• Januar 11, 2022
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Mit der zunehmenden Zahl an Patienten, die die Erkrankung überlebt haben, ist es wichtig, die langfristigen gesundheitlichen Komplikationen von COVID-19 zu verstehen. Die langfristigen Symptome von COVID-19 sind äußerst vielfältig. Ziel der vorliegenden Studie war die systematische Beschreibung pulmonarer (die Lunge betreffend) und extra-pulmonarer Symptome, die als langfristige Komplikationen von COVID-19, besser bekannt als Long COVID, auftreten. Drei Monate nach COVID-19 sind demnach viele Patienten immer noch symptomatisch. Folgen der Coronavirus-Infektion zeigen sich in Atemwegsbeschwerden mit entsprechenden Befunden in bildgebenden Verfahren. Die körperliche Leistungsfähigkeit der Betroffenen ist ebenso betroffen wie die Denkleistung.

Die Coronavirus-Pandemie mit der Erkrankung COVID-19 wird einen langen Schatten in die Zukunft werfen, da sind sich Forscher sicher. Mit der zunehmenden Zahl an Patienten, die die Erkrankung überlebt haben, ist es wichtig, die langfristigen gesundheitlichen Komplikationen von COVID-19 zu verstehen. Mit den bisherigen Varianten und dem ursprünglichen neuen Coronavirus SARS-CoV-2 war die Lunge das zentrale, betroffene Organ der Infektion. Allerdings ist klar, dass das Virus auch viele weitere Organe angreift. Erfahrungen aus früheren Coronavirus-Ausbrüchen, SARS und MERS, zeigten bereits, dass manche der infizierten Patienten langfristig Symptome aufweisen würden.

Die langfristigen Symptome von COVID-19 sind äußerst vielfältig. Ziel der vorliegenden Studie war die systematische Beschreibung pulmonarer (die Lunge betreffend) und extra-pulmonarer Symptome, die als langfristige Komplikationen von COVID-19, besser bekannt als Long COVID, auftreten. Die Forscher verglichen hierbei das Symptom-Spektrum bei Patienten mit unterschiedlich schweren akuten COVID-19-Verläufen.

Systematische Beschreibung langfristiger Komplikationen von COVID-19

Patienten mit COVID-19 in hausärztlicher Versorgung mit anhaltenden Long-COVID-Symptomen oder klinischer Behandlung wurden drei Monate nach der jeweiligen Akutbehandlung untersucht. Neben Befragungen zu Symptomen und Lebensqualität umfassten die Untersuchungen Lungenfunktionstests und bildgebende Verfahren (hochauflösende CT), Herzuntersuchungen wie hochauflösendes EKG, körperliche Funktionstests (1-minütiger Sitz- und Standtest, Handgriff-Stärke, Belastungstests der Herz-Kreislauf-Funktion) sowie Evaluierungen der Denkleistung.

Betrachtung von 34 schwerer und 23 leichter erkrankten Patienten über 2 Monate nach COVID-19

34 Patienten, die wegen COVID-19 in der Klinik behandelt worden waren, sowie 23 Patienten in hausärztlicher Versorgung nahmen an der Studie teil. Alle 34 Klinik-Patienten und 22 von 23 nicht-hospitalisierte Patienten wiesen mindestens eine Beschwerde oder einen auffälligen Befund bei der Nachsorge auf. Als klinisch symptomatisch wurden zu diesem Zeitpunkt (3 Monate nach Entlassung aus der Akutbehandlung) 67 % der Patienten gewertet. Dabei gab es keinen Unterschied zwischen zuvor hospitalisierten oder nicht-hospitalisierten Patienten. Die Lungenfunktion war bei 68 % reduziert, spezifische Funktionen waren dabei besonders bei zuvor klinisch behandelten COVID-19-Patienten auffällig. Insgesamt sahen die Forscher bei der Hälfte der Patienten (53 %) Anzeichen der Erkrankung in der Lunge. Dies zeigte sich vor allem als sogenannte Milchglastrübungen im hochauflösenden CT. Hierbei waren zuvor im Krankenhaus behandelte COVID-19-Patienten stärker betroffen als Patienten, die zuhause genesen konnten. Eine reduzierte körperliche Fitness machte sich im Sitz-und-Stand-Test bei der Hälfte der Patienten bemerkbar. Es gab jedoch keine Anzeichen für Störungen der Herzfunktion. Die Denkleistung war bei 59 – 66 % der hospitalisierten und bei 31 – 44 % der nicht-hospitalisierten Patienten festzustellen (p = 0,08).

Symptome noch nach 3 Monaten bei 67 % aller Patienten

Drei Monate nach COVID-19 sind somit viele Patienten immer noch symptomatisch. Folgen der Coronavirus-Infektion zeigen sich in Atemwegsbeschwerden mit entsprechenden Befunden in bildgebenden Verfahren. Die körperliche Leistungsfähigkeit der Betroffenen ist ebenso betroffen wie die Denkleistung. Besonders bildgebende Befunde und Denkleistungs-Symptome sind häufiger bei zuvor klinisch behandelten COVID-19-Patienten zu sehen, betreffen jedoch auch Patienten, die sich mit COVID-19 zuhause isolieren mussten.

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