Eine neue Ausstellung präsentiert das Lebenswerk des Moritzburger Künstlers Karl Timmler

Mehr als fünf Jahrzehnte seines Schaffens
Der Maler, Grafiker und Keramiker Karl Timmler wäre am 8. Februar 2006 100 Jahre alt geworden. Karl Timmler, seine Familie und die ST Treuhand Lincke & Leonhardt KG verbindet eine langjährige gemeinsame Arbeit. „Aus diesem Grunde ist es uns ein Bedürfnis, ihm eine Ausstellung zu widmen, eine Zeit, die wir gemeinsam gingen“, so die Partner. Gezeigt werden Ölbilder, Aquarelle und Grafiken, die mehr als fünf Jahrzehnte seines Schaffens verdeutlichen.

Umfangreiches Gesamtwerk
Obwohl der 1996 verstorbene Karl Timmler ein umfangreiches Gesamtwerk hinterlassen hat, fällt sein Name in der Öffentlichkeit heute nur noch selten. Dieser geringe Bekanntheitsgrad steht im Gegensatz zu seiner künstlerischen Bedeutung. Der aus dem schlesischen Liegnitz stammende Karl Timmler besuchte nach einer Lehre als Elektromotorenbauer von 1931 bis 1938 die Dresdner Kunsthochschule.

Eisenberger Windmühle
Ein Jahr später erwarb er aus einer Konkursmasse die in Moritzburg gelegene Eisenberger Windmühle und baute sie bis 1947 mit der Unterstützung von Freunden aus. Diese Windmühle stellte fortan den Mittelpunkt seines Daseins dar, dort lebte und arbeitete er. In Prag hatte er 1944 als Soldat Maja Fraaß, die Tochter des Malers Erich Fraaß, geheiratet – und blieb mit ihr bis zu seinem Tode zusammen. Nach dem Krieg war Karl Timmler für die Restaurierung des Moritzburger Fasanenschlösschens verantwortlich.

„Man muß für eine Sache brennen, sonst kann man sie aufgeben."
In den folgenden Jahrzehnten schuf er mehr als 2000 Werke, die sowohl von hohem handwerklichen Können als auch von sensiblem künstlerischen Gespür zeugen. Daneben entstanden eine Vielzahl keramischer Arbeiten, die bis zur Innenausgestaltung von Gaststätten sowie Kultur- und Freizeiteinrichtungen reichten. Die in den 1970er- und 1980er-Jahren heimlich unternommenen Reisen durch Südeuropa fanden ihren Niederschlag in einer Vielzahl von Bildern und Grafiken, konnten jedoch erst nach dem Ende der DDR öffentlich gezeigt werden.
Sein Schaffen hatte Karl Timmler einmal so charakterisiert: „Es darf nie beim Wollen bleiben – das Machen ist entscheidend. Nur unermüdliche Arbeit führt zum Erfolg in der Malerei. Man muss für eine Sache brennen – sonst kann man es aufgeben.“

Autor: Hans-Holger Malcomeß ("Disy men" Herbst 2006)

 

ANDERE STIMMEN ÜBER KARL TIMMLER

„Seine Werke repräsentieren innerhalb der Dresdner Kunst eine besondere Position. Er war hier mit erstaunlicher Konsequenz ein Maler des sinnlich Elementaren. Gefühlstiefe, malerische Qualität und handwerkliche Gewissenhaftigkeit waren bestimmende Merkmale seiner Malerei. Auch als Zeichner war Karl Timmler entschlossener Realist.“
(Gert Clausnitzer 1996)

„Nicht die Prominenten dieser Welt malte Karl Timmler. Sie waren weit weg von Moritzburg. Seine Motive fand er hier – in der Teichlandschaft, in den stillen Straßen und in den einfachen Menschen.“
(Wolfgang Zimmermann 1996)

„Durch seine berufliche Laufbahn vor dem Studium war er immer zu exakter Arbeit angehalten worden. Das spiegelt sich auch in seinem Künstlerleben wider. Harte Selbstdisziplin, die Arbeit vor Ort bei jeder Witterung – kaum im Atelier –, lassen seine Bilder immer die eingefangene Frische und Lebendigkeit der Farben ausstrahlen. Seine Stärke lag im schnellen Erfassen, genauen Beobachten und sofortigen Umsetzen als Motiv.“
(Andreas Timmler 2003 über seinen Vater Karl Timmler)

 

Die Ausstellung „Karl Timmler zum Hundertsten. Ein Malerleben“ wurde am 20. September 2006 eröffnet und kann während der Geschäftszeiten besichtigt werden.
Adresse: ST Treuhand Lincke & Leonhardt KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Lockwitzer Straße 17, 01219 Dresden, 2. Etage, Tel. 0351-46700, www.st-treuhand.de

 

Seit dem Umzug der ST Treuhand Lincke & Leonhardt KG auf die Lockwitzer Straße 17 bietet die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft gemeinsam mit dem Verein bildender Künstler und Kunstfreunde „KUNST DER ZEIT“ den Künstlern Möglichkeiten der Präsentation ihrer Exponate. Nachfolgend sind einige Ausstellungen der letzten Jahre genannt:
Viola Schöpe: „Brasil – France – Mali“
  Malerei und Arbeiten auf Papier
  (Vernissage: 25. Januar 2006)
Detlef Schweiger:
  Malerei, Collage, Zeichnung, Grafik
  (Vernissage: 27. April 2005)
Walter Herzog: Grafik und Zeichnung
  (Vernissage: 3. November 2004)
Andreas Garn: Grafik, Malerei, Zeichnung
  (Vernissage: 28. April 2004)
Frank Panse: Malerei und Grafik
  (Vernissage: 10. Dezember 2003)
• Katharina Kretschmer, Christiane Latendorf, Kenn-Woo-Lee, Katharina Seidlitz, Claudia Thieme: Junge Kunst in Sachsen – Kunstpreis 2002 (Vernissage 7. Mai 2003)
Harald Wolff
  (Vernissage: 5. Juni 2002)

Fotis Zaprasis: Malerei und Grafik
  (Vernissage: 30. Januar 2002)

Andreas Dress: Malerei und Grafik
  (Vernissage: 5. September 2001)

 

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