EIN DRESDNER STARTET DURCH

Die Kreationen von Jörn Wonneberger

Der Design-Student Jörn Wonneberger hofft, dass sich seine Kleidung in den nächsten sieben Jahren auf dem Markt durchsetzt. Seine Ziele sind London oder New York, nicht Mailand oder Paris. „Ich möchte gern in ein englischsprachiges Land. Londoner trauen sich mehr, sind offen, locker, haben einen eigenen Stil und kleiden sich zum Teil auch auf der Straße schrill. Besonders kreativ sind die Frauen. Da haben es die Designer leichter, Neues zu vermarkten.“

Gefragt, wie die Dresdner Streetwear im Herbst aussehen müsse, favorisiert Wonneberger einen Mix aus Festem und Transparentem, Schwerem und Leichtem. So mag er Walk und Tweed aus hundertprozentiger Wolle zu Organza oder Seide. Seine Saisonfarben sind Braun, Orange, Rot und Schwarz – Ton in Ton – in körpernaher oder körperbetonter X-Silhouette, kombiniert mit Freiem und Lockerem. Hüllt der eine oder andere bei kribbelnder Kälte den Nacken auch in Schals oder Tücher, betont Wonneberger trotzdem das Weibliche der Partie mit rücken- oder wenigstens nackenfreien Kleidungsstücken und Ketten, die „andersrum“ den Rücken hinunterlaufen. „Das City-Outfi t muss wandelbar sein, damit man es von früh bis abends tragen kann, draußen auf der Straße ebenso wie abends im Club“, formuliert er sein Ziel. Doch auch außergewöhliche Kleider gehören zu einen Kreationen. „Die Frauen sollten mehr Mut haben, auch mal etwas anderes auszuprobieren.“

Um sich für ein Abendkleid zu inspirieren, zündet Wonneberger auch mal Eis an und hält fest, wie das Eis unter dem Feuer schmilzt. „Es ist atemberaubend fraulich und sexy. Die Farben changieren in Blau und Rot, wie bei einem zweifarbigen Seidengewebe, der Schuss blau, die Kette rot.“ Das danach entstandene Kleid schimmert von einer Seite bläulich, aus einem anderen Winkel rot. „Bei Abendmode kann man sich gehen lassen, die ist weniger funktionalen Zwängen unterworfen als Sportkleidung“, erklärt er.

Im Moment haben es ihm allerdings eher Extremsportler angetan. In Zusammenarbeit mit Gore-Tex entwickelt er für Biker eine Outdoor-Jacke, die leicht und dünn, aber regenfest und winddicht ist und auch im Winter warm hält. Sie soll sich in einen Mantel und sogar in einen Schlafsack verwandeln lassen. Wonneberger will sie mit Daunen befüllen und hochwertigen, feinen Baumwollstoff verwenden, der einerseits leicht, aber andererseits so eng gewebt ist, dass keine Daunen durch ihn hindurch gelangen kann. Spannende Aufgaben für den Dresdner, der gerade beginnt, richtig durchzustarten.