Wann haben Sie Ihre letzte Impfung bekommen?

Viele Erwachsene achten zu wenig auf die Vollständigkeit ihres Impfschutzes und gehen damit ein hohes Risiko ein. Während der vergangenen Jahre wurde die Notwendigkeit von regelmäßigen Impfungen und Auffrischungen bei Kindern immer wieder betont, der Impfschutz bei Erwachsenen hingegen oft vernachlässigt. Alle Personen sollten über einen ausreichenden Impfschutz verfügen. Dies gilt besonders auf Reisen. Dazu gehört eine vollständige Grundimmunisierung.

 

Jeder Erwachsene in Deutschland sollte in seinem Leben mindestens dreimal gegen Diphtherie, Tetanus und Poliomyelitis geimpft worden sein. Der Impfschutz gegen Diphtherie und Tetanus muss alle zehn Jahre aufgefrischt werden, gegen Polio sollte mindestens eine Auffrischimpfung gegeben worden sein. Außerdem ist empfohlen, mit der nächsten fälligen Impfung gegen Diphtherie und Tetanus auch eine Keuchhustenimpfung zu geben (Kombinationsimpfstoff). Seit 2010 ist die Impfung gegen Masern für alle Erwachsenen empfohlen, die nach 1970 geboren sind und noch keinen ausreichenden Impfschutz dagegen haben. Wer bislang also noch gar nicht oder nur einmal geimpft wurde, sollte jetzt die Impfung erhalten. Und zwar nicht alleine gegen Masern, sondern mit einem Kombinationsimpfstoff gleichzeitig auch gegen Mumps und Röteln. Diese Empfehlung gilt auch für alle, bei denen unbekannt ist, ob sie überhaupt geimpft wurden und wie oft, zum Beispiel weil das Impfbuch abhanden gekommen ist. Bei uns in Deutschland werden routinemäßig folgende Impfungen für Erwachsene empfohlen: Diphtherie, Tetanus (Wundstarrkrampf), Poliomyelitis (Kinderlähmung), Pertussis (Keuchhusten), Masern, Mumps und Röteln (für alle nach 1970 Geborenen). Für alle Menschen ab 60 Jahren wird noch die Imfpung gegen Influenza (Grippe) und Pneumokokkeninfektion empfohlen. In einigen Bundesländern sind Impfungen gegen FSME angeraten (Risikogebiete beachten).

Wie hilft eine Impfung?

Krank machende Keime werden vom Immunsystem bekämpft. Dafür bilden bestimmte Zellen (B-Lymphozyten) Abwehrstoffe, die sogenannten Antikörper. Diese Abwehrstoffe richten sich stets gegen einen bestimmten Erreger. Kommt nun der Organismus ein zweites Mal mit demselben Bakterium oder Virus in Kontakt, erinnert sich das Immunsystem daran und reagiert schnell. Die Erreger werden sofort unschädlich gemacht, man ist gegen sie immun. Eine Erkrankung bricht nicht mehr aus oder verläuft sehr viel harmloser.

 

Diese Immunität lässt sich bei einigen, besonders schweren Krankheiten auch durch eine Impfung erreichen. Allerdings geschieht dies nicht mit dem natürlichen und damit schädlichen Krankheitskeim. Stattdessen werden abgetötete oder abgeschwächte Erreger oder sogar nur Bestandteile von ihnen verabreicht, sie verursachen keine Erkrankung. Das Immunsystem reagiert darauf jedoch genauso wie auf den natürlichen, krank machenden Keim, es bildet Abwehrstoffe und merkt sich den Eindringling. Taucht danach der natürliche Erreger tatsächlich auf, wird er ebenfalls sofort unschädlich gemacht. Dieser Impfschutz hält Jahre, in einigen Fällen auch ein Leben lang an. Für den vollständigen Schutz reicht manchmal eine Impfung, oft aber werden mehrere Impfungen im Abstand von Wochen und Monaten benötigt. Außer in Notfällen erfolgt eine Impfung nur, wenn keine akute, fieberhafte Krankheit vorliegt.

 

Viele Menschen befürchten, Impfungen seien wegen möglicher Nebenwirkungen gefährlich. Impfstoffe gehören jedoch zu den sichersten Arzneimitteln, die wir haben. Mögliche Reaktionen nach der Impfung sind eine leichte Temperaturerhöhung über zwei bis drei Tage oder eine leichte Schwellung oder Rötung der Impfstelle. Beide Reaktionen sind nicht besorgniserregend. Überempfindlichkeits-Reaktionen wie Nesselfieber oder andere Nebenwirkungen sind ausgesprochen selten. Hierüber klärt der Arzt auf. Er entscheidet auch, wann der beste Zeitpunkt für eine Impfung ist.

Impfschutz für Säuglinge, Kinder, Jugendliche

Für viele Eltern ist es unvorstellbar, dass auch heute noch schwerwiegende Gesundheitsschäden durch Infektionskrankheiten auftreten können. Eine ganze Reihe lässt sich durch Impfungen verhindern. In Deutschland gibt es heute keine Pflichtimpfungen mehr. Alle Impfungen sind freiwillig. Und so gehört der Entschluss für oder gegen Impfungen zum Schutz der Kinder vor Infektionskrankheiten zu den frühen Entscheidungen, die Eltern treffen müssen. Dabei sollten Sie nicht zuletzt auch daran denken, dass ein Rückgang der Impfungen die Gesellschaft bedrohen. Denn je mehr Kinder ungeimpft bleiben, desto stärker breiten sich Krankheitskeime aus, dass sogar wieder Seuchen auftreten können.

 

Die Empfehlungen der Ständigen Impfkommision (STIKO) finden Sie hier: www.rki.de/DE/Content/Kommissionen/STIKO/Empfehlungen/Impfempfehlungen_node.html