Vom Start-up zum Technologieführer

Die Novaled GmbH arbeitet an der Zukunft der Beleuchtung

OLEDs sind die Leuchtmittel der Zukunft. Sie benötigen weniger Strom, sind flacher und lassen sich auch in dünnschichtigen Materialien unterbringen. In vielen Smartphones und inzwischen auch den ersten Fernsehgeräten kommen sie bereits zum Einsatz. Die Technologie dahinter stammt aus Dresden, entwickelt von der Novaled GmbH.

Was 2001 als Ausgründung aus der TU Dresden (Institut für Angewandte Photophysik Dresden) und der Fraunhofer-Gesellschaft (Fraunhofer- Institut für Photonische Mikrosysteme) begann, entwickelte sich in den letzten zehn Jahren zu einem der umsatzstärksten Unternehmen seiner Branche. Prof. Karl Leo, Dr. Jan Blochwitz-Nimoth und Dr. Martin Pfeiffer ließen ihren persönlichen OLED-Traum wahr werden und gründeten die Novaled GmbH. In Dresden arbeiten inzwischen 130 Mitarbeiter, die 2012 einen Umsatz von 26 Millionen Euro erwirtschafteten. 2008 war Novaled das am schnellsten wachsende mittelständische Unternehmen mit einem durchschnittlichen Umsatzwachstum von mehr als 400 Prozent in fünf Jahren. Die hier entwickelte Technologie steckt inzwischen in der aktuellen Generation von HD-Fernsehern und Smartphones und wird sogar für die Ausleuchtung ganzer Räume immer interessanter. Novaled bietet vor allem eine große Portion Know-how. Auf dem Gebiet der OLED-Technologie besitzt das Unternehmen über 500 Patente. Chemiker, Physiker und andere Experten forschen an Wegen, die OLED-Technologie noch energieeffizienter und ihre Herstellung kostengünstiger zu machen. Der Dresdner Konzern ist im Moment die einzige Firma, die organische, die Leitungsfähigkeit steigernde Technologie und Materialien zur Verwendung in der Massenproduktion von OLED-Produkten lizensiert und verkauft. 2011 entwickelte man hier die energieeffizientesten fluoreszierenden weißen PIN OLEDs (36 Lumen pro Watt). Die drei Gründer erhielten im selben Jahr zudem den deutschen Zukunftspreis, der mit 250.000 Euro dotiert ist. Außerdem wurde im südkoreanischen Seoul eine neue Geschäftsstelle eröffnet, um den Service und die technische Unterstützung direkt in das Zentrum der AMOLED Displayindustrie zu rücken. Novaled wurde von einer Fachjury 2012 als "European Company of the Year" ausgezeichnet. 2013 wollte das Unternehmen eigentlich an die Börse gehen, stattdessen entschied man sich für den Verkauf. Für 260 Millionen Euro übernahm die Samsung-Tochter Cheil Industries das Dresdner Unternehmen, wobei nur etwas mehr als die Hälfte des Kaufpreises direkt von Cheil Industries gezahlt wurden. Samsung Electronics Europe steuerte etwa 40 Prozent und Samsung Venture Investment etwa 10 Prozent zum Kaufpreis bei. Geleitet wird Novaled von Gildas Sorin. Er ist seit August 2003 CEO (Chief Executive Officer). Zuvor arbeitete er fünf Jahre bei Philips als Vice President in der Display-Abteilung und davor 20 Jahre bei Thomson Multimedia. Unterstützt wird er von Jin Wook Lee (Chief Operation Officer) und Gerd Günther (Chief Marketing Officer). Weltweit arbeitet man mit 20 Partnern zusammen, darunter Airbus, Samsung, BASF und die Fraunhofer-Gesellschaft.

OLEDs...

...sind organische Leuchtdioden (organic light emitting diodes). Sie bestehen aus organischen halbleitenden Materialien. Im Gegensatz zu herkömmlichen LEDs sind ihre elektrische Stromdichte und Leuchtdichte geringer. Sie besitzen zudem keine einkristallinen Materialien. Dadurch lassen sie sich in Dünnschichttechnik günstiger herstellen, haben jedoch eine geringere Lebensdauer. Haupteinsatzgebiet sind im Moment noch Smartphones und Tablets. Auch herkömmliche großflächige TV-Geräte sollen bald mit OLED-Technik laufen. Aufgrund der Materialeigenschaften ist zudem eine Nutzung als biegsame Bildschirme oder elektronisches Papier möglich.