Trockene Augen

Apotheker Christian Flössner über die Ursachen von trockenen Augen und deren Entgegenwirken. Trockene Augen sind eine weit verbreitete Funktionsstörung des Auges: Der Tränenfilm kann die Oberfläche des Auges nicht mehr ausreichend benetzen und die Augen brennen und sind gerötet.

Was sind die Ursachen?
Umwelteinflüsse, wie klimatisierte und zentral geheizte Räume, Luftverschmutzung und bestimmte Wetterbedingungen wie niedrige Luftfeuchtigkeit und Wind sind für das trockene Auge verantwortlich. Weitere Gründe sind fortgeschrittenes Alter, hormonelle Veränderungen, bestimmte Medikamente (z. B. Anti-Baby-Pille, Betablocker) und Erkrankungen (z. B. Rheuma, Diabetes), die schwerere Formen des trockenen Auges hervorrufen. In der Umgangssprache werden „überarbeitete“ oder „überanstrengte“ Augen auch als Müde Augen bezeichnet. Müde Augen sind aktivitätsbedingt: Beim konzentrierten Arbeiten wird nicht oft genug geblinzelt, der Tränenfilm kann sich nicht regenerieren. Der Tränenfilm ist für die Befeuchtung des Auges wichtig. Wird er über längere Zeit nicht wiederhergestellt, kommt es zu Müden Augen.

Was sind die Symtome?
Trockene Augen sind an folgenden Symtomen zu erkennen:
• Ihre Augen brennen und sind
   gerötet.
• Sie haben das Gefühl, dass
   ein Fremdkörper oder Sand in
   Ihren Augen ist.
• Ihre Augen tränen scheinbar
   grundlos.
• Ihre Lider sind morgens verklebt.
• Ihre Augen werden schnell müde.
• Sie haben ein Trockenheitsgefühl
   in den Augen.

Dann haben Sie sehr wahrscheinlich trockene Augen.

Wer ist betroffen?
Menschen mit einer reduzierten Blinzelrate in langen Phasen der Konzentration (z. B. Computerarbeit, Lesen, Auto fahren) und Kontaktlinsenträger, insbesondere nach längeren Tragephasen. Das Erscheinungsbild des sog. „roten Auges“ wird durch die Kapillargefäße in der Bindehaut hervorgerufen, die sich erweitern und mit Blut füllen. Dies ist eine häufige Reaktion auf eine Reizung und Entzündung. Dieses Erscheinungsbild, das manchmal mit Schleimabsonderung aus dem Auge einhergeht, wird allgemein als Bindehautentzündung bezeichnet.

Was sind die Ursachen des roten Auges?
Eine Bindehautentzündung kann durch eine Reihe verschiedener Faktoren hervorgerufen werden, z. B.:

• Reizung durch Zugluft,
   Rauch oder chlorhaltiges
   Wasser
• Einwirken eines Fremd-
   körpers/Trauma
• Trockene Augen durch Ver-
   dunstung der Tränenflüssigkeit
• Tragen von Kontaktlinsen
• Allergien, z.B. Heuschnupfen
• Infektionen, z.B. durch
   Bakterien

Der Tränenfilm ist eine fließende Schicht aus Wasser, öligen Substanzen und Nährstoffen und bedeckt die äußere Augenoberfläche.
Der Tränenfilm dient mehreren Zwecken:
• Der Tränenfilm versorgt die Hornhaut mit Sauerstoff, Glukose, Salzen und Mineralien.
• Er sorgt für eine glatte optische Oberfläche, sodass die Lichtstrahlen optimal in das
   Auge eintreten können und wir klare Sicht haben.
• Die Tränen befeuchten die Hornhaut und die Augenlider, verhindern eine Austrocknung
   und sorgen dafür, dass die Augenlider reibungslos über die Hornhaut gleiten können.
• Der Tränenfilm fängt Fremdkörper und spült sie aus dem Auge.
• Antibakterielle Enzyme in der Tränenflüssigkeit greifen schädliche Bakterien an, die
   sich auf der Augenoberfläche befinden.

Was hilft gegen trockene Augen?

Künstliche Tränen helfen     
Nach einer Abklärung der Ursachen durch den Augenarzt reicht zur Therapie meistens der Ersatz der Tränenflüssigkeit durch Tropfen, sogenannte „künstliche Tränen“. Bei Vitamin-A-Mangel kann ebenfalls eine Substitution sinnvoll sein. In manchen Fällen, wenn die Symptomatik nicht anders in den Griff zu bekommen ist, kann die Verödung oder der Verschluss der Tränenpünktchen Linderung bringen. Dadurch wird der Abfluss der Tränenflüssigkeit behindert.
Das Eintropfen ins Auge geht am besten in entspannter, sitzender Haltung. Der Kopf kann z. B. nach hinten an eine Stuhllehne gelehnt werden. Die Augen sehen nach oben und leicht zur Seite. Jetzt mit einer Hand das Unterlid leicht abheben und in die Spalte einen Tropfen Tränenersatzflüssigkeit träufeln. Fertig.

Tipps zur Selbsthilfe


• Sorgen Sie in der Heißperiode für ausreichende Luftfeuchtigkeit, indem Sie feuchte Tücher
   auf die Heizung legen. Verwenden Sie keine elektrischen Luftbefeuchter. Ebenso wie
   Flüssigkeitsbehälter, die vor die Heizung gehängt werden, sind sie häufig ein Tummelplatz
   für Bakterien und Schimmelpilzsporen. Wer „nur“ unter trockenen Augen leidet, kann davon
   zwar nicht beeinträchtigt sein, aber bei Allergikern kann das zu einem Schub führen.
• Zugluft oder Luftstrom aus Klimaanlagen und Gebläsen sollten Sie meiden. Insbesondere
   sollten Gebläse nie auf das Gesicht gerichtet werden.
• Tragen Sie bei bestimmten Sportarten Schutzbrillen, z. B. beim Schwimmen, Radfahren,
   Squash, Skifahren etc.
• Meiden Sie Qualm und Rauch und rauchen Sie nicht.
• Legen Sie bei Bildschirmarbeit öfter Arbeitspausen ein und entspannen Sie die Augen
   ganz bewusst. Blinzeln Sie häufiger.