Interview mit Georg H. Leicht

Warum sind Sie weg aus Dresden?

Sie lebten lange Jahre in Dresden. Was bewog Sie jetzt zur Rückkehr nach Pforzheim?

Vor gut zwei Jahren sprach mich Wolfgang Daum in seiner damaligen Funktion als Sparkassenvorstand an, ob ich mir ein Mitwirken bei den SCHMUCKWELTEN Pforz-heim vorstellen könne. Nachdem ich ein Konzept ausgearbeitet hatte, in welchem Rahmen ich mir eine solche Mitarbeit vorstellen könnte, führten wir im dann konkrete Gespräche., die mir als Ergebnis eine tragende Funktion einbrachten, die auch das Marketing einbezieht.

Fiel Ihnen die Entscheidung, aus Dresden wegzugehen, nicht schwer?

Doch abolut. Dresden ist eine wunderbare Stadt, die wir von ganzem Herzen lieben und der wir viel verdanken. Aber das Projekt der SCHMUCKWELTEN ist eine große persönliche Herausforderung für mich.

Die SCHMUCKWELTEN sind ein Riesenprojekt mit 35 Millionen Euro Investition.  Keine Angst vor der eigenen Courage?

Erstens ist die Sparkasse Pforzheim Calw der Eigentümer und stellt einen starken Partner dar. Ach und wissen Sie, als ich und meine Frau im letzten Jahr 40 geworden sind, haben wir uns zusammengesetzt und auf das letzte aufregende Lebensjahrzehnt zurückgeschaut. Dann haben wir uns gefragt: „Und was kommt nun?“ Zum Glück eine neue Herausforderung.

Sie wirken sehr relaxed.

Das bin ich.  Es ist schön, dass meine Frau  sich so in das Projekt involviert. Ich arbeite gern mit ihr zusammen. Außerdem habe ich gelernt, Arbeit zu delegieren, Dinge zu gewichten und trotz allem Stress die wenige Freizeit zu genießen.

Was tun Sie dann?

Ich entdecke die Umgebung neu auf Ausflügen.

Zurück zu den Schmuckwelten. Welche Käuferschaft sprechen Sie mit den edlen Manufakturmarken an, die Sie in der Markenwelt by Leicht präsentieren?

Anspruchsvolle Liebhaber außergewöhnlicher Schmuckstücke gibt es auch in Pforzheim und Umgebung in großer Zahl. Darüber hinaus werden wir mit speziellen Events Menschen in die Goldstadt holen, die das Besondere lieben, und betreiben hierzu starke Marketingaktivitäten.

Auch im Ausland?

Klar. Für Kunden aus den USA, Russland, Japan oder China. Dieser Käuferkreis bevorzugt das „alte Europa“, um traditionelle Handwerkskunst zu erwerben. Um die Verweildauer dieser Gäste zu erhöhen, offerieren wir besondere Arrangements, die Besichtigungen in der Umgebung Pforzheims einbeziehen. Das könnten Pferderennen in Iffezheim sein oder auch Konzerte im Festspielhaus Baden-Baden.

Dann sind die Schmuckwelten doch auch für die Dresdner eine Reise wert.

Auf jeden Fall. Sie sind herzlich eingeladen. Sie brauchen mich oder meine Assistentinnen nur anrufen oder kommen einfach vorbei.

Sie rechnen mit einem Besucherzuspruch von täglich 500 Personen, d.h. jährlich 180000 Gästen. Sind diese Zahlen zu optimistisch?

Sicherlich nicht. Die SCHMUCKWELTEN üben durch das einzigartige Konzept der Erlebniswelt und des unvergleichlichen Shopping-Angebots eine sehr starke Anziehungskraft auf Fachbesucher und Konsumenten aus. Das attraktive Angebot der Programmwelten tut ein übriges, Menschen zu den SCHMUCKWELTEN zu führen.

Worauf sind Sie besonders stolz?

Eine absolute Besonderheit von hoher Attraktivität sind die Branchenwelt sowie die Erlebniskaufwelt – das weltweit erste Juweliergeschäft mit einer eigenen, integrierten Showbühne für Jewel-Shows. Zudem gibt es bedeutende Ausstellungen, die Goldschmiedeschule wird mit einbezogen, wir werden ein Feuerwerk von Aktivitäten zünden.

leiben Sie Dresden treu?

Auf jeden Fall behalten wir unser Juweliergeschäft im Taschenbergpalais, eröffnen bald das neue im QF und sind nach wie vor regelmäßig und bei gesellschaftlichen Anlässen anwesend. Dresden kann man nicht für immer verlassen. 

 

(Disy Winter 2005)