Marilyn Monroe (1926-1962)

Ihre umwerfende Ausstrahlung und Gewagtheit, die dennoch etwas von Geheimnis, ja von Zurückhaltung hatte, ihre Stimme, die vor reifer Erotik förmlich vibrierte und doch die Stimme eines scheuen Kindes war – all dieses komplizierte Nebeneinander gehörte unabdingbar zu ihrer Begabung.

Norma Jean Baker wird am 1.Juni 1926 in Los Angeles geboren. Zwei Wochen nach ihrer Geburt gibt ihre Mutter sie zu Pflegeeltern, da sie nicht imstande ist, für sich und ihre Tochter zu sorgen. Norma lebt sieben Jahre bei den Bolenders in Kalifornien, wo sie sehr streng erzogen wird. Später nimmt ihre Mutter das Mädchen wieder zu sich. Doch da sie an schweren Depressionen leidet, bekommt ihre beste Freundin Grace McKee die Vormundschaft. Norma lebt aus finanziellen Nöten abwechselnd bei Grace, deren Tante oder im Waisenhaus. Um einen erneuten Aufenthalt im Waisenhaus zu vermeiden, heiratet sie schließlich den fünf Jahre älteren Jim Dougherty. Die Hochzeit mit dem benachbarten jungen Mann findet kurz nach ihrem 16. Geburtstag 1942 statt. Ende des Jahres 1943 geht ihr Ehemann zur Handelsmarine. Während seiner Abwesenheit lernt die attraktive Frau den Fotografen David Conover kennen und wird von einer Modelagentur unter Vertrag genommen. Für Werbeaufnahmen lässt sie erstmals ihr brünettes Haar bleichen.

1946 unterzeichnet sie ihren ersten Filmvertrag. Für das Starlet muss schnell ein passender Name gefunden werden. Die Wahl fällt auf Marilyn Monroe. Zwar hat sie nun einen Vertrag in der Tasche, aber die Rollen bleiben aus. Im selben Jahr wird ihre erste Ehe geschieden. 1949 kommt endlich Bewegung in Marilyns Karriere. Sie spielt in den Filmen „Love Happy“ und „Asphalt Dschungel“. Bald tritt der Baseball-Star Joe DiMaggio in ihr Leben, den sie 1954 heiratet. Im November 1952 beginnen die Dreharbeiten zu „Blondinen bevorzugt“. Ihre Darstellung der Lorelei Lee, insbesondere die Szene, in der sie „Diamonds are a girls best friend“ singt, ist unvergessen und inzwischen legendär. Kurze Zeit später kommt „Niagara“ in die Kinos, der Marilyn ausgezeichnete Kritiken einbringt und sie nun endgültig zum Star macht.

1954 wird der Kassenschlager „Das verflixte 7. Jahr“ gedreht. Hier entsteht auch die wohl berühmteste Szene der Blondine überhaupt, die des hochwehenden Rocks über dem New Yorker U-Bahn Schacht. Sie wird nun endgültig auf das Image einer Sexbombe festgelegt. Ihr Ehemann Joe ist stets eifersüchtig und möchte nicht, dass Marilyn sich als Sexidol vermarkten lässt. Die Differenzen zwischen dem Paar werden immer größer, bis schließlich 1955 die Scheidung folgt. Gleich im nächsten Jahr wagt der Star einen dritten Versuch. Sie heiratet den Dramatiker Arthur Miller. Auch diese Ehe hält nicht lange, nach nur sechs Jahren ist es aus.

In der Nacht auf den 5. August 1962 stirbt Marilyn Monroe an einer Überdosis Nembutal und Choralhydrat. Aufgrund unzulänglicher Ermittlungen der Polizei, widersprüchlicher Zeugenaussagen und der Gerüchte, Marilyn Monroe habe sowohl mit US-Präsident John F. Kennedy als auch mit dessen jüngerem Bruder Robert eine Affäre gehabt, tauchen bald Spekulationen über die Ermordung des Filmstars auf. Wahrscheinlicher ist wohl, dass sich Marilyn Monroe selbst absichtlich oder versehentlich das Leben nahm. Hatte sie doch jahrelang mit Amphetaminen gegen ihre Verzweifl ung darüber angekämpft, dass man sie immer wieder auf das Image einer sexy Blondine reduzierte und sie auf diese Weise rücksichtslos vermarktete.