• Oktober 19, 2023
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Was gegen Marderschaden hilft – und wer zahlt, falls es doch dazu kommt 

Marder sehen nicht nur süß aus, sie haben auch Schläuche in Autos zum Fressen gern – besonders im Frühjahr und im Herbst. Wer zahlt die Schäden? Und lässt sich ein Marderbiss vermeiden? Die Debeka, eine der größten Versicherungsgruppen und Bausparkassen in Deutschland, gibt Tipps.

Welche Schäden richten Marder am Auto an?
Marder knabbern gern im Motorraum elastische Schläuche, andere Gummi-Bauteile und Dämmmaterial an. Betrifft das beispielsweise Kabel-Isolierungen oder Kunststoffschläuche, durch die Flüssigkeiten fließen, kann das teure Schäden an weiteren wichtigen Kfz-Systemen haben. Aber auch Kurzschlussschäden kommen häufig vor. Defekte Steuergeräte können die Folge sein. Der Motorraum von Elektroautos ist zwar ohnehin baulich besser abgedichtet. Verschafft sich trotzdem ein Tier Zugang und beschädigt Kabel, ist die Reparatur in der Regel teurer, weil aufgrund des Hochvoltsystems komplette Kabelsätze ausgetauscht werden müssen.

Warum ist es wichtig, das Auto auf Marderspuren zu kontrollieren?
Die Folgen eines angeknabberten Kabels oder Schlauchs machen sich nicht immer sofort bemerkbar, oft erst, wenn ein damit verbundenes Gerät kaputt geht. Daher ist es wichtig, auf Marderspuren rund ums Auto zu achten, denn in Aktion lassen sich die nachtaktiven Tiere selten erwischen: Da wären ein intensiver Geruch, Kotspuren, Geräusche in der Nacht. Blätter, Zweige und Haare im Motorraum oder rund ums Auto könnten auf ein Mardernest deuten.

Wie schütze ich mein Auto vor Marderbiss?
Marder mögen bestimmte Gerüche nicht: Von Menschen oder natürlichen Feinden wie Hund oder Fuchs – oder für sie unangenehme Düfte wie etwa WC-Steine, Mottenkugeln oder Nelken. Einen Versuch wert könnten spezielle Mardersprays sein. Ob die Geruchsabwehr hilft, ist nicht sicher. Der Geruch eines Artgenossen kann sie richtig wild machen und zu regelrechten Beißattacken führen. Wenn man also den Verdacht, hat, dass ein Marder im Motorraum war, sollte man bei Verbrenner-Motoren (nicht bei E-Autos!) eine professionelle Motorwäsche durchführen lassen, die neben dem Tiergeruch auch eventuelle Essensreste und andere Hinterlassenschaften beseitigt. Manchmal helfen Ultraschallgeräte, Gitter, die unter dem Motorblock auf den Boden gelegt werden, oder die fachgerechte Ummantelung der Schläuche mit Hartplastik. Ein teurer Schutz ist das komplette Abdichten des Motorraums. Tipp: am besten in einer Garage parken.

Wer zahlt einen Marderschaden?
Nicht nur die Reparatur der angeknabberten Teile oder Isolierung kann ins Geld gehen. Hier springt die Teil- oder Vollkaskoversicherung ein. Oft ergeben sich durch beschädigte Teile Folgeschäden, wie zum Beispiel ein defektes Steuergerät oder das Überhitzen des Motors, wenn Flüssigkeit ausläuft. Oder ein defekter Katalysator, wenn das Zündkabel angeknabbert wurde. Tipp: Am besten darauf achten, dass die Versicherung nicht nur die angeknabberten Teile ersetzt, sondern auch Folgeschäden abdeckt.