Hier wird man angelogen

Palais Bistro, Hotel Taschenbergpalais Kempinski, Taschenberg 3, 01067 Dresden

 

Ach, die gute alte Zeit - sie ist auch im Palais Bistro dahin. Was war das für ein desaströser Besuch! Ich betrat das komplett leere Restaurant und wurde von einer jungen Kellnerin zu einem Tisch gebracht. Kaum hatte ich es mir gemütlich gemacht, kam eine zweite Angestellte und bat mich, wieder aufzustehen. Der Tisch sei belegt. Wie bitte? Erstens war ich hier gerade platziert worden, zweitens stand hier kein Schild und drittens war ich der einzige Gast.

 

Sie erklärte, dass um 16.30 Uhr Gäste kommen würden. Ich erklärte, dass ich in einer Stunde fertig wäre. Ich hätte das auch geschafft. Es gab Brot mit Gänseschmalz, Wasser und 0,1 l Elbling (6,25 Euro) und ich bestellte eine Bouillabaisse (16 Euro) und einen Salat Nicoise (18 Euro). Der Salat war sehr gut und reichlich. Ich bat die Kellnerin, den halben Salat einzupacken, weil ich noch die Suppe hätte und schnell satt sei. Sie war irritiert. Logisch! Nun nahm das Chaos seinen Lauf, denn offensichtlich wurde daraufhin die andere Bestellung storniert und bis der Service und ich es bemerkten, saß ich eine gefühlte Ewigkeit. Ich wartete auf den zweiten Gang. Die Kellner warteten, dass ich gehen würde. Als wir das aufgeklärt hatten und die Bestellung erneut raus ging, rückte die Zeit, dass ich den Tisch verlassen musste, gefährlich nahe. Ich geriet unter Druck.

 

Der Service eigentlich nicht, denn ich war immer noch der einzige Gast. Die Damen unterhielten sich, dennoch lag das alte, be- nutzte Besteck vom Salat im- mer noch mitten auf dem Tisch. Endlich kam meine Bouillabaisse mit Garnele, Jacobsmuschel und - wie die Kellnerin auf meine Frage verriet - Zander. Die Garnele war so groß, dass ich ein Messer bestellen musste. Als das serviert wurde, wies ich auf das schmutzige Besteck vom Salat hin. Der Service war genervt. Das schmutzige Besteck blieb liegen.

 

Inzwischen war meine gebilligte Aufenthaltsdauer an meinem Tisch schon zehn Minuten überschritten. Ich bot an, zu wechseln und fragte nach den erwartenden Gästen. „Ich habe Ihnen eine falsche Zeit gesagt“, meinte die Angestellte, die die Attitude einer frisch ernannten Restaurantleiterin hatte. „Das mache ich immer, um genug Zeitpuffer zu haben.“ Das fand ich nicht nett. Ich lasse mich nicht gern belügen. Ich bestellte die Rechnung und zahlte bei einem Betrag von 37,50 Euro glatte 40 Euro mit Karte. Es dauerte nicht lange und die wahrscheinlich Frischernannte kam zurück. „Sie müssen noch 6,25 Euro mehr zahlen.“ Sie meinte, sie hätte mir den falschen Betrag auf der Rechnung gezeigt, weiter unten stand 43,75 Euro. Dabei hatte sie mir die Summe auch noch laut und deutlich gesagt gehabt. Also musste ich noch 5 Euro mit der Karte nachbezahlen, was meine Buchhaltung ärgern würde und die Bank freuen, die pro Zahlung eine Gebühr kassiert. Ich wies die Servicekraft darauf hin und es kam nur ein: „Echt, wirklich?“ statt einer Entschuldigung.

 

Was nicht kam, waren die angekündigten Gäste für meinen Tisch. Im Übrigen kam überhaupt kein anderer Gast. Als ich mit der Rechnung ging und einen Blick darauf warf, musste ich dann schon mal lächeln. Mein Name war oben aufgedruckt. Ich war „Frau Frühstück“. Meine Buchhaltung würde ausflippen - wer bitte soll das sein? Und das schmutzige Besteck vom ersten Gang blieb übrigens bis zum Schluss mitten auf dem Tisch liegen.

 

Fazit: Äußerst unprofessioneller und unfreundlicher Service, der die Gäste anlügt. Für eine Person (45 Euro) für einen späten Lunch kann man erwarten, dass man netter bedient wird. Ein rundum ärgerlicher Besuch. Früher war es viel besser. Die gute alte Zeit...