Ein Zuhause zum Durchatmen

Düfte lassen Erinnerungen lebendig werden und beeinflussen wirksam die Gefühlslage. Das ist tief in der genetischen Programmierung verankert und macht den Geruchssinn zum unmittelbarsten der menschlichen Sinne. Doch wie wird das eigene Zuhause zur duftenden Wohlfühlzone?

 

Das Raumdufterlebnis: Jeder Bestandteil zählt

Man kennt es schon vom Lieblingsparfum: Die Nase gewöhnt sich schnell an vertraute Gerüche und nimmt sie dann nicht mehr intensiv war. So bemerkt man den eigenen „Hausduft“ im Alltag meist kaum – erst nach längerer Abwesenheit wird er plötzlich wieder mit Macht spürbar. Denn sei es der Bodenbelag, die Möbel, Wandfarbe, Textilien oder Accessoires: Alles hat einen Eigengeruch, der sich wiederum durch Heizungswärme oder Sonneneinstrahlung verstärken kann. Während künstliche Materialien abhängig von der Raumtemperatur meist eher unangenehme Ausdünstungen entwickeln, lässt sich der angenehme Duft von natürlichen Materialien auch bewusst verstärken: Wird beispielsweise ein natürlich geölter Holzboden mit Bienenwachs behandelt, werden seine guten Geruchseigenschaften für mehrere Wochen verstärkt. Lesen Sie im Folgenden, wie sich Raumduft und Luftqualität in den eigenen vier Wänden positiv beeinflussen lassen.

 

1. Regelmäßig lüften

In der Raumluft der Wohnung sammeln sich mit der Zeit Aerosole, Staubpartikel, Stickstoff- und Schwefelverbindungen sowie andere Schadstoffe. Durch regelmäßiges Querlüften lässt sich ein gesunder Luftaustausch und eine optimale Luftfeuchtigkeit erzielen. Es gibt jedoch Gerüche, die sich durch einfaches Lüften nicht vertreiben lassen – insbesondere Zigarettenrauch setzt sich hartnäckig in Polstern und Möbeln fest. Wirksame Tipps gegen Zigarettenqualm in den eigenen vier Wänden finden Sie hier.

 

2. Natürliche Luftfilter

Im Zuge der NASA Clean Air Studie wurden herkömmliche Zimmerpflanzen auf ihre luftreinigenden Eigenschaften hin untersucht. Schädliche Substanzen wie Formaldehyd, Benzol und Ammoniak können den Ergebnissen der Studie zufolge von bestimmten Pflanzen wirksam aus der Luft gefiltert werden. Formaldehyd gelangt zum Beispiel durch Tapeten, Farben, Lacke oder Klebstoffe in die Raumluft – aber auch Zigarettenrauch, Reinigungsmittel und Kosmetika könne Formaldehyd an die Raumluft abgeben. Besonders leistungsstarke Luftfilter sind Einblatt, Bogenhanf, Chrysantheme, Efeutute und Drachenbaum.

 

3. Natürlich Duftstoffe

Natürliche Düfte wirken unmittelbar auf die menschlichen Emotionen. Das liegt daran, dass Gerüche eng an das Gefühlszentrum des Menschen gekoppelt sind. Die rund 30 Millionen Nervenzellen des olfaktorischen Systems beherbergen Geruchsrezeptoren für mehr als 400 verschiedene Duftstoffe. Sie wandeln die eingeatmeten Duftmoleküle in elektrische Signale um und leiten sie an das Riechhirn weiter. Von dort aus gelangen sie in das Limbische System, das die Emotionen und Erinnerungen reguliert. Mit einem selbst gemachten Duft-Potpourri lassen sich die eigenen Lieblingsdüfte gezielt zu Hause einsetzen. Zimtstangen, getrocknete Blüten oder Orangenscheiben werden einfach in einer Schale auf dem Wohnzimmertisch platziert. Durch regelmäßiges Aufschütteln wird die Duftverteilung reaktiviert ¬– und positive Erinnerungen werden hervorgerufen. Auch Aroma-Diffuser sind eine gute Option: Ihr feiner Nebel erhöht die Luftfeuchtigkeit und verbessert das Raumklima. Mit einigen Tropfen des favorisierten ätherischen Öls verteilt sich außerdem ein angenehmer Duft in den eigenen vier Wänden. Synthetische Duftkerzen sind in puncto Schadstoffbelastung dagegen eher umstritten: Beim Abbrennen entsteht Ruß, der die Feinstaubbelastung in der Raumluft ansteigen lässt – außerdem können über die enthaltenen Duft- und Farbstoffe wiederum Schadstoffe an die Raumluft gelangen. Duftkerzen aus pflanzlichem Stearin oder Bienenwachs sind daher die bessere Wahl.

 

4. Abflüsse reinigen

Im Abfluss lagert sich mit der Zeit ein Gemisch aus Fett, Haaren, Seifen- und Lebensmittelresten an, das unangenehme Zersetzungsgase freisetzen kann. Hier hilft Natron: Einfach ein Tütchen in den Abfluss geben und anschließend ein wenig verdünnten Essig nachgießen. Durch eine natürliche chemische Reaktion werden Ablagerungen und Verstopfungen schnell gelöst.

 

5. Müll-Management

Müll sollte regelmäßig entsorgt werden. Ist dies nicht möglich, hilft es, dem Müll immerhin die Feuchtigkeit zu entziehen – denn durch Flüssigkeiten werden Gärungsprozesse in den Lebensmittelabfällen beschleunigt. Lebensmittel können vorbeugend in Papier oder Küchenkrepp eingewickelt werden. Auch ein paar Sägespäne in der Biotonne können Feuchtigkeit aufsaugen.

 

6. Wäsche waschen

Beim Nachtschlaf lagern sich Schweiß, Fett und Hautschuppen in der Bettwäsche ab. Im warmen, feuchten Milieu können sich Bakterien besonders leicht vermehren. Es gilt daher: Regelmäßig die Wäsche bei 60 Grad waschen und sie täglich nach dem Aufstehen gründlich auslüften.