Unterschiedliche Bankrott-Statistiken im Umlauf: Ist das die Ruhe vor dem Sturm?

In Deutschland und der ganzen Welt atmet man langsam auf, weil die Einschränkungen überwiegend langsam aufgehoben werden. Für die meisten Menschen stellt das eine Erleichterung dar, weil auch die finanzielle Situation während Covid-19 nicht unbedingt optimal war. Mit weniger Menschen, die aktiv konsumieren, fallen auch die Einnahmen und Aufträge im geschäftlichen Bereich.

 

Tatsächlich sinken die Bankrotterklärungen laufend. Woran könnte das liegen?

Für viele Menschen liegt es an der Geldpolitik der Zentralbanken. Sie sind für große Geldinjektionen verantwortlich. So wurden alleine von der EZB teilweise mehrmals hohe Milliardenbeträge durch neue Anleihen in den Markt gepumpt. Gerade große Unternehmen, die derzeit wenig liquide sind, konnten dadurch profitieren. Aber auch andere Maßnahmen haben Platz geschaffen für mehr Wirtschaft: Vor allem Steuersenkungen und andere Vorteile für Unternehmer konnten vieles abdämpfen. Trotzdem leiden einige Branchen, etwa Tourismus und Gastronomie, enorm unter der Quarantäne.

 

Wie kann die digitale Ökonomie die Wirtschaft der EU beeinflussen?

Für viele Menschen ist gerade die digitale Ökonomie das Zugpferd, welches viele nationale Volkswirtschaften stärken wird. Andere wiederum könnten durch die Digitalisierung entscheidend geschwächt werden, meinen Experten. Die Europäische Union ist ein Konglomerat starker Wirtschaftsstaaten, die gerade auf Service- und Dienstleistungen enorm angewiesen sind. Hinzu kommen natürlich aber auch hochtechnisierte Produkte, die häufig exportiert werden.

 

Möchte man das wirtschaftliche Vorankommen der Europäischen Union sichern, sollte man auf die Digitalisierung setzen und diese keinesfalls ignorieren. Das erfolgt in vielen Branchen bereits. Glücksspiele in Deutschland werden heute häufig digital ausgetragen. Die Glücksspielindustrie im Internet gilt als eine der größten Erfolgsgeschichten in der digitalen Ökonomie überhaupt. Online-Gaming war der erste Zweig der Ökonomie im Netz und hat somit einen gewissen historischen Charakter.

 

Die Europäische Union hat noch nicht erreicht, was die digitale Wirtschaft zum Beispiel in Kanada und Australien erreicht hat. Einzelne Standorte, zum Beispiel Berlin und Frankfurt, eignen sich bereits sehr gut für Start-Ups im digitalen Bereich. Doch auch bei den Internet-Jungunternehmen ist es wichtig, nicht zu vergessen, wer eigentlich die ursprüngliche Leistungserbringer sind. Das ist nach wie vor die Glücksspielindustrie, die auch vielen anderen Sparten maßgeblich geholfen hat.

 

Denn wer sich zum Beispiel für eine Anmeldung bei einer großen Online-Gaming-Plattform entscheidet, legt sich oft auch bei einer Online-Bezahlmethode wie PayPal ein Konto an. Hat ein Nutzer bereits PayPal, nutzt er den Service auch eher, um günstigere Angebote für das Online-Shopping wahrzunehmen. So verbreitete sich die digitale Ökonomie relativ schnell.

 

Sogar heute hat die digitale Glücksspielindustrie trotz des bereits vergangenen Siegeszuges noch viel Potenzial für weiteres Wachstum. Dadurch kann man sich sicher sein, dass sie auch in Zukunft für Umsätze, Steuern und neue Arbeitsplätze sorgen wird. Schafft man als Staat dafür die richtigen Rahmenbedingungen, kann man von dem lange anhaltenden Trend nachhaltig und drastisch profitieren. Ganz ähnlich sieht es auch in anderen Nischen - zum Beispiel Insurtech (digitale Versicherungsanbieter) und FinTech (digitale Finanzanbieter) aus. Verweigert man den Jungunternehmen flexible und passende Rahmenbedingungen, wirkt sich das ökonomisch langfristig negativ aus und kann die wirtschaftliche Schlagkraft eines Landes enorm schwächen.

 

Deutsche Bank möchte noch einmal 100 Millionen Euro einsparen

Die Deutsche Bank stellte eine der ganz großen Banken weltweit dar. Sie war ein sogenannte “Big-Player”, wie man umgangssprachlich sagt. Tatsächlich hatte sie gerade in der Finanzkrise 2008 enorme Probleme und kämpft seither mit Einbußen im Gewinn. Während der Umsatz zwar nach wie vor riesig ist, kann die Bank nur noch schwer signifikante Profite erzielen. Ihre Lösung ist offenbar “gesundschrumpfen”, bis die Zahlen wieder stimmen.

 

Das funktioniert in der Praxis in der Regel aber enorm schwer. Warum? Eine Struktur wie die Deutsche Bank zu verkleinern und gleichzeitig kompetitiv zu machen ist in jeder Hinsicht herausfordernd. Hat die Bank außerdem nicht mehr eine Größe wie Goldman Sachs oder Morgan Stanley, verliert sie so viele Vorteile, die ihr in der Vergangenheit mächtige Deals und viel Einfluss gebracht haben. Die Deutsche Bank möchte weitere 100 Millionen Euro jährlich einsparen, was durch das enorm Sparpotenzial möglich ist, so das Kredo. Gleichzeitig hat die Deutsche Bank auch erst kürzlich eine neue Geschäftssäule hinzufügt. Das ist die Vermögensverwahrung von Menschen weltweit und Privatkundengeschäft mit kleinen und mittleren Vermögen in Spanien, Belgien, Italien und Indien.