Gutes für's Herz - Hätten Sie's gewusst?

Herzzentrum Dresden geehrt

Die Privaten Krankenversicherungen bewerten bundesweit die Qualität der medizinischen Versorgung. Im Zuge dessen wurde auch das Herzzentrum Dresden bereits zum dritten Mal mit dem Gütesiegel der Privaten Krankenversicherungen ausgezeichnet. Bewertet wurde die Qualität der medizinischen Versorgung sowie die Ausstattung. Für die Vergabe des Gütesiegels ist eine weit über dem Durchschnitt liegende medizinische Qualität die Hauptvoraussetzung. Auch die Daten eines Onlineportals flossen mit in die Wertung ein. "Mit dem Siegel wird bestätigt, welche hervorragenden Leistungen unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erbracht haben. Zudem zeigt es, wie hoch unsere medizinischen Standards sind", sagte der Geschäftsführer Stefan Todtwalusch. Auch das Städtischen Klinikum Dresden-Friedrichstadt kann Erfolge aufweisen. Die Sanierung im Herz- und Gefäßzentrum und andere Verbesserungen sorgten für eine verringerte Sterblichkeit bei Herzinfarkt und Herzinsuffizienz.

Ein Wunderwerk der Natur?

Eigentlich hat jedes Organ unseres Körpers es verdient, als Wunderwerk der Natur bezeichnet zu werden. Dennoch ist man geneigt, vor den Leistungen des Herzens ganz besonders den Hut zu ziehen: Sagenhafte 100.000 Mal schlägt das Herz eines Menschen Tag für Tag. Die Pumpstation unseres Körpers sorgt unermüdlich dafür, dass jede Zelle mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt wird und passt sich dabei dem individuellen Bedarf an - je nachdem, ob wir schlafen oder gerade einen Marathon laufen.

Die Stresshormone senken!

Negativer Dauerstress kann richtig gefährlich werden. Dr. med. Thomas Breitkreuz, Chefarzt am Paracelsus-Krankenhaus Unterlengenhardt, betont, dass "Stress auch dem Herzen schaden und beispielsweise die Entstehung von Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems wie Herzinfarkt fördern kann." Breitkreuz weiter: "Der chronische Druck bedingt einen erhöhten Adrenalinausstoß, das Herz schlägt schneller, der Blutdruck steigt an. Folgt keine körperliche Aktivität als Gegenreaktion, können sich Stresshormone im Körper anreichern und die Stresstoleranz senken und einen negativen Kreislauf in Gang setzen." Stress lässt sich nicht völlig vermeiden. Daher muss ein Weg gefunden werden, mit Belastungen umzugehen, sodass der Körper gesund bleibt. Ein eigener Rhythmus und eine gute Balance zwischen Anspannung und Entspannung zu gesunder Ernährung und Sport sind wichtig.

Regelmäßig Spazierengehen!

Körperliche Inaktivität ist einer der bedeutendsten Risikofaktoren für eine Herzerkrankung. Menschen, die kaum oder gar nicht Sport treiben oder sich bewegen, haben ein nahezu doppelt so hohes Risiko, zu erkranken. Das berichtet die Coke-light-Initiative "Hör auf dein Herz". Bereits regelmäßiges Spazierengehen kann der Gefahr entgegenwirken.

Tipps für ein gesundes Herz

• Wer Übergewicht vermeidet, auf tierische Fette verzichtet und auf seinen Cholesterinspiegel achtet, tut sich und seinem Körper Gutes.
• Auch wenn es schwerfällt: Das Rauchen sollte man schnellstmöglich geben. Raucherentwöhnungskurse helfen dabei.
• Bluthochdruck sollte regelmäßig kontrolliert und nach den Anweisungen des Arztes behandelt werden. Stress sollte nach Möglichkeit vermieden werden. Ein guter Ansatz sind regelmäßige, gezielte Auszeiten.
• Wer regelmäßig Sport treibt, verbrennt Kalorien und hält den Kreislauf in Schwung.

Neues Verfahren aus Dresden Friedrichstadt

Die Aorta ist das Gefäß, das den größten Druck abbekommt. Etwa 40 von 100.000 Einwohnern erkranken jährlich an einem Aortenaneurysma, einer krankhaften Erweiterung der Schlagader. Die Gefäßchirurgie in Dresden-Friedrichstadt bietet als eines der ersten in ganz Deutschland ein verbessertes Verfahren zur Behandlung dieser Krankheit. Normalerweise erhält der Patient eine Aortenstens, ein Zylinder aus Drahtgeflecht, der mit einer Gefäßprothese ummantelst ist. Im Lauf der Zeit kann sich eine solche Prothese durchaus verschieben oder auch undicht werden. Mit einem neuen Verfahren - der "Verschraubung" der Prothese mit der Schlagader - werden diese Komplikationen auf lange Sicht deutlich reduziert. Es kommt das sogenannte HeliFX® zum Einsatz: Dieses System bietet die Möglichkeit einer Verschraubung der eingesetzten Gefäßprothesen untereinander oder des Stents mit der Gefäßwand. "Hierbei handelt sich um spiralförmige Kleinstschrauben aus einer Kobalt-Chrom-Nickellegierung (Elgiloy), die über ein spezielles Applikationssystem in den im Körper liegenden Stent eingebracht werden", erklärt Dr. Felicitas Zimmermann, Chefärztin der Klinik für Gefäßchirurgie am Friedrichstädter Haus.

Das Herz pumpt 25 Liter Blut pro Minute

Pro Minute pumpt das Herz eines Erwachsenen rund fünf Liter Blut durch den Körper. Bei großer Anstrengung können es durch schnelleren Puls und größere Herzkraft bis zu 25 Liter werden. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass jede Körperzelle mit genügend Nährstoffen und Sauerstoff zur Energiegewinnung versorgt wird, denn im Blut sind diese Stoffe gelöst. Auf dem Rückweg von den Zellen transportiert das Blut Kohlendioxid und Abbauprodukte des Stoffwechsels zu Lunge und Leber, bevor es erneut vom Herzen auf die Reise durch die Gefäße geschickt wird.

Ruhig Blut

"Weltweit ist Bluthochdruck der wichtigste Risikofaktor für lebensgefährliche Erkrankungen wie Schlaganfall und Herzinfarkt", sagt Professor Dr. med. Reinhold Kreutz, Leiter am Institut für Klinische Pharmakologie und Toxikologie der Charité, Universitätsmedizin Berlin. Doch um verlässliche Werte zu erhalten, empfiehlt es sich, selbst zu messen. "Bei Effekten wie dem Weißkittel-Hochdruck oder auch bei einer maskierten Hypertonie sollten weitere Messungen und Verlaufsbeobachtungen aber unbedingt die Werte aus der Praxis ergänzen." Beim Weißkittel-Hochdruck steigt der Bluthochdruck nur, weil er vom Arzt gemessen wird. Zu Hause sind die Blutdruckwerte noch im Normbereich - doch kaum misst der Arzt den Blutdruck in Klinik oder Praxis, steigen die Werte. Das Erstaunliche: Bedienen Arzthelferinnen, Krankenschwestern oder andere Menschen das Messgerät, können die Werte trotz der gleichen klinischen Atmosphäre deutlich niedriger ausfallen.

Welche Musik beruhigt das Herz?

Jeder Komponist und jede Kompositionsform hat unterschiedliche Effekte auf das Herz-Kreislauf-System. So sind insbesondere Bach, Mozart, Händel, Corelli, Albinoni und Tartini bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen empfehlenswert. Eine Studie mit 60 Probanden an der Universitätsklinik Marienhospital Herne unter Professor Trappe zeigte, dass beispielsweise Bachs Orchesterstudie Nr. 3 den Blutdruck um durchschnittlich 7,5 zu 4,9 mmHg senkt, also von beispielsweise 140 zu 90 mmHg auf rund 132 zu 85 mmHg. Auch die Herzfrequenz sank um etwa sieben Schläge pro Minute. Nach der Beschallung stiegen der Blutdruck und die Herzfrequenz bei den Teilnehmern hingegen wieder an.

Magnesiumzufuhr kann Herzrhythmusstörungen senken

In den vergangenen Jahren sind eine Reihe großer Untersuchungen veröffentlicht worden, die nahelegen, dass ein erhöhter Verzehr von Magnesium das Risiko für Herz- und Gefäßerkrankungen senken kann. "Insbesondere das Auftreten von Herzrhythmusstörungen, einer der häufigsten Ursachen für plötzlichen Herztod, wird mit einer geringen Magnesiumzufuhr verbunden", bestätigt Professor Dr. Jürgen Vormann, Leiter des Instituts für Prävention und Ernährung (IPEV). Wie die ARIC-Studie an 14.000 Teilnehmern aus den USA gezeigt habe, sei bei hoher Magnesiumkonzentration im Blutserum das Risiko für den plötzlichen Herztod um 55 Prozent geringer. Da die Ernährung oft nur unzureichende Mengen an Magnesium enthält, rät Professor Vormann dazu, die Zufuhr durch eine Auswahl an geeigneten magnesiumreichen Lebensmitteln wie Vollkornprodukten, Nüssen und Gemüse zu erhöhen.Sollte dies nicht in ausreichendem Maße möglich sein, ist die ergänzende Einnahme von Magnesium in Form von gut verträglichem und rasch bioverfügbarem Magnesiumcitrat empfehlenswert. Senkt man den Bluthochdruck dauerhaft um 20 mmHg systolisch (oberer Wert) und 10 mmHg diastolisch (unterer Wert), verringert sich das Risiko in den folgenden 10 Jahren an einer schweren Herz-Kreislauf-Komplikation zu erkranken, um etwa 50 Prozent.