und manchmal unter- schätzt – aber ganz wichtig für die Dresdner Gesellschaft in ihrer HOCHzeit nach der Wende. Nach der Mopo-Phase blieb er noch bis 1999 in Dresden als Chefredakteur der Dresdner Neuesten Nachrichten und Geschäftsführer des Verlags Dresdner Nachrichten GmbH & Co. KG. „Es war eine tolle Zeit in Dresden“, erinnert er sich. „Zugegeben, da war richtig was los. Leider, oder zum Glück, sind bei einem meiner vielen Umzüge die Fotos aus dieser Zeit verloren gegangen.“ Nach Dresden war Herbst fünf Jahre Chefredakteur der Lausitzer Rundschau, auch Gründungs- chefredakteur von 20cent, der ersten Tabloid-Tageszeitung in Deutschland. Seit 1. Januar 2005 ist Herbst Chefredakteur der Saarbrücker Zeitung. Außerdem ist er seit 2007 Geschäftsführer der Berliner Medien Service GmbH, die ein Hauptstadtbüro für 14 Regionalzeitungen in Berlin betreibt. Der Aufsichtsrat der Saarbrücker Zeitung Verlag und Druckerei GmbH hat Herbst im November 2010 zum Prokuristen des Unternehmens und zum Sprecher der Chefredakteure der Gruppe berufen. „Viel zu tun, aber auch viel Freude“, verrät er Disy am Telefon, nicht ohne zu fragen, wie das Wetter in Dresden ist. „Grüße an alle, die mich kennen!“