Herr Wedel geht es auch eine Nummer kleiner?

Seit dem letzten Jahr ist bekannt, dass Sie Open-Air-Festspiele à la August dem Starken im Zwinger planen. Was würde Sie an den Festspielen faszinieren?

Ich finde den Spielort fantastisch. Und habe eine gewisse Erfahrung mit solchen Open-Air-Veranstaltungen. Früher hatte ich immer die schrecklichsten Erinnerungen daran gehabt mit dramatisierenden, theatralisch herumbrüllenden Schauspielern. Differenzierung oder modernes Theater war da überhaupt nicht möglich. Dann habe ich erfahren, dass es inzwischen eine Mikroport-Technik gibt, die es einem erlaubt, auf einer Riesenbühne mit 2500 Zuschauern so zu reden wie wir jetzt: modern, schnell und direkt. Dabei klingt es auch in der hintersten Reihe nicht nach Mikrofon und nach Lautsprecher, sondern kommt vollkommen trocken und direkt, als ob man die Schauspieler vor sich hat.

 

In Worms haben Sie Erfahrungen mit solchen Großveranstaltungen unter freiem Himmel gesammelt ….

In Worms haben wir auch Filmeinspielungen gemacht, die nicht nur den Spielort erweitern, zumal ich in einer Freilichtaufführung nicht den Vorhang fallen lassen und umbauen kann, sondern auch die Schauspieler einmal in Großaufnahme nah heranbringen.

 

Wie groß ist die Chance, die Geldmittel für Dresden zu bekommen und das Projekt durchführen zu können?

Es gibt viele engagierte Menschen hier von der Oberbürgermeisterin Helma Orosz bis zum Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich. Frau Orosz ist offen, taff, interessiert und wach. Das ist eine, die auch die Ärmel hochkrempelt – keine dieser üblichen Bedenkenträger und Verhinderer. Wir wollen es machen! Es reizt mich.

 

Was genau reizt Sie daran?

Als die Idee an mich herangetragen wurde, habe ich mir diese Fernsehserie angesehen, die jeder, der in der DDR gelebt hat, kennt: „Von Sachsens Glanz und Preußens Gloria". Auch zwanzig Jahre später hat das noch eine beträchtliche Wirkung. Es ist eine gigantische Geschichte. Es gibt eine Parallelität zu Worms durch den Genius des Ortes: Dort ist es der gewaltige Dom, hier der unglaubliche Zwinger. Es ist eben keine Beliebigkeit. Wir machen jetzt hier nicht den Sommernachtstraum, sondern etwas, was nur in dieser Stadt möglich ist und mit dieser Stadt zu tun hat.

 

Also wollen Sie sich dem Stoff klassisch nähern?

Das muss man noch sehen. Ich habe zwei Dramatiker angesprochen, die durchaus interessiert sind, sich dieses Stoffes anzunehmen, denn es muss auch Bezüge zur Gegenwart geben. Wenn ich Vergangenheit als historischen Bilderbogen erzähle, ist es langweilig. Aber ich glaube, auch über die Vergangenheit lässt sich Gegenwart erzählen. Das machen wir auch in Worms: Wir erzählen es auch manchmal zum Verdruss mancher Wormser eben nicht mit Lanzen und mit Ritterrüstung und Pferden, sondern mit den Mitteln des modernen Theaters. Es sind ja auch moderne Menschen, die das heute darstellen. Bei August dem Starken gibt es viele aktuelle Parallelen zu heute. Zum Beispiel, was eine absolute Macht alles bewirken kann. Das ist bei August daran zu sehen, wie verheerend sie sich für die Menschen in seiner unmittelbaren Umgebung auswirkte.

 

Also ist es auch die Figur des Sachsenkönigs und dessen Umgang mit Macht, die Sie an dem Stoff reizt?

Was Macht mit Menschen anstellt, ja. Das ist auch ein Thema, das mich schon in Filmen interessiert hat. Schon bei der „Affäre Semmeling" habe ich mich das gefragt … Ich kenne sehr viele Politiker. Manchmal habe ich auch mitbekommen, dass das Amt den Menschen nicht nur verändert, und zwar in einer rasenden Geschwindigkeit, sondern dass manchmal das Amt auch den Menschen entkernt, sodass nur noch das Amt übrig bleibt und der Mann dahinter verschwindet. Und die Vorsätze und Pläne, die Vorstellung, was man eigentlich mal wollte, plötzlich unter den Zwängen des Amtes weg sind.

 

Tun Ihnen die Politiker deshalb nicht auch ein wenig leid?

Frau Merkel hat neulich bei einem Abendessen gesagt: Ihr größtes Problem sei, sie käme nicht mehr zum Nachdenken, weil überhaupt keine Zeit mehr bliebe. Die einzige Zeit wäre auf der Fahrt von einem Besprechungsort zum anderen. Das war damals ein Treffen mit Seiteneinsteigern, die in die Politik gegangen sind. Sie sagten, sie hätten einen unglaublichen Respekt vor Politikern bekommen, vor der Belastung, wie schwer es ist, Mehrheiten zu beschaffen. Und sie haben keinen Politiker getroffen, der in diesen Beruf gegangen ist, um viel Geld zu machen. Da gibt es leichtere Wege.

Die Inszenierung im Dresdner Zwinger hat laut Ihren Plänen eine gigantische Größe angenommen. Sie sind dafür bekannt, dass es immer groß sein muss. Geht es nicht auch ein bisschen kleiner?

Ja, klar. Ich habe vor etwa zwei Jahren in den Hamburger Kammerspielen ein Stück inszeniert. Die Kammerspiele waren sechs Wochen total ausverkauft. Das geht auch. Ich würde auch mal einen Film mit drei Personen drehen. Jetzt mache ich einen Film mit dreißig Schauspielern und ein paar Tausend Komparsen, ein Riesending. Als ich es schrieb, war es die Geschichte eines Hochstaplers. Jetzt wird es plötzlich, so wie die Dinge sich entwickelt haben, wie eine Beschreibung der gegenwärtigen gesellschaftlichen Situation.


Sie haben ein sehr gutes Gespür ...

Ja, es hat einer vom ZDF zu mir gesagt, wenn Sie mal nicht mehr Drehbücher schreiben, können Sie ja als Nostradamus arbeiten.


Sie haben also dieses gewisse Fingerspitzengefühl für Trends und Entwicklungen?

Ja, das muss man manchmal haben. Wie mit Dresden. Ich denke, so eine Geschichte könnte spannend sein. Ich habe vor meinem zweiten Treffen hier Mitarbeiter gebeten, nach Dresden zu fahren und sich wegen der Technik umzusehen. Die sind angereist, um mir das auszureden, und dann standen die hier am Zwinger und haben zu mir gesagt: „Herr Wedel, das machen wir, das ist ja toll."


Aber?

Sie hatten mich schon vorher gewarnt, dass sich viele Projekte bei uns überschneiden. Wir haben die Wormser Festspiele, wir haben jetzt diesen großen Film, wir wollen im nächsten Jahr eine Mallorca-Komödie angehen, wir haben die Geschichte des letzten Staatszirkus der DDR vor, wir würden gern noch die VW-Affäre machen.


… und dann geht es Ihnen wie Frau Merkel, und Sie haben keine Zeit mehr zum Nachdenken.

Das wäre ganz verheerend.


Also ist Ihnen Zeit zum Reflektieren immer noch wichtig. Was sind die Erkenntnisse dieses Nachdenkens?

Zum Beispiel habe ich gelernt, dass es das Problem von Prognosen ist, dass sie in der Zukunft spielen und in der Regel, Gott sei Dank kann man sagen, nicht in vollem Umfang oder nur sehr selten zutreffen. Das ist das Spannende am Leben. Es gibt keine Planungssicherheit.


Braucht man also erst gar keine Pläne zu machen?

Natürlich muss man Dinge planen. Aber letztlich muss man sagen: Ich will das, was ich jetzt gerade tue, so gut machen, wie das irgend geht. Also wenn das Leben einen Sinn hat, dann den: Das, was man macht, so gut und ernsthaft zu tun, wie man kann. Sonst wäre es banal.


Sie haben einmal gesagt, Sie würden gern Spuren hinterlassen. Wie tief sind Ihre Spuren im Augenblick, tief genug, um zu bleiben?

Sicherlich nicht. Wissen Sie, jeder Mensch hofft, dass irgendwas von ihm bleibt. Deswegen zeugt man Kinder. Ich habe beim „Großen Bellheim" gesagt, wenn man Bellheim die Kaufhäuser wegnähme, wäre das nicht nur ein ökonomischer Verlust. Er hat für diese Kaufhäuser gelebt. Wenn man sie ihm nimmt, ist es, als hätte er nicht gelebt. Wenn heute einer käme und mir sagte: „Wir stampfen alle Ihre Filme ein, dafür kriegen Sie zehn Millionen!" … Wenn meine Filme weg wären, wäre auch ein Stück meines Lebens weg. Aber Gott sei Dank stellt mich keiner vor diese Alternative.


Sie sind im Gegensatz zu anderen in der glücklichen Lage, mit Ihren Filmen wirklich etwas Bleibendes zu schaffen.

Etwas Bleibendes ... Manchmal bleibt das, was man überhaupt nicht wahrnimmt. Es gibt einen Bericht von Gerhart Hauptmann, der den Journalisten Fontane besucht hat. Er hat erzählt, wie sich Frau Fontane darüber lustig gemacht hat, dass manche Leute die Fortsetzungsromane, die ihr Mann für die Zeitung schreibt, für Literatur halten. Heute wird Fontane wesentlich häufiger gelesen als Gerhart Hauptmann, ist uns wesentlich näher und einer der ganz großen Schriftsteller des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts. Mich mit ihm in einem Atemzug zu nennen wäre vermessen.


Denken Sie, dass man Ihre Werke später anders bewerten wird als heute?

Darüber denke ich nicht nach, aber ich nehme schon etwas wahr. „Der große Bellheim" liegt 15 Jahre zurück, und ich habe vor einiger Zeit über einen Politiker gelesen, der „Der Bellheim von der Saar" genannt wurde, ohne dass man erklärte, warum. Der war 70 Jahre alt und geht jetzt wieder in die Politik. Also sogar 15 Jahre nach der Erstausstrahlung des Films findet man es nicht nötig zu erklären, was „Bellheim" ist. Oder der Bellheim-Effekt – das ist ein fester Begriff, den gibt es sogar im Brockhaus. „Schattenmann" ist ein Wort geworden, das in den festen Sprachgebrauch übergegangen ist, das gab es vorher noch nicht.


Also ist das Fernsehen doch nicht so flüchtig?

Manchmal nicht. Manchmal ist es aber durch seine eigene Schuld so flüchtig, dass man, wenn man den Apparat ausmacht, schon vergessen hat, was man gesehen hat. Und sehr häufig ist es auch besser, wenn man es gleich vergessen hat.


Klingt, als wären Sie mehr auf der Suche nach Werten und den existentiellen Fragen des Lebens?

Das ist doch jeder. Wenn ich tot bin, weiß ich, ist da noch was, oder da ist nichts.

Ist das die Hauptfrage?

Natürlich. Hat das einen Sinn, oder sind wir einfach verloren in endlosen schwarzen Weiten, in endlosen Welten? Ich glaube, jeder Mensch, der zum nächtlichen Sternenhimmel aufschaut, fängt an, darüber nachzudenken, ob da noch was sein könnte. Ich glaube auch nicht, dass wir irgendwelche Antworten geben können. Aber es ist wichtig, dass man nie aufhört zu fragen. Ich glaube, auch den Menschen, die immerfort vorm Fernseher sitzen und Krimis und Fußball sehen, denen wird irgendwann in ihrem Leben mal ein Verwandter krank, den sie lieben, oder sie selber, und sie sind plötzlich mit dem Lebensende konfrontiert. Dann werden auch sie fragen: Was ist das, was bedeutet diese Lebensspanne, wozu bin ich auf der Welt, und wer bin ich? Und dann ist es schön, wenn man weiß, dass auch andere die Fragen stellen. Das kann einem der „Tatort" nicht ersetzen.


Haben Sie schon Antworten auf die Fragen gefunden?

Jeder kann nur Antworten für sich finden. Da gibt es den Papst, der hat die Antwort für ein paar Millionen Menschen gefunden. Ein paar Mohammedaner haben das auch getan. Aber mit solchen institutionellen Auslegungen habe ich meine Probleme. Aber die hat jeder, glaube ich, auch die wütenden Atheisten. Wenn ich etwas so wütend bestreite, da muss doch was dran sein. Und wenn man hier die Frauenkirche sieht oder vorm Kölner Dom steht: Etwas, was Menschen dahin bringt, so etwas zu bauen, ist schon toll. Und ich glaube auch, wenn Sie Mozarts Stimme hören oder Bach, oder wenn Sie Shakespeare lesen, oder wenn Sie Bilder von Cezanne sehen oder von Goya, dann ist doch etwas für den normalen Menschen durchgeschlagen vom Wunder der Schöpfung. Das ist nicht mit Evolution zu erklären.


Was für Werte sind Ihnen im Leben wichtig?

Dass man sich am Lebensende für seine Haltung während des Lebens nicht allzu sehr schämen muss. Es gibt immer wieder Situationen im Leben, in denen man sich sagt: Das war nicht toll, wie ich mich da verhalten habe, da habe ich gekniffen, da war ich zu feige, da habe ich vielleicht auch mal jemanden nicht gestützt, der die Stützung verdient hätte. Aber in der Summe habe ich versucht, mich anständig zu verhalten. Man muss die Menschen schonen.


Das sagen ausgerechnet Sie? Sie gelten als jemand, der sehr ausdrucksstark viel von anderen fordert.

Ja. Aber ich glaube, das hat damit nichts zu tun. Schonen heißt nicht, dass ich sie bei der Arbeit schone oder bei Herausforderungen, sondern dass ich ihnen im Gegenteil auch mal etwas zumute. Denn unser Beruf hat auch damit zu tun, dass wir etwas über uns erfahren. Nicht nur über das Stück, auch über uns. Schauspieler lieben das.

Also fordern und fördern Sie die Leute, mit denen Sie arbeiten?

Das Problem nicht nur an unserem Beruf ist, dass vor lauter Profitinteresse nur noch das Ergebnis zählt, die Einschaltquote. Dadurch werden immer Antworten gegeben, bevor man überhaupt angefangen hat zu fragen. Aber es ist wichtig zu fragen. Und ich ermahne auch immer meine Mitarbeiter, erst mal die Fragen zu stellen: Warum verhält sich die Figur so, warum sagt der das jetzt? Wenn man das gleich spielt, dann bleibt das 1:1. Aber plötzlich kommt man zu ganz erstaunlichen Ergebnissen: Nämlich auch mal zu spielen, was eine Figur nicht sagt, wo sie lügt, was sie verschweigt, wo sie sich hütet, über die Beweggründe ihres Handelns Auskunft zu geben. Das mache ich selbst und fordere es auch von anderen. Das ist auch quälend. Und man erfährt auch manchmal – und das ist auch ein Risiko – etwas über sich selbst.


Haben Sie viel über sich erfahren?

Ich habe in meinem Beruf sehr viel über mich erfahren. Das ist ja auch eine Motivation: Ich mache Filme, weil ich mich über etwas ärgere, mich etwas beunruhigt oder ich mich amüsiere, häufig auch über mich selbst. Und dann schreibe ich ein Buch, und dann drehe ich das.


Was bewegt Sie zurzeit am meisten?

Offenbar hat die allgemeine Habgier, diese Haltung einer Gesellschaft, die nur noch nach dem Preis fragt und nicht mehr nach dem Wert, mich dazu geführt, dass ich jetzt diese Geschichte, in der alle hinter dem Geld herjagen, sagenhaften Gewinn machen und einige in den Abgrund stürzen, erzähle. Und ich bin überzeugt, dass nicht nur Banken mit toxischen, vergifteten Papieren, mit Päckchen, die keinen Inhalt haben, sondern nur noch Verpackung sind, dass nicht nur die die Gesellschaft ökonomisch an einen Abgrund geführt haben, sondern ich glaube auch, dass Medien, die immer mehr nur noch Päckchen verpacken, aber keinen Inhalt mehr haben, auch irgendwann die Gesellschaft an den Abgrund fahren.


Also sind die Medien schuld?

Ich habe x-mal gehört, auch von Politikern, die gesagt haben: Aber die Einschaltquote ist so, die Leute wollen das doch so ... Ich meine, wenn öffentlich-rechtliche Anstalten einen Sinn haben sollen, dafür wird Gebühr gezahlt, dann haben sie wie ein Staatstheater auch eine Verantwortung für den Zuschauer. Und bei einem Menschen, der zu faul ist zum Kauen, muss ich doch aufstehen und sagen: Ich muss dich einmal zum Kauen zwingen. Wenn ich dir dauernd Breichen bringe, weil du zu faul bist zum Kauen, fallen dir irgendwann die Zähne aus.


Lässt sich der Zuschauer zwingen?

Wir sind für das Gebiss unserer Zuschauer mitverantwortlich. Wir sind in einer Situation, in der dem Zuschauer das Gebiss wirklich bedenklich wackelt. Wenn ich sehe, was alles Einschaltquoten hat, dann kann man doch sagen: Wenn dieser Dreck so viele Zuschauer hat, dann ist es auf keinen Fall ein Maßstab für Erfolg. Genauso wie wir jetzt wissen, dass die zwanzig Prozent Rendite, die Ackermann für die Deutsche Bank gefordert hat, für andere Banken nicht der richtige Weg waren, sondern zu einem verheerenden Zusammenbruch geführt haben.


Kann unsere Gesellschaft das noch drehen und wenn ja, wie?

In der Geschichte war es immer so: Wenn eine Gesellschaft anfängt, nur noch sich zu amüsieren, sich nicht mehr mit Problemen auseinanderzusetzen, wurde es brenzlig. Wenn man nur noch Zerstreuung suchte und Zeit totschlug, dann sind diese Gesellschaften von den Römern bis zur Weimarer Republik immer im Abgrund gelandet. Dann kam immer ein Krieg. Und dann kam die Besinnung. Ich hoffe, der Krieg bleibt uns erspart. Was wir im Moment erleben, ist ja ein Weltkrieg, nur ohne Kanonen.


Es wird auch ohne Krieg weitergehen ...

Es ist schon eine gewaltige Erschütterung, die es über kurz oder lang geben wird.


Wie meinen Sie das?

Ich hab jetzt häufig gehört, Unternehmen würden jetzt nur noch auf Sicht fahren. Und allen denen, die sich jetzt so furchtbare Sorgen machen, muss man sagen: Es sind genau die, die im September die Krise noch nicht haben kommen sehen und die jetzt sagen: Sie dauert fünf Jahre. Also offenbar sind gesellschaftliche Entwicklungen ganz schwer vorauszusehen. Man weiß es eben nicht.


Nicht mal Herr Nostradamus-Wedel?

Nicht mal ich, und das ist gut so!

Das Interview führte Anja K. Fließbach

Sein Leben

Der 67-jährige Drehbuchautor und Regisseur Dieter Wedel stammt aus Bad Nauheim, hat Theaterwissenschaft, Publizistik und Geschichte an der Freien Universität Berlin studiert und schon während des Studiums eine Theatergruppe geleitet, als Lektor gearbeitet und Theaterkritiken geschrieben. Er promovierte 1965 über „Expressionismus an Frankfurter Bühnen", ging danach als Regisseur zu Radio Bremen und zum NDR und leitete zahlreiche Fernsehproduktionen - berühmt wurden „Der große Bellheim", „Der Schattenmann", „Der König von St. Pauli" und „Die Affäre Semmeling". Die Nibelungenfestspiele in Worms leitet er seit 2002. Ab 2010 plant der sechsfache Vater Festspiele im Zwinger.