• Dezember 01, 2023
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Eine Familie zwischen Deutschland, Estland und Russland

Der Name Kügelgen verbindet sich mit namhaften Malern, Schriftstellern und Wissenschaftlern, die zwischen Deutschland, Estland und dem russischen Zarenreich wirkten. Ihre bekanntesten Vertreter sind die Malerzwillinge Gerhard (1772–1820) und Carl von Kügelgen (1772–1832), die bedeutende Impulsgeber für die Kunst in Estland wurden. Als Künstler zog es sie vom Rhein über Rom nach Estland, an den Zarenhof und auch nach Dresden. Ihre Tätigkeit wurde von Nachkommen wie den Malern Constantin, Sally oder Erich von Kügelgen fortgesetzt. Auch Wilhelm von Kügelgen war Maler, doch bekannt wurde er mit seinen „Jugenderinnerungen eines alten Mannes“– ein Bestseller, der viele Auflagen erlebte. 

Die Kügelgens wurden im Zarenreich zu einer baltischen Familie: Sie betätigten sich als Journalisten, Herausgeber oder Ärzte. Als solche erlebten sie die historischen und sozialen Umwandlungen in Mittel- und Osteuropa von den Wandlungen des 19. bis zu den Revolutionen und kriegerischen Ereignissen des 20. Jahrhunderts. Diese zwangen sie 1939, ihre alte Heimat zu verlassen und neu anzufangen. Über 50 Leihgaben aus Familienbesitz geleiten in der Kabinettausstellung ins alte Estland, nach Russland sowie ins geteilte Deutschland und spannen den Bogen bis in die Gegenwart.

Die kulturhistorische Wanderausstellung ist ein Kooperationsprojekt des Ostpreußischen Landesmuseums mit Deutschbaltischer Abteilung in Lüneburg, dem Kügelgenhaus – Museum der Dresdner Romantik in Dresden, dem Stadtmuseum „Wilhelm von Kügelgen“ Ballenstedt und dem estnischen Mikkel-Museum in Tallin, das zum Estnischen Kunstmuseum gehört. 

Kuratiert wurde die Ausstellung vom Zentrum für Kultur // Geschichte in Niederjahna, das eine umfassende Begleitpublikation vorgelegt hat.