DGG Einführung eines Facharztes

Es ist aktuell eines der wichtigsten Anliegen der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG): Die Einführungeines spezialisierten Facharztes Geriatrie! Nun hat sich der Bayerische Hausärzteverband öffentlich dazu geäußert.Er sieht die hausärztlichen Allgemeinmediziner durch deren Ausbildung ausreichend qualifiziert, um dem älteren Patientenin jeder Hinsicht gerecht zu werden. Dem widersprichtder DGG-Vorstand in einer direkten Stellungnahme. Gerade die Versorgung alter, oft mehrfacher krankter Menschen ist sehr komplex und daher auf Spezialisten angewiesen. Lesen Sie hier die Stellungnahme im Wortlaut:

 

„Aus Sicht der DGG besteht weiterhin der Bedarf, die geriatriespezifische Qualifikation der Ärzteschaft sachgerechter als bisher zuregeln. Sie hält daher weiterhin an der Einführung eines eigenständigen Facharztes Geriatrie fest.Das Altern bedingt umfangreiche Veränderungen von Organfunktionen,die zudem bei vielen Patienten mit Multimorbidität oder/und funktionellen Einschränkungen einhergehen. Die demographische Entwicklung und der rasch ansteigende Behandlungsbedarf von hochaltrigen und multimorbiden Patienten haben in den letzten Jahren zu einer deutlichen Zunahme von Fachabteilungen für Geriatriein Deutschland geführt. Für die Versorgung dieser Patientengruppe wurden spezifische Behandlungsformen etabliert, die akutmedizinische Behandlungsansätze mit rehabilitativen Konzepten verbinden.Fachwissen zum älteren Patienten muss unter allen ärztlichen Kollegen gefördert werden Unter anderem hat die wissenschaftliche Forschung in der Geriatrie einen wesentlichen Beitrag dazu geleistet, dieser Patientengruppe medizinisch besser gerecht zu werden.

 

Die Vielzahl der zu geriatrischen Themen international publizierten Fachartikel sowie das in den letzten Jahren rasch ansteigende Rankingwissenschaftlicher Zeitschriften mit geriatrischem Fokus sind Ausdruck des wachsenden Versorgungsbedarfs und damit der Bedeutung des Faches.Der deutliche Wissenszuwachs, die Besonderheiten des alten Menschen und die Bedeutung der Geriatrie für die Versorgunghochbetagter und multimorbider Patienten erfordern einen Facharzt für Geriatrie. Dieser ist auch notwendig,um die Geriatrie in der Weiterbildung von jungen Ärzten zukunftsfähig zumachen. Wenngleich das Fachwissen zum älteren Patienten unter allen ärztlichen Kollegen weiter gefördert werden muss, bedarf es zusätzlich des Spezialisten auf diesem Gebiet, da kein Kollege ein universelles Wissens zu allen Themen der Medizin besitzt.Kooperation zwischen Hausärzten und Geriatern ist im Sinne des Patienten Kooperation und Wertschätzung zwischen den Kollegen aller Fachrichtungen und eine wachsende Zahlspezifisch und umfangreich weitergebildeter Geriater ist eine Notwendigkeit,die aufgrund der spezifischen Entwicklung des Faches nur im Sinne des geriatrischen Patienten sein kann. Auch die DGG lehnt wie der Bayerische Hausärzteverband eine sektorale Untergliederung durch die Einführung einer „Ambulanten-Zusatzweiterbildung“ab. Vielmehr muss die bereits bestehende Grundkompetenz der Hausärzte durch gezielte Fort und Weiterbildungen weiter gestärkt und durch eine bundesweit einheitliche Zusatzbezeichnung bzw. Facharzt Geriatrie darüber hinaus gehend ergänzt werden.“