- Oktober 07, 2026
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Bayern ist ein Land der Engagierten. Mehr als 40 Prozent der über 14-Jährigen, also etwa 5 Millionen Menschen, sind in Bayern ehrenamtlich tätig. Das Ehrenamt ist damit eine tragende Säule des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Insbesondere in Sportvereinen, Feuerwehren und Rettungsorganisationen engagieren sich viele Menschen freiwillig, übernehmen Verantwortung und stärken damit Gemeinschaft, Gesundheit und Sicherheit.
Allein im Bereich des Sports sind laut dem Bayerischen Landes-Sportverband (BLSV) mit seinen über 11.500 Sportvereinen, dem Bayerischen Sportschützenbund mit seinen 4.500 Vereinen sowie dem Oberpfälzer Schützenbund mit etwa 300 Vereinen rund 365.000 ehrenamtlich Engagierte aktiv. Von den über 450.000 Einsatzkräften bei Feuerwehren, freiwilligen Hilfsorganisationen und dem Landesverband Bayern des Technischen Hilfswerks (THW) engagiert sich der Großteil ehrenamtlich. Kein anderes Bundesland in Deutschland hat eine ähnlich hohe Ehrenamtsquote. Derzeit sind in Bayern in den knapp 7.400 Freiwilligen Feuerwehren rund 320.000 Personen ehrenamtlich tätig. Hinzu kommen rund 115.000 ehrenamtliche Einsatzkräfte bei den freiwilligen Hilfsorganisationen sowie knapp 15.000 Ehrenamtliche beim THW. Die enorme Zahl an Ehrenamtlichen ist dabei ein Garant für das Funktionieren der Sportvereine in sportlicher wie in gesellschaftlicher Hinsicht sowie das hohe Sicherheitsniveau in Bayern. Es ist deshalb Ziel der Bayerischen Staatsregierung, das Ehrenamt und bürgerliche Engagement auch in Sportvereinen, Feuerwehren und Rettungsorganisationen zu stärken.
Unter dem Motto „Starkes Ehrenamt – Starkes Bayern“ wird der Sport mit einem gezielten Maßnahmenpaket unterstützt: Zusätzlich zur Förderung der Sportvereine und -verbände mit jährlich über 100 Millionen Euro wurden auf wesentliche Initiative Bayerns der Übungsleiterfreibetrag auf 3.300 Euro und die Ehrenamtspauschale auf 960 Euro erhöht. Mit einer bayerischen Bundesratsinitiative vom 9. September 2026 (BR-Drs. 517/26) werden weitere steuerliche Entlastungsmaßnahmen vom Bund gefordert, so z.B. die Anhebung der Besteuerungsgrenze für wirtschaftliche Geschäftsbetriebe (Vereinsfeste, Bewirtung etc.) von 50.000 auf 100.000 Euro oder auch die Abschaffung der Pflicht zur zeitnahen Mittelverwendung.
Sportvereine werden mit der Initiative „Digital Verein(t) in Bayern“ und einer geförderten Digitalisierungsstrategie des BLSV bei der Digitalisierung der Vereinsarbeit unterstützt – und das Projekt „Sport schafft Heimat“ des BLSV zur Integration Geflüchteter in Sportvereinen wurde mit einer Förderung von jährlich 200.000 Euro ins Leben gerufen. Besondere Verdienste um den Sport in Bayern werden außerdem jährlich mit dem Bayerischen Sportpreis des Ministerpräsidenten sowie alle zwei Jahre vom Bayerischen Sportminister mit einer Ehrenmedaille gewürdigt.
Im Bereich der Feuerwehren und Rettungsorganisationen unternimmt die Staatsregierung große Anstrengungen, um den hohen Standard bei der Ausbildung und Ausrüstung weiter zu verbessern und die Rahmenbedingungen optimal zu gestalten. Zur Unterstützung der Wasser-, Berg- und Höhlenrettung erstattet der Freistaat mit zuletzt 21 Millionen Euro in den Jahren 2024 und 2025 die Kosten bestimmter Ausrüstungsgegenstände wie Einsatzfahrzeuge und Rettungsboote.
Das hohe Investitionsniveau im Bereich des Katastrophenschutzes wurde auch im Doppelhaushalt 2026/2027 mit einem Haushaltsansatz von insgesamt rund 81 Millionen Euro fortgeschrieben. Seit 2011 investierte der Freistaat außerdem mehr als 140 Millionen Euro in den Ausbau der drei Staatlichen Feuerwehrschulen. Dadurch konnte das Lehrgangsangebot massiv ausgebaut und die Zahl der Lehrgangsplätze von rund 10.000 im Jahr 2013 auf über 21.000 im Jahr 2025 gesteigert werden. Für die Ausbildung fördert der Freistaat Bayern den Bau des Bergwacht-Zentrums, das seit 2024 zum Bayerischen Zentrum für Alpine Sicherheit (BayZAS) weiterentwickelt wird, mit bis zu 15 Millionen Euro, sowie die Errichtung, Erweiterung und den Betrieb des Zentrums für besondere Einsatzlagen (BayZBE) mit bis dato rund 37 Millionen Euro.
Zusätzlich verleiht Bayern seit 2013 Ehrenzeichen an Einsatzkräfte im Bevölkerungsschutz für 25 und 40 und seit 2018 für 50 Jahre aktive Dienstzeit, finanziert seit 2014 im Bereich der Feuerwehren für langjähriges ehrenamtliches Engagement einwöchige Aufenthalte im Feuerwehrerholungsheim in Bayerisch Gmain und zeichnet seit 2018 Unternehmen als „Ehrenamtsfreundlicher Betrieb“ aus.