• Februar 13, 2024
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Gerhard Richter wurde am 9. Februar 1932 in Dresden geboren. Zum Wintersemester 1951 begann er sein Studium an der Dresdener Hochschule für bildende Künste. Nach einem zweijährigen Grundstudium wechselte er als einer der ersten Studenten in die neu gegründete Klasse für Wandmalerei, die von Professor Heinz Lohmar geleitet wurde. Im Dezember 1955 erhielt Richter das Thema "Lebensfreude" als Aufgabe für seine Diplomarbeit. Die Wandmalerei wurde von ihm während der ersten Jahreshälfte 1956 ausgeführt. Das Gemälde zeigt verschiedene Figurengruppe in unterschiedlichen Alltags- und Freizeitszenen. Zum 31. Juli 1956 beendete Richter sein Studium. Aufgrund seiner besonderen Leistungen wurde ihm eine dreijährige Aspirantur zugesprochen, die aus einer finanziellen Unterstützung und einem eigenen Atelier an der Hochschule bestand.

Im März 1961, wenige Monate vor dem Bau der Berliner Mauer, reiste Gerhard Richter in die BRD aus. Sein Wandgemälde wurde 1979 mit Zustimmung des Instituts für Denkmalpflege überstrichen, da "dieser ‚studentischen Arbeit keine künstlerische Bedeutung beizumessen [sei]‘"; auch Gerhard Richters "Republikflucht" wird in diesem Zusammenhang erwähnt. 1994 gab es seitens des Deutschen Hygiene-Museum erste Bestrebungen einer Freilegung des Gemäldes, denen Gerhard Richter jedoch nicht zustimmte.

Die architekturgebundene Arbeit Gerhard Richters und der nachfolgende Umgang mit ihr dokumentiert eine wichtige Phase der Geschichte des Gebäudes und der Institution Deutsches Hygiene-Museum. Ab 2022 wurden darum Überlegungen angestellt, wie diese historische Dimension wieder sichtbar und erlebbar gemacht werden könnte. Die daraus entstandene Idee der Freilegung einer zentralen Partie der Diplomarbeit "Lebensfreude" fand nun auch die Zustimmung Gerhard Richters.