• Dezember 19, 2021
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KALAVRYTA. Das Hörspiel

 

Am 13. Dezember, dem Jahrestag des größten Massakers auf dem Peloponnes durch die deutsche Wehrmacht, veröffentlicht die Landeszentrale für politische Bildung das 30-minütige Hörspiel „Kalavryta“.

 Das Hörspiel thematisiert ein als „Rachefeldzug“ getarntes Massaker der deutschen Wehrmacht in der Gegend von Kalavryta, einer griechischen Kleinstadt im Norden des Peloponnes, im Jahr 1943. Viele hundert Zivilisten ab 14 Jahren wurden dort ermordet.

Im Oktober 1943 waren rund 80 deutsche Soldaten bei Kalavryta von Partisanen gefangengenommen und später erschossen worden. Die 117. Jäger-Division begann daraufhin „schärfste Sühnemaßnahmen“ und Vergeltungsaktionen gegen die Zivilbevölkerung. Diese hatten zur Folge, dass Kalavryta, weitere 22 Ortschaften sowie drei Klöster zerstört wurden. Nach Zählungen der Wehrmacht wurden 676 Zivilisten exekutiert. Die Plünderungen und Zerstörungen hinterließen Krankheiten und Hungersnot. Zu den zerstörten Orten gehörte auch das hellenistische Nationalheiligtum Agia Lavra, wo 1821 der Überlieferung zufolge der Befreiungskrieg gegen das Osmanische Reich ausgerufen worden war.

 Sprecherinnen und Sprecher sind u. a. der Schauspieler Rolf Becker und die Schauspielerinnen Sylvia Wempner und Sabine Waffender. Den erzählerischen Rahmen bietet die Darstellung von Franzeska Nika, die das Massaker überlebt hatte. Regie führten Constantin Gröhn und Lasse Marc Riek.

In Zusammenarbeit mit der kirchlichen Gedenkstättenarbeit Neuengamme/Ev.-Luth. Kirchenkreis Hamburg-Ost, dem Förderverein St. Johannis-Harvestehude und dem Mahnmal St. Nikolai ist das Hörspiel ab sofort kostenlos abrufbar unter: www.kalavryta-hoerspiel.de.