Endlich brillenfrei?

Disy-Redakteur Maximilian Walter im AugenCentrum Dresden

Brillenträger bin ich seit meinem fünften Lebensjahr. Ich habe mich daran gewöhnt. In der Pubertät wechselte ich auf Kontaktlinsen, auch weil mir meine Augenärztin dazu riet. Zur Behandlung der Augen, egal ob Kurz- oder Weitsichtigkeit oder Grauer Star, immer mehr Ärzte setzen auf operative Eingriffe. Ich fragte bei Dr. med. Anne Lux vom AugenCentrum Dresden nach, ob das für mich auch eine Option sei.

Freundlich begrüßt mich die Ärztin in einem der hellen Behandlungsräume im Dresdner AugenCentrum. Ich erzähle ihr von meiner Kurzsichtigkeit und zeige ihr die Werte meiner letzten Messung. "Der Wunsch vieler unserer Patienten ist es, keine Brille mehr tragen zu müssen", erklärt Dr. med. Anne Lux.

Es gibt verschiedene Verfahren, um das zu erreichen. Das sind entweder Lasereingriffe an der Hornhaut oder Operationen an der Augenlinse. "Welches in Frage kommt, muss individuell entschieden werden", erklärt sie mir als erstes. Ich frage, ob eine Laserbehandlung zum jetzigen Zeitpunkt für mich in Frage käme. "Bei Ihren Werten ist davon auszugehen, dass ihre Hornhaut nicht für eine Laserbehandlung geeignet ist", erklärt sie. Bei Kurz- oder Weitsichtigkeit stimmt das Verhältnis zwischen Augenlänge und der Brechkraft, die von Hornhaut und Linse bestimmt wird, nicht.

Bei der Laserbehandlung wird Hornhautgewebe abgetragen bis die Brechkraft wieder im richtigen Verhältnis zur Länge des Auges steht. Je höher der zu korrigierende Dioptrienwert, desto mehr Gewebe muss entfernt werden. Deshalb muss die Entscheidung für oder gegen eine Laserbehandlung immer auch in Abhängigkeit der Dicke der Hornhaut erfolgen. Und die ist bei mir nicht ausreichend. "Es gibt aber andere Operationen, die wir hier vor Ort durchführen, um Patienten wie Ihnen zu helfen", erzählt die Augenärztin weiter. Man könne mir zum Beispiel eine künstliche Linse direkt vor die natürliche Linse einpflanzen. "Dies führt aber genau wie auch die Laserbehandlung nur vorübergehend zu einer Brillenfreiheit" erzählt Dr. Lux. Denn meist ab dem 40. Le- bensjahr beginnen die Augen zu altern. Die Alterung des Auges betrifft die Augenlinse. Die normalerweise klare und verformbare Linse wird zunehmend starrer und trüber, wodurch das gesehene Bild an Schärfe verliert. "Die meisten merken mit 45, dass das Lesen beschwerlich wird und müssen dann (wieder) zur Brille greifen. Spätestens dann empfiehlt sich ein Linsentausch." Dabei wird die eigene Linse über einen winzig kleinen Schnitt von 2,4 mm Größe entfernt und durch eine künstliche ersetzt. Durch sogenannte Kunstlinsen mit Zusatzfunktion kann dann eine Brillenfreiheit erreicht werden. "Und diese Brillenfreiheit ist dauerhaft", betont Lux. Für solch eine Operation ist keine Vollnarkose nötig. Die OP kann problemlos unter örtlicher Betäubung mit schmerzstillenden Augentropfen erfolgen und dauert in der Regel 10 Minuten. Eine OP am Auge bei vollem Bewusstsein stelle ich mir schwierig vor. "Wenn der Patient es wünscht oder sehr ängstlich ist, geben wir auch eine Beruhigungsspritze" versichert mir die Ärztin.

Bei den Kunstlinsen mit Zusatzfunktion unterscheidet man drei Typen: die multifokale Linse (für eine gute Sicht ohne Brille im Fernund Nahbereich), eine torische Linse (für gute Sicht ohne Brille im Fern- oder Nahbereich bei bestehender Hornhautverkrümmung) oder eine multifokal-torische Linse (beide Eigenschaften kombiniert). Die Linsen bestehen aus Acryl und halten ein Leben lang. Bleibt noch die Frage nach den Kosten. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen Eingriffe nicht, bei denen nur Kurz- oder Weitsichtigkeit korrigiert wird. Bei Patienten, die aufgrund der altersbedingten Linsenveränderung, dem Grauen Star, operiert werden, wird die OP-Leistung und die Standardlinse gezahlt. Eine Linse mit Zusatzfunktion, sowie die dafür notwendigen Vor- und Nachuntersuchungen, müssen vom Patienten getragen werden - je nach Linsentyp sind das zwischen 1500 und 2500 Euro für beide Augen. Private Krankenkassen übernehmen immer häufiger die Kosten. Diese sollten aber mit einem Kostenvoranschlag geklärt werden. Die Kosten für eine Laserbehandlung fangen bei 2500 Euro an, können jedoch bis zu knapp 5000 Euro für beide Augen betragen. "Wir bieten auch die Möglichkeit der Ratenzahlung an. Wir wollen schließlich jedem die Möglichkeit geben, brillenfrei zu sein", erzählt Dr. Lux zum Abschluss.