Wie die Anschlussfinanzierung zum Gewinn wird

Baufinanzierungsspezialist Sebastian Mosch gibt Tipps, wie man jetzt umschulden und viel Geld sparen kann.

 

Auch mit dem Wechsel an der EZB-Führungsspitze ist kein Ausstieg aus der „Politik des billigen Geldes“ zu erwarten. Der wahrscheinliche Aufschub des Brexit und die Aussicht auf eine Einigung im Handels- streit zwischen China und USA setzten jedoch dem Sinkflug der Bauzinsen ein Ende. Weiter bergab wird es also vorerst nicht gehen, aber auch nicht deutlich nach oben. Experten erwarten in den nächsten Wochen weiter leicht steigende bzw. schwankende Zinsen. Nicht nur Bauherren kommt das anhaltende Zinstief entgegen – auch Immobilienbesitzer, deren Darlehen in den nächsten Jahren auslaufen, können von den günstigen Zinsen profitieren. Hier lohnt sich durchaus ein prüfender Blick in die Unterlagen. Finanzierungsexperte Sebastian Mosch, Leiter des Dr. Klein Standortes in Dresden gibt Tipps, wie man mit wenig Aufwand viel Geld sparen kann:

 


Wie lässt sich jetzt Geld mit der Anschlussfinanzierung sparen?

Mosch: Für die meisten Finanzierungen steht irgendwann das Thema Anschlusskredit an. Auch wenn dieser Termin noch Zeit hat, sollte man einmal den Kreditvertrag zur Hand nehmen, um eventuellen Handlungsbedarf zu erkennen und die Finanzierung zu optimieren. Denn hier bietet sich die Chance, ein Anschlussdarlehen zu den aktuellen Niedrigzinsen abzuschließen. So lässt sich Monat für Monat viel Geld sparen oder der Zeitraum bis zur Schuldenfreiheit deutlich verkürzen – und das schon Jahre vor Auslaufen der Zinsbindung des heutigen Darlehens.

 

Warum sollte man auch die Möglichkeit einer Umschuldung prüfen?

Mosch: Viele wissen gar nicht, dass sie nicht bei ihrer eigenen Hausbank bleiben müssen. Die Alternative „Umschuldung“, also ein Wechsel der Bank, bietet die Chance, mit anderen Kreditinstituten neu über die Konditionen für die Baufinanzierung zu verhandeln und das beste Angebot zu wählen. Die Wahrscheinlichkeit, bei einem neuen Anbieter bessere Vertragsbedingungen zu finden, als bei der eigenen Hausbank, ist hoch. Zudem wird die Immobilie bei einer Umschuldung neu bewertet. In den meisten Fällen ist der Wert gestiegen. Dadurch erhält man wiederum günstigere Konditionen. Wer nicht vergleicht, verpasst Zinsvorteile!


Wie hoch kann denn das Sparpotential sein?

Mosch: Nehmen wir das Beispiel einer Familie, welche ich gerade zum Thema Umschuldung beraten habe. Sie hatten eine Restschuld von 100.000 Euro und wollten das Darlehen innerhalb von 15 Jahren zurückzahlen. Sie waren zunächst nicht davon überzeugt, dass sich eine Umschuldung lohnen könnte. Aber der kleine Aufwand hatte große Wirkung. Bei dem nach unserer Recherche besten Anbieter liegt der Zins 0,87 Prozentpunkte unter dem der bisherigen Hausbank. Für die Familie bedeutet dies eine Ersparnis von rund 8.000 Euro. Zudem ist sie mit der Finanzierung noch ein Jahr früher fertig.

 

Wie hoch ist der Aufwand?

Mosch: Entgegen aller Vorurteile ist Umschulden weder kompliziert noch aufwändig – zumindest nicht für unsere Kunden. Denn sie bringen lediglich ihren Hausordner und ihre Lohnabrechnung mit zur Beratung. Unsere Aufgabe ist es dann, die Konditionen vieler Kreditinstitute zu vergleichen. Auf diese Weise muss sich der Kunde nicht selbst in den Bankenmarathon stürzen. Unsere Experten haben Zugriff auf eine breite Palette von über 300 regionalen und überregionalen Bankpartnern und können je nach den persönlichen Bedingungen und Vorstellungen schnell die passende Finanzierungslösung ermitteln. Auch die Kosten für die Übertragung der Grundschuld auf die neue Bank sind überschaubar. Diese belaufen sich in der Regel auf 0,3 Prozent der Restschuld. Wenn der Zins der neuen Baufinanzierung also mindestens 0,3 Prozentpunkte besser ist, dann sind die Kosten schon nach 1 Jahr wieder eingespielt. Der Vergleich macht sich also wirklich bezahlt.

 

Wann soll das Thema Anschlussfinanzierung auf den Tisch?

Mosch: Bereits 5 Jahre vor Ablauf der Zinsbindung oder der 10-Jahres-Frist des Kreditvertrages empfiehlt sich ein Blick auf die aktuelle Zinslandschaft. Denn mit einem sogenannten Forward-Darlehen lassen sich gegen einen geringen Aufschlag die aktuellen Zinsen „einfrieren“. Wer also noch einige Jahre bis zur Anschlussfinanzierung warten muss und befürchtet, dass die Zinsen bis dahin wieder steigen, erhält mit dem Forward-Darlehen die richtige Lösung. Damit lassen sich die Zinsen bis zu 66 Monate im Voraus sichern. So gewinnt man auf jeden Fall Planungssicherheit und kann die niedrigen Zinsen nutzen, um die Tilgungsrate zu erhöhen und früher schuldenfrei zu werden. Wichtig ist auch hier, die Angebote gut zu vergleichen und auf die Zinsaufschläge zu achten. Interessant zu wissen: bestehende Darlehensverträge mit Zinsbindungen von mehr als 10 Jahren, können aufgrund des gesetzlichen verankerten Sonderkündigungsrechtes nach § 489 BGB bereits nach Ablauf von zehn Jahren mit einer sechsmonatigen Kündigungsfrist ohne Vorfälligkeitsentschädigung gekündigt werden. Auch in diesen Fällen lohnt sich also eine Prüfung, ob durch einen Bankwechsel die Zinskosten reduziert werden können.


Welchen Service leisten sie?

Mosch: Unser Dienstleistungsangebot beinhaltet sowohl die umfassende Beratung, Recherche und Prüfung aller Unterlagen als auch die komplette Abwicklung bis zur Auszahlung. Dieser Service ist für den Kunden kostenfrei. Unsere Berater vermitteln die bestmöglichen Finanzierungslösungen – sowohl für eine Anschlussfinanzierung als auch für Neubau, Kauf oder Modernisierung.