Ich wollte der Stärkste auf dem Schulhof sein ...

Ex-Gewichtheber Marc Huster (38), Geschäftsführer Avelis 

Wir kennen den sympathischen Mann heute als Manager, Möbelexperte und festen Bestandteil der Dresdner Gesellschaft. Doch berühmt wurde Marc Huster als Weltmeister im Gewichtheben. Was sagt er heute über seinen Sport und ist er immer noch so stark? Disy hat nachgefragt.

Was ist das Besondere am Gewichtheben?

Beim Gewichtheben geht es um Schnellkraft, ich bin kein Ausdauersportler. Dort sind kurze, schnelle Bewegungen nötig. Das ist genau mein Ding, ob Schlussweitsprung oder kurze Sprints. Das macht mir Spaß. Anfangs wollte ich der Stärkste auf dem Schulhof sein. Dann habe ich mich gesteigert.

Muss man beim Gewichtheben einen besonderen Halt haben? Standfestigkeit?

Weniger. Eine genetische Veranlagung ist wichtig: Die Muskulatur muss schnell reagieren, damit man in der Hocke stabil sitzt. Ist man beweglich, ist alles andere trainierbar.

Was ist das Schwierigste?

Die Technik. Der Bewegungsablauf ist komplex. Das erkennt man als Laie kaum. Es ist schwierig, die Hantel eng an den Körper zu ziehen und die Verlaufskurve, die die Hantel nehmen muss, zu gestalten. Ich muss die Hantel erst nach oben ziehen, mich während des Nachobenziehens in die Hocke hineinsetzen und dann fixieren. Diesen Bewegungsablauf zu erlernen ist schwer. Dazu braucht man eine gewisse Veranlagung. Einige haben die Kraft, schaffen es aber nicht, diese Technik zu verinnerlichen, und scheitern. Das Kraftniveau kann man sich antrainieren. Aber die entsprechenden technischen Fähigkeiten sind entscheidend, wenn man auf einer internationalen Bühne der Bessere sein will.

Was nützt es Ihnen im Alltag, dass Sie Gewichtheben trainiert haben?

Man wird sehr gern bei Umzügen von Freunden in Anspruch genommen. Aber ein Gewichtheber ist kein Ausdauersportler. Einen Schrank zweihundert Meter zum Auto zu tragen, geht nicht. Die Muskulatur ermüdet schnell. Aber ich kann einen schweren Schrank anheben, um den Teppich herauszuziehen.

Wie sind Sie zu Avelis gekommen?

Nach meinem sportlichen Karriereende habe ich als Moderator beim MDR gearbeitet. Das war nichts für mich. Also habe ich dort aufgehört, weil es nicht das war, was ich wollte. Ein Freund, der in dem Dresdner Bettenstudio arbeitete, sprach mich an. Die Firmenchefs wollten ihr Unternehmen vergrößern und brauchten jemanden mit frischer Energie und Power. Sie wussten, dass ich durchziehen möchte und dass ich etwas erreichen will. Ich bin als Bettenfachmann glaubwürdig, weil ein Gewichtheber aufpassen muss, wie man sich regeneriert. Dabei ist die Schlafunterlage wichtig. So bin ich seit mehr als zwei Jahren Geschäftsführer in diesem Bettenstudio.

Was lehrte Sie das Leben?

Man bekommt nichts geschenkt, muss für alles kämpfen und darf sich nie auf dem, was man erreicht hat, ausruhen oder Bestehendes als selbstverständlich hinnehmen, sondern muss sich immer darum bemühen.