Ein Mann aus der Zukunft

Dr. Manfred Adler (53), Direktor des Euro-Business-College Dresden

Mit seinen Visionen war er anderen um Jahre voraus: Während die staatlichen Universitäten noch um Magister und Diplome stritten, hatte er den internationalen Trend in Dresden schon längst etabliert: Bachelor und Master.

Heute ist er wieder am Puls der Zeit, bietet Logistik-Studienprogramme an und erweitert seine Beziehungen nach Osteuropa.

"Ich bin nie zufrieden und immer ungeduldig. Nichts kann schnell genug gehen“, erklärt Adler. Der Geschäftsführer des Euro-Business-College (EBC) Dresden hat hohe Ziele und setzt an sich selbst harte Maßstäbe. Die Privatschule existiert seit 2002 und bietet als erste Privatschule Sachsens durchgängig international konzipierte und erprobte Studienprogramme an. Die Erwartungshaltung an das College sei sehr hoch, meint Adler. „Wir werden jeden Tag geprüft. Wir können es uns nicht leisten, nachzulassen.“ Ständig versucht er, neue Konzepte und Strategien zu entwickeln, um die Ausbildung an seinem College optimal zu gestalten. Von den Bedingungen am EBC kann ein Student an einer „normalen“ Universität nur träumen: Jeder kennt jeden, es gibt keinen Massenbetrieb. „Hier ist der Dozent hautnah zum Anfassen und es existiert ein fast familiäres Umfeld“, so Adler. Er ist stolz auf dieses Klima und möchte es auf jeden Fall aufrechterhalten.

An die Studenten des Colleges werden  Ansprüche gestellt: „Für uns ist ein junger Mensch interessant, wenn er auch Belastungen auf sich nehmen kann, um sein Ziel zu erreichen, und wenn er seine berufliche Laufbahn schon überschauen kann“, erläutert Adler selbstbewusst.

Der Direktor hat nicht viel Freizeit. Die wenige Zeit, die ihm bleibt, schenkt er seiner Familie, vor allem seinem Enkel, der bei ihm wohnt. Auch Bücher zählen zu seiner großen Leidenschaft. „Ich habe eine eigene Bibliothek“, offenbart er. Das Fernsehen nutzt er nur, um sich zu informieren. „Ich will wissen, was in der Welt passiert.“

Um abzuschalten, setzt er sich gerne in ein Straßencafé und lässt die Seele baumeln. Auch wenn es abends halb 10 ist. Dabei kann er sich so richtig entspannen. „Ich bin ein stiller Genießer“, verrät er. Äußerst bedauerlich findet er allerdings seine Einstellung zur Fitness: „Sport müsste ich mehr machen, das weiß ich, aber offensichtlich ist der Leidensdruck noch nicht groß genug, um sofort aktiv zu werden“.

Selber unterrichtet Adler nicht mehr. Er sei viel unterwegs und würde somit immer den geregelten Stundenplan durcheinander bringen. „Das bringt weder den Studenten etwas noch mir“, gibt er zu. Doch ganz verabschiedet hat er sich als Lehrer noch nicht: Mündliche Prüfungen sowie die Betreuung von Diplom- oder Projektarbeiten lässt er sich nicht entgehen. So kommt er auch oft selbst mit den Studenten in Kontakt.

Dresden ist für den Geschäftsmann ein optimaler Ort für das College. „Hier kommt viel zusammen“, meint er. Einerseits ist die Stadt für ihn ein Ruhepol, andererseits sei vieles so konzentriert, gerade die Kultur. „Hier passiert so viel, man muss es nur wahrnehmen.“

Immer wieder gerne schaut er in die staunenden Gesichter seiner Praxis-partner, wenn sie aus dem Ausland anreisen und er ihnen die attraktiven Plätze Dresdens vorstellt. „Wenn ich mit ihnen eine Dampferfahrt auf der Elbe mache, sind sie vom Schiff gar nicht wieder runterzukriegen“, sagt er lächelnd.

Am Euro-Business-College Dresden studieren derzeit 130 Studenten. Davon sind 75 bis 80 Prozent Frauen. „Das bringen die Studienprogramme so mit sich“, erklärt Adler. So reicht das Angebot von „Internationales Mangagement“ bis „Tourismus- und Eventmanagement“. 

Für die Zukunft ist einiges geplant. Adler strebt zunehmend Kooperationen mit Firmen in Osteuropa an. Partner im Ausland seien sehr wichtig, da sich das EBC gerade durch seinen hohen Praxisbezug auszeichne. Der Direktor hat sich somit viel vorgenommen. Aber wenn er sich an seine Maxime „Geht nicht - gibt‘s nicht“ hält, wird er sicher Erfolg haben.                                              

Adriane Schmidt (Disy Herbst 2006)