Alles Wissenswerte über Bluthochdruck

Die im Volksmund als Bluthochdruck bezeichnete Krankheit Hypertonie betrifft laut einer Studie des Robert-Koch-Institutes rund 35 Millionen Deutsche. Davon weiß nur jeder zweite, also ca. 17,5 Millionen, überhaupt von der Erkrankung und nur 7 Millionen, also circa 40% der Betroffenen, lassen sich behandeln. Erschreckende Zahlen, wenn bedacht wird, dass Hypertonie im schlimmsten Fall zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen führt, die häufigste Todesursache der Deutschen. Inzwischen sind immer mehr Kinder und Jugendliche von Hypertonie und den Folgekrankheiten betroffen. Laut der World Health Organisation (WHO) wird 2030 jeder vierte Deutsche an einem Schlaganfall oder Herzinfarkt, beides Spätfolgen von Bluthochdruck, sterben. Dabei lässt sich die Krankheit gut und frühzeitig diagnostizieren und behandeln.

 

Nach Schätzungen haben in Deutschland zwischen 18 und 35 Millionen Menschen einen zu hohen Blutdruck. 30 bis 40% der erwachsenen Bevölkerung haben in Deutschland einen hohen Blutdruck. Ab 60 hat jeder Zweite einen zu hohen Blutdruck. Bei Menschen im hohen Alter sind es 80-90%.

Wann messen?

Der Blutdruck sollte mindestens 1x bei Schuleintritt, im Jugendalter und im frühen Erwachsenenalter gemessen werden.

 

  • Ab dem 30. Lebensjahr, wenn in der Familie (Geschwister,Eltern oder Großeltern) bereits Bluthochdruck aufgetreten ist,
  • sonst ab dem 40. Lebensjahr jährlich,
  • ab dem 50. Lebensjahr halbjährlich.

Wie misst man den Blutdruck richtig?

  • 5 Minuten entspannt sitzen, vor der Messung kein Alkohol, Kaffee oder Medikamente,
  • Manschette des Blutdruckgeräts in Herzhöhe,
  • zweimal in Abständen von einer Minute messen, der zweite Wert hat größeres Gewicht.

Bei Handgelenkmessung vergleichen Sie die Werte mit den am Oberam gemessenen Werten beim Arzt. Weichen sie systolisch über 10 mmHg und diastolisch über 5 mmHg ab, ist dieses Handgelenk-Messgerät für Sie nicht geeignet.

Wann ist der Blutdruck zu hoch?

Der optimale Blutdruck liegt bei etwa 120/80 mmHg.    
     
  systologisch (mmHg) diastologisch (mmHg)
normaler Blutdruck: 120 - 129 80 - 84
hochnormaler Blutdruck: 130 - 139 85 - 89
Grad 1 – leichter Bluthochdruck: 140 - 159 90 - 99
Grad 2 – mittelschwerer Bluthochdruck: 160 - 179 100 - 109
Grad 3 – schwerer Bluthochdruck: über 180 über 110

Durchhalten ist die Devise

"Blutdruckmedikamente stoßen häufig auf Widerstand wegen der gefürchteten Nebenwirkungen", berichtet Prof. Dr. med. Thomas Meinertz, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung. Treten am Therapiebeginn Schwindel, Müdigkeit, Abgeschlagenheit oder depressive Verstimmungen auf, brechen viele die Therapie ab. Diese Beschwerden können durch eine langsame Senkung und eine Gewöhnung des Körpers an den niedrigeren Blutdruck zum großen Teil vermieden werden. Meinertz mahnt: "Der Nutzen der blutdrucksenkenden Medikamente ist angesichts der katastrophalen Folgen eines unbehandelten Bluthochdrucks, nämlich Schlaganfall, Herzinfarkt, Herzschwäche, Herzrhythmusstörungen, derart überzeugend, dass eine Entscheidung für die Therapie nicht schwerfallen sollte."

Disy-Tipp

Die Broschüre der Deutschen Herzstiftung "Bluthochdruck heute - Lebensstil, Medikamente, neue Verfahren" informiert auf 88 Seiten laienverständlich über den heutigen Stand der Medizin, Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten bei Bluthochdruck. In dem Band erhalten Patienten wertvolle Tipps für den Umgang mit hohem Blutdruck. Der Ratgeber ist gegen 3 EUR in Briefmarken erhältlich bei: Deutsche Herzstiftung e.V., Vogtstr. 50, 60322 Frankfurt.