- Januar 29, 2026
- 8051 Aufrufe
Harald Baumann-Hasske
Rechtsanwalt für Verwaltungsrecht, Verfassungsrecht, Verkehrsrecht und Erbrecht
Vita
Harald Baumann-Hasske wurde am 3. Dezember 1957 in Luxemburg geboren. Nach dem zweiten Staatsexamen war er zunächst als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Deutschen Bundestag tätig. Seit 1990 ist er als Rechtsanwalt in Dresden zugelassen. Von 2014 bis 2019 gehörte er dem Sächsischen Landtag an. Neben seiner anwaltlichen Tätigkeit ist er als Herausgeber und Autor juristischer Fachliteratur hervorgetreten.
Warum sind Sie Anwalt geworden?
Baumann-Hasske: Der Beruf des Rechtsanwalts ist sehr interessant und vielseitig. Nach 1990 war der Bedarf an anwaltlicher Beratung in Dresden sehr groß, was den Schritt in die Selbständigkeit erleichtert hat.
Warum haben Sie Dresden für Ihre Arbeit gewählt?
Baumann-Hasske: Dresden hat mir als Stadt sehr gut gefallen. Ich habe hier sowohl menschlich als auch beruflich sehr schnell Anschluss gefunden.
Lohnt es sich heute noch, Anwalt zu sein?
Baumann-Hasske: Der Beruf lohnt sich auf jeden Fall. Die Selbständigkeit bringt allerdings viel Verantwortung und mitunter auch großen Druck mit sich. Besonders erfüllend ist es, für spezifische Probleme der Mandanten passgenaue Lösungen zu entwickeln.
Sehen Sie Alternativen für sich?
Baumann-Hasske: Nein. Ich sehe meine Tätigkeit klar in der anwaltlichen Beratung und Gestaltung rechtlicher Lösungen.
Wie sehen Sie die Zukunft der Anwaltschaft?
Baumann-Hasske: Die Einführung künstlicher Intelligenz wird Veränderungen mit sich bringen, die gestaltet werden müssen. Sie betreffen insbesondere das Büropersonal, verändern aber bereits jetzt die Arbeitsabläufe der Anwälte. Weniger Arbeit wird es dadurch allerdings nicht geben.
Wie wichtig sind Netzwerke?
Baumann-Hasske: Netzwerke sind das wichtigste Feld für persönliche Kontakte. Persönliche Kontakte sind letztlich das Geschäftsfeld der Anwältin und des Anwalts.
Wie wichtig ist es für Sie, einen Fall zu gewinnen?
Baumann-Hasske: Ich gewinne gerne einen Fall. Noch wichtiger ist es aber, Mandanten richtig zu beraten und ihnen offen zu sagen, wenn ihre Erfolgsaussichten gering sind. Einen juristisch komplizierten Fall zu gewinnen, ist große Kunst, die ich immer wieder gerne ausübe.
Wie stellen Sie sich Ihren Ausstieg aus dem Berufsleben vor?
Baumann-Hasske: Ich werde mich allmählich zurückziehen, nur noch Vorgänge bearbeiten, die ich interessant finde, und die übrige Arbeit den Kollegen überlassen.
Haben Sie Tipps für ein gut funktionierendes Back Office?
Baumann-Hasske: Ein funktionierendes Backoffice besteht aus einem Netzwerk von Kolleginnen und Kollegen innerhalb und außerhalb der Kanzlei, die sich gegenseitig beraten. Dafür haben wir überörtliche Kooperationen mit verschiedenen Spezialisierungen. Im Team arbeitet und gewinnt es sich leichter.
Was war Ihr spektakulärster Fall?
Baumann-Hasske: Besonders prägend war eine Klage vor dem Verfassungsgerichtshof in Thüringen zur Zulässigkeit eines Volksantrags. Ungewöhnlich waren außerdem Klagen für zahlreiche Gemeinden vor dem Verfassungsgerichtshof in Leipzig gegen die Gemeindegebietsreform. Spannend waren auch viele Verfahren zum Dieselskandal sowie zu Betrügereien mit angeblichen Faksimiles.
Was würden Sie in Bezug auf die Justiz in Deutschland ändern?
Baumann-Hasske: Die Justiz braucht mehr Personal, um Verfahren zu verkürzen. Es ist nicht hinnehmbar, dass Prozesse sich über Jahre hinziehen.
Was würden Sie in Ihrem Fachgebiet ändern?
Baumann-Hasske: Im Verwaltungsrecht haben sich die hohen Hürden für die Zulassung von Berufungen nicht bewährt. Bereits das Kostenrisiko schreckt viele Mandantinnen und Mandanten ab. Eine zusätzliche Zulassung verlängert Verfahren unnötig.
Sehen Sie auch Absurdes in der Gesetzgebung?
Baumann-Hasske: Ja, etwa die Vorschriften zum Bienenrecht im BGB (§ 964), die noch aus dem 19. Jahrhundert stammen und heute nicht mehr zeitgemäß sind. Insgesamt funktioniert das System der Rechtspflege aber gut.
Welche Art Mandanten passen zu Ihnen?
Baumann-Hasske: Zu uns passen Mandanten, die Probleme mit Behörden haben, ehrenamtlich in Gemeinderäten oder hauptamtlich in kommunalen Leitungsfunktionen tätig sind oder im Verkehrsrecht mit Unfällen oder strafrechtlichen Vorwürfen konfrontiert sind. Wichtig ist die Bereitschaft, sich beraten zu lassen.
Was sind Sie für eine Anwalts-Persönlichkeit?
Baumann-Hasske: Ich verfüge über fast 40 Jahre Beratungserfahrung und nutze alle rechtlich und gestalterisch möglichen Mittel, um die Position der Mandantschaft durchzusetzen. Gleichzeitig weise ich früh auf schlechte Erfolgsaussichten hin und führe niemanden in einen aussichtslosen Prozess.
Was sind Ihre bekanntesten Publikationen?
Baumann-Hasske: Ich bin Herausgeber und Autor des Kommentars zur Sächsischen Verfassung, 4. Auflage, erschienen 2021.
Kontakt:
Kanzlei RAe Baumann-Hasske
Hohe Str. 35
01069 Dresden
fon: 0351 / 49 87 2 -0
fax: 0351 / 4987 2 25