Erdbeeren für Prince und eine Dusche für Mariah Carry

Wie Marco Bensen mit Leichtigkeit erfolgreich wurde


Er stammt aus Holland, nicht aus den Niederlanden. Das ist ein Unterschied, obwohl das die wenigsten Deutschen wissen. Also Holland sei ein Teil der Niederlanden und was den Fußball betrifft, sind sie sowieso alle eine Nation.

Das Gespräch mit Marco Bensen, dem neuen Direktor vom Hotel Premium Innside, beginnt so locker, wie sein Akzent á la Rudi Carrell seinen Typ unterstreicht. Lässig manövriert er sich sicher durch die Deutsche Sprache, wie er firm in fünf weiteren Sprachen ist. Sprachen fallen ihm leicht, wie so vieles. Locker, entspannt und sympathisch. Marco Bensen verkörpert förmlich den Charakter des neuen Hotels im Herzen unserer Stadt. „Wir sind freundlich und unkompliziert“, beschreibt er das Credó des Teams und des Hauses. Außerdem hebe sich das moderne Design erfrischend von den anderen Dresdner Hotels ab und obwohl es modern ist, sei es warm und gemütlich. Stimmt! Man kommt in die Lobby, staunt und freut sich für Dresden. Moderne Leichtigkeit im Herzen des schweren Barock – das tut gut.

So wie die Gesellschaft von Marco Bensen, der entspannt von seinem Weg erzählt. Die moderne Leichtigkeit zieht sich wie ein roter Faden durch sein Leben. Seine Kindheit verbrachte Marco Bensen in verschiedenen Ländern: Italien, Indonesien, Spanien. Bensens Vater arbeitete für Shell und war mit seiner Familie unterwegs. „Das war die ideale Kindheit. So schön, so toll. Was diese Auslandserfahrungen wert sind, wird einem aber erst später bewusst.“ Heimweh hatte er nie, denn sein ein Jahr älterer Bruder Guus war immer dabei. Erst mit zehn kam er in sein Heimatland Holland. Wie die Sprachen und das Herumreisen, gefiel ihm dann auch das Leben daheim. Er war ein guter Schüler, dem das Lernen leicht fiel. „Wenn einem alles leicht fällt, wird man ein bisschen faul“, erinnert sich Marco Bensen. Er suchte endlich Herausforderungen. Das Abitur erledigte er nebenbei. Selbst die 18 Monate Bundeswehr waren kein Problem. „Bei der Armee muss man nicht ackern, wird nicht sehr gefordert“, erinnert er sich. Die vier Jahre auf der Hotelfachschule mochte er auch sehr. „ Man musste etwas tun, aber es war nicht problematisch.“ So wenig, wie er seine erste Stelle gleich im besten Hotel der Benelux-Länder bekam: dem „Amstel Hotel“ in Amsterdam. „Ich habe mich einfach beworben und wurde genommen“, so Marco Bensen. Schon in jungen Jahren traf er dann die größten Weltstars unserer Zeit.

Besonders gern erinnert er sich an Mariah Carry. „Als ich etwas in die Suite lieferte, hörte ich sie unter der Dusche singen.“ Für ein paar Augenblicke hielt er inne und genoss das private Konzert. Wer kann schon von sich sagen, er habe Mariah unter der Dusche gehört. Auch mit Prince hatte er private Momente, als er ihm nachts um drei Erdbeeren mit Champagner servierte. „Prince ist verrückt nach Erdbeeren.“ Michael Jackson und Eros Ramazotti fand er besonders sympathisch, David Hasselhoff allerdings mochte er nicht. „Der wirkte überheblich.“ Damit kann Marco Bensen nämlich gar nichts anfangen. Er selbst ist absolut bescheiden: „Luxus ist für den Gast, für die Außenwelt und für die, die es bezahlen müssen. Wer in dem Bereich arbeitet, dem ist es egal ob es drei oder fünf Sterne plus sind.“ Und so wechselte der Hotelfan in den folgenden Jahren Häuser und Städte, Gruppen und Positionen.

Zwei Dinge blieben: Leichtigkeit und Motivation. In München lernte er seine Frau Cornelia kennen (stammt aus Pirna), die an der Bar arbeitete. In Barcelona wurde sein Sohn Lucas geboren. „Es ergaben sich immer wieder neue Stationen und Herausforderungen“, so Bensen. Die Entscheidungen sind ihm dabei nicht schwer gefallen. „Die Möglichkeiten kommen und gehen, man muss nur entscheiden, welche man wahrnimmt und welche man liegen lässt.“ Seine erste Stelle als Hoteldirektor hatte er bei der NH-Gruppe im „Forsthaus“ in Fürth. Doch auch diese Verantwortung setzte Bensen nicht unter Druck. „Klar macht man sich mehr Gedanken. Aber mit gesundem Verstand und Motivation belastet die Verantwortung nicht, sonder ist eine Herausforderung.“ Nach einem kurzen Zwischenstopp in Polen, bot man ihm dann endlich die Möglichkeit in Dresden an, ein Hotel selbst zu eröffnen. Bensen kannte Dresden durch zahlreiche Besuche bei den Schwiegereltern in Pirna und durch seine Frau, die im Bellevue gelernt hatte. „Bei so einer Stadt und so einem Haus kann man nicht nein sagen.“ Im letzten September kam er dann in den Rohbau seines neuen „Reiches“ und begann mit einem weißen Blatt. Er brauchte Personal, Lieferanten, Verkaufskontakte… „Alles!“ Es begann eine intensive Zeit mit vier, fünf Stunden Schlaf pro Nacht und Arbeit ohne Ende. „Ich habe das sehr genossen.“ Neun Abteilungsleiter stellte er direkt selbst ein, die anderen der 45 Mitarbeiter wurden danach rekrutiert. „Das Personal hier hat eine sehr gute Einstellung, ist aufgeschlossen, hat Spaß an der Arbeit und eine gewisse Leichtigkeit.“ Na, wer dafür wohl Vorbild ist? Mit Leichtigkeit schaffte Bensen es innerhalb kurzer Zeit, das neue Hotel an den Wochenenden zu 100 Prozent zu belegen, mit Leichtigkeit, die natürlich stets mit Können, Disziplin und Verstand einhergeht, wird er das „Innside by Melia“ auch in den kommenden Jahren zu weiteren Erfolgen führen.