Ein Tag im Leben von ... Pizzafahrerin Anett Gründel

„Ihre Pizza ist da.“

Anett Gründel von „Hallo Pizza“ hat uns einen Tag lang in ihrem Pizza-Auto mitgenommen.

Andy hantiert gerade mit den Hörern der vier Telefone, als Anett in den Shop auf der Leipziger Straße kommt. „Alles klar?“ ruft sie freundlich. Schichtführer Enrico wischt sich den Schweiß ab und fragt am Hörer: „Welches Dressing? Extra Käse?“ Anett nimmt den Stapel mit den von Enrico ausgedruckten Packzetteln (welche Dinge gehören zu einer Bestellung), den Hinweisen für die Fahrer (Adresse, Wegbeschreibung) und den Rechnungen für die Kunden. Schnell mopst sie André, der die Pizzen nach Kundenwünschen belegt, ein paar Tomaten.

„Morgens wird hier der Teig für rund 300 Pizzen ausgerollt und bereit gestellt“, erklärt die gelernte Zahnarzthelferin. Während die Pizzen fünf Minuten durch den Ofen laufen, hilft die 27-Jährige beim Kartonfalten und Abwaschen.

Dann nimmt sie die vorgeheizten Pizzataschen und packt sie. „Die eingebauten Heizungen halten die Pizzen bis zum Kunden warm.“ Sie verteilt Cola, holt Eis und Dressings aus dem Kühlschrank, nimmt vom Koch Pasta entgegen und schafft alles in ihren kleinen, roten Flitzer. Der Arbeitsablauf ist zügig, aber nicht hektisch. „Zwischen Bestellung und Lieferung dürfen nicht mehr als 30 Minuten liegen.“

Auf dem Weg zum Ausliefern erklärt Anett, dass ihr der Job Spaß macht. „Manchmal erzählen mir alte Omas ihre Lebensgeschichten, laden mich Familien zum Mitessen ein und fragen mich Männer nach meiner Telefonnummer.“

Sie bekommt häufig Trinkgeld, mal einen Euro, mal zwanzig Cent. Der Stundenlohn beträgt pauschal 4,10 Euro Netto (plus Fahrtkosten beim eigenen Auto und Trinkgeld). Anett muss auf ihren groß-kopierten und in Folie verschweißten Stadtplan schauen. „Hallo Pizza“ hat fünf über das Stadtgebiet verteilte Filialen, so dass sich die Fahrer in ihren bestimmten Gebieten auskennen.

Wir sind da. „Ihre Pizza“, flötet Anett charmant durch die Sprechanlage. Die Tür surrt. Ein Blick auf die Namensschilder. „Wie immer, ganz oben“, lacht sie. Fit und locker nimmt Anett mit der großen Pizzatasche und dem Korb mit den anderen bestellten Köstlichkeiten eine Treppe nach der anderen. „Ich brauche kein Fitnessstudio“, lacht sie. Ein junger Mann öffnet die Tür. Während sich Anett mit ihm unterhält, kommt auch sein Bruder dazu.

Bei so einer netten Lieferantin. Zeitvergleich: 22 Minuten sind seit der Bestellung vergangen. Die Männer zahlen und Anett startet zur nächsten Lieferadresse. Hat die hübsche Blondine keine Angst, an fremden Türen zu klingeln? „Nein. Die Leute sind immer nett und in der Filiale wissen doch alle, wo ich bin und wann ich wieder da sein müsste.“

Die Pizzafahrerin arbeitet schnell und ausgeglichen. „Wir haben manchmal über 40 Fahrten am Tag. Aber Hektik bringt nichts.“ Sie fährt von einem zum anderen, manchmal drei Adressen nacheinander. Zwischendurch neue Aufträge abholen, neu laden, wieder losfahren. Ein ganz normaler Tag.

Nach Feierabend legt Anett die blaue Pizzakappe ab, setzt sich an einen Tisch in der Filiale auf der Leipziger und gönnt sich ihr Lieblingsessen. „Pizza mit Brokkoli und Schinken“, kichert sie und beißt herzhaft hinein.   

Bei Anett und ihren Kollegen können Sie Pizza bestellen unter Tel.: 0351/ 25330.

Auch Dresdner Promis bestellen Pizza

Immer mehr Prominente greifen zum Hörer und bestellen Pizza.  Ministerpräsident Georg Milbradt holt sich seine Lieblingspizza selbst in der Filiale ab, Sänger Gunther Emmerlich lässt ins Haus liefern. Sportler von Dynamo Dresden, Mitglieder aus der Staatskanzlei, Radio- und Fernsehmoderatoren - alle ordern Pizza und Pasta am Telefon.

(Disy Herbst 2005)