Watzke Ball- und Brauhaus

Kötzschenbrodaer Straße 1

Ein Brauhaus ist natürlich kein Gourmettempel. Trotzdem kann man im Watzke zünftig essen und wird kumpelhaft bedient. Dabei kommt es bei den Kellnern eher auf die zwischenmenschliche Ebene als auf die fachliche an. Dennin Sachen Beratung, Schnelligkeit, Höflichkeit ist hier noch Luft nach oben.Bei unserem ersten Testbesuch genießen wir eine gelungene Gänsebrust (12,90 Euro) und ein Würzfleisch (5,90 Euro), an dem es nichts zu loben oder zu meckern gibt. Beim zweiten Testbesuch, auch um die Mittagszeit, finden wir im gut besuchten Watzke nur ein Plätzchen auf einer Bank. Ein Platz zum „Sich-Beeilen-Wollen“, eine Mischung aus Barhocker, Fensterbank und einem an DDR-Kantinen erinnernden Stuhl mit dünnem, hartem Polster. Obwohl es erst Mittag ist, gibt es schon diverse Männergruppen, die in lautem Kneipenjargong, grölen, an einem Ecktisch wird sogar schon gesungen. Wir bestellen Pasta, in der Hoffnung, schnell fertig zu werden. Aber der Kellner kümmert sich lieber um die lautstarken Männergruppen.Wer laut ist, bekommt zuerst – und macht sicher auch den meisten Umsatz. Seine Haltung uns gegenüber bringt der Kellner klar zum Ausdruck: Wer kommt schon zum Pasta-Essen in ein Brauhaus. Zugegeben,er hat recht.Der Lärm nimmt zu, die hallende Akkustik in dem großen Raum tut ihr Übriges. Nach ein, zwei Bier erkennt man sicher eine gewisse Gemütlichkeit,die man mit vielen Freunden am Abend durchaus genießen kann. Für die Mittagspause ist ein Besuch im Watzke eher anstrengend. Und die Pasta lassen wir fast ungegessen stehen. Das war ganz klar die falsche Wahl!

Fazit: trotz allem ist das Watzke eine institution in Dresdenund besonders für Betriebsfeiern, tanzveranstaltungen undBierrunden mit vielen Freunden geeignet. Die deftigen speisensind in ordnung, der service wirkt studenten-aushilfsmäßig, istmit zunehmendem Biergenuss aber sicher passend