Hilflos

Blog 10.06.2014 16:33 Uhr - Pfingsten auf der Intensivstation. Das Leben von der hässlichsten Seite. Das sind doch Menschen, da. Vergesst ihr das alle? Meine Person ist festgeschnallt, mit Beatmungsschlauch und allen möglichen anderen Schläuchen, den Mund auf und zu. Reden kann sie nicht - der Schlauch. Die Arme bewegen sich - festgeschnallt. Sie will hier weg. Ich mit ihr auch. Sie weint so sehr. Ich sage immer: "Ach, bitte wein doch nicht!" Ich wische ihr die Tränen ab. Immer wieder. Streichle ihr Haar. Ich muss ihr irgendwie helfen. Die sollen den Schlauch rausmachen. Ich diskutiere mit den Ärzten. Sie mag die nicht. Sie sollen sie in Ruhe lassen, damit sie sich erholen kann. Was kann ich nur machen? Die Ärzte widersprechen sich. Hoffnung, keine Hoffnung, Besserung, keine Besserung. Aller paar Stunden, mit jedem neuen diensthabenden Arzt, sieht es anders aus. Sie verlässt sich auf mich. Ich habe immer alles für sie gemeistert, wenn sie Hilfe brauchte. Was, was, was soll ich tun? Wie kommt man aus dem Kreislauf der Intensivmedizin wieder raus? Was sie alles reinlassen, schadet verschiedenen Organen. Dinge abzusetzen, finden die Verantwortlichen zu riskant. Aber an irgendeiner Stelle muss man doch ansetzen. Irgendwo muss man das Rad doch anhalten und in eine andere Richtung lenken. Ich denke, das ist alles so brillant mit der Forschung, den Ärzten, der Medizin. Jetzt ist die Zeit für Brillanz!