Auch im Alter gesund bleiben

Viele Krankheiten und Beschwerden haben ihre Ursachen in einem ungesunden und riskanten Lebens- oder Verhaltensmuster. Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum, Fehlernährung und Bewegungsmangel sind nur einige der Risikofaktoren, die für die „modernen“ Volkskrankheiten wie Bluthochdruck, Allergien, Diabetes Typ 2 und Adipositas ursächlich sind. Sozioökonomische Faktoren wie Einkommen, Bildung, Wohnort oder Beruf können ebenfalls auf das gesundheitliche Wohlergehen des Einzelnen Einfluss nehmen. Aber auch die Beteiligung an Vorsorgeuntersuchungen und präventive Maßnahmen zur Gesunderhaltung spielen eine wesentliche Rolle für die individuelle Gesundheit. Aussagen zur Teilnahme älterer Menschen an präventiven bzw. gesundheitsförderlichen Maßnahmen und Programmen können aufgrund fehlender repräsentativer Daten nicht getroffen werden. In den folgenden Abschnitten wird sich daher auf vorliegende Daten beschränkt.

Übergewicht und Rauchen

In Dresden spielt bei der Selbsteinschätzung des Gesundheitszustandes laut der letzten Kommunalen Bürgerumfrage vor allem das Übergewicht eine zentrale Rolle (Kommunale Bürgerumfrage, 2011). 18 Prozent der 55- bis 64-Jährigen, 25 Prozent der 65- bis 74-Jährigen und immerhin noch 15 Prozent der über 75-Jährigen sehen in ihrem Gewicht ein Gesundheitsproblem. Daten des Statistischen Landesamtes verdeutlichen, dass ältere Bürgerinnen und Bürger überwiegend Nichtraucher sind (Statistisches Landesamt, 2011g). Etwa 77,4 Prozent der 50 bis 55 Jährigen sowie mehr als 94 Prozent der über 65 Jährigen geben an, Nichtraucher zu sein. Dabei ist der der Anteil an Nichtraucherinnen etwas höher.

In Bewegung bleiben

Körperliche Aktivität ist eine Präventionsmaßnahme gegen Übergewicht und koronare Erkrankungen sowie eine allgemeine Maßnahme zur Erhaltung der körperlichen Fitness wie auch Gesundheitsförderung. Die Mitgliedschaft in Sportvereinen bei den über 61-Jährigen hat sich in Dresden seit 1992 mehr als verdoppelt. Diese Altersgruppe macht damit über 17 Prozent aller Mitglieder aus. die Mitgliederzahlen steigen weiter. Im Vergleich der Jahre 2008 und 2011 zeigt sich diese Entwicklung insbesondere in der Altersgruppe der über 65-Jährigen mit einer anteilsmäßigen Steigerung um 1 Prozent (Kreissportbund Dresden 2011).

Andere Bewegungsangebote, wie die altersspezifischen Angebote der Senioren-Begegnungszentren oder gesundheitsfördernde Alltagsbewegung bieten sich für diese Altersgruppe als Alternative an. Die im Rahmen der Kommunalen Bürgerumfrage erhobenen Daten zur Nutzung von Senioren-Begegnungsstätten erlauben einen groben Überblick über die altersgruppenspezifische nicht-organisierte Alltagsbewegung. Deutlich wird in Bezug auf die Angebote der Senioren-Begegnungsstätten zum einen, dass nur ein geringer Prozentsatz der älteren Bürger Interesse am Angebot als solches beziehungsweise an den angebotenen Bewegungs- oder Bildungsmöglichkeiten zeigt (Kommunale Bürgerumfrage, 2008). Jedoch geben gerade bei den über 75-Jährigen viele der Befragten alters- beziehungsweise gesundheitliche Gründe dafür an, die Senioren-Begegnungsstätten nicht nutzen zu können.
     

Gesellschaftlich aktiv sein

Zum gesunden und aktiven Leben im Alter zählt auch die soziale Integration und gesellschaftliche Teilhabe. Gerade nach Beendigung des aktiven Berufslebens be-steht die Möglichkeit, sich stärker gesellschaftlichen Aufgaben zu widmen. Viele Senioren suchen deshalb neue Rollen jenseits des Erwerbslebens. Motive für gesell-schaftliches Engagement sind neben dem Pflegen sozialer Kontakte, Eingebundenheit in soziale Strukturen auch die Weitergabe von Wissen und Erfahrungen.

Voraussetzung ist, dass Strukturen und Zugangsmöglichkeiten vorhanden sind, gesellschaftliches Engagement und ehrenamtliche Tätigkeiten auszuüben. Diese Tä-tigkeiten stellen gerade im Sozialbereich, aber ebenso in den Feldern Sport, Kultur, Naturschutz, Denkmalpflege u. a. eine hohe Unterstützung dar. Die Übernahme vielfältiger Leistungen und Dienste sind denkbar. Um bestehende Angebote im Ehrenamt wahrnehmen und qualitätsgerecht ausführen zu können, bedarf es der Strukturen für lebenslanges Lernen. Viele Bürgerinnen und Bürger von Dresden engagieren sich im Ehrenamt. Am stärksten engagiert sich die Gruppe der 65- bis 74-Jährigen. Ein Drittel dieser Alters-gruppe übernimmt regelmäßig ehrenamtliche Aufgaben, wobei dies vor allem Tätigkeiten im sozialen bzw. gesundheitlichen Bereich sind. Ab 75 Jahren wird der Anteil der Menschen mit ehrenamtlichem Engagement geringer, aber immerhin ist noch ein Fünftel engagiert (Kommunale Bürgerumfrage, 2011).