- Dezember 08, 2025
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Robert Zukowski, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht
Geboren: 22.2.1978 in Zittau
Vita: 1984 - 1991 POS Zittau, 1991- 1996 Richard-von Schlieben-Gymnasium Zittau (Abitur), 1996 Wehrdienst im Pionierbataillon Bogen/Niederbayern mit Auslandseinsatz, Anfang 1997 in Sarajewo (Bosnien-Herzegowina), 1997 – 2003 Studium der Rechtswissenschaften an der TU Dresden, 2003 – 2005 Referendariat am Landgericht Dresden, Ende 2005 Abschluss als Volljurist, 14.2.2006 Eröffnung der Anwaltskanzlei Zukowski zunächst im Bereich Schuldner- & Insolvenzberatung Vertiefung der Tätigkeiten im Bereich Strafrecht, 2016 Fachanwalt für Strafrecht
Warum sind Sie Anwalt geworden?
Der Vater eines Freundes war Rechtsanwalt in Zittau mit Partnern in Dresden. Diese haben wir bei einem Kanzleiumzug nach Meißen kennengelernt. Nach zwei Praktika in der Kanzlei in Meißen hat mir die Arbeit eines Anwalts gefallen, auch der mögliche Lebensstil und die Verdienstmöglichkeiten.
Warum haben Sie Dresden für Ihre Arbeit gewählt?
Ich habe in Dresden studiert. 1999 habe ich meine spätere Frau verliebt, die auch in Dresden als Optikermeisterin arbeitet. Seit 2002 hatten wir eine gemeinsame Wohnung in Dresden. Während des Referendariats habe ich spätere Geschäftspartner kennengelernt, die mir die Gründung meiner eigenen Kanzlei in einem gemeinsamen Büro ermöglichten.
Lohnt es sich heute noch, Anwalt zu sein?
Ich denke schon. Fachkräftemangel besteht auch bei Juristen. Die Voraussetzungen für den Staatsdienst wurden erleichtert. Viele Kollegen gehen in den Ruhestand. Dementsprechend hat sich auch die Anwaltschaft verkleinert. Es besteht trotz KI und Google der Bedarf an Rechtsberatung. Im Bereich des Strafrechts ist nicht wirklich ein Rückgang der Kriminalitätsrate erkennbar. Der Bedarf an Strafverteidigern besteht weiterhin.
Sehen Sie Alternativen für sich?
Nicht unbedingt, möglicherweise eine beratende Tätigkeit in einem Unternehmen, vielleicht auch in der Politik.
Wie sehen Sie die Zukunft der Anwaltschaft?
KI und Digitalisierung halten auch in der Justiz Einzug. Es wird spannend, wie die Entwicklung fortschreitet. Dennoch wird der Bedarf an selbst denkenden Juristen erhalten bleiben. Die Arbeit im Hintergrund wird sich ändern und vereinfacht sich, aber auch die Assistenten werden bleiben, wenngleich in einer Art Controlling.
Wie wichtig sind Netzwerke?
Beziehungen schaden dem, der keine hat. Sowohl ein Netzwerk aus Kollegen als auch ein Netzwerk von Geschäftspartnern bringt Vorteile am Markt. Strafverteidiger und die ihnen angetragenen Fälle leben natürlich auch von ihrem Ruf und ihrer Expertise. Mit Fällen in der Presse und im Fernsehen zu erscheinen, bringt erhebliche Vorteile, auch wenn man sich ab und an gerade als Strafverteidiger für seine Arbeit erklären muss.
Wie wichtig ist es für Sie, einen Fall zu gewinnen?
Gewinnen kann man als Strafverteidiger nicht wirklich. Man kann das Beste für seinen Mandant herausholen. Oftmals sind die Ermittlungsergebnisse derart gut, dass es nicht um die Frage geht, ob der Mandant überführt ist, sondern wie man für ihn das optimalste Ergebnis erzielt.
Wie stellen Sie sich Ihren Ausstieg aus dem Berufsleben vor?
Darüber habe ich mir noch keine wirklichen Gedanken gemacht. Ich schätze Anwalt bleibt man sein Leben lang und wird immer ein wenig weiter beraten. Natürlich nicht mehr unter Vollgas. Mein Traum ist ein ruhiger Lebensabend mit meiner Frau und am besten mit tollen Enkelkindern bei uns auf dem Dorf in unserem Haus. Mit der Familie und den gemeinsamen Freunden möchte ich noch viel erleben.
Haben Sie Tipps für ein gut funktionierendes Back Office?
Vertrauen, Kompetenzübertragung und eine gute Bezahlung der Mitarbeiter sollten an erster Stelle stehen. Wenn diese finanziell zufrieden sind, sind sie für die Arbeit motiviert. Wichtig ist es, ihnen auch Handlungsfreiheiten und Freizeit zu schaffen. Wenn sie einen Arzttermin haben, dann haben sie den eben. Man sollte diese kleinen Wünsche der Mitarbeiter berücksichtigen.
Was war Ihr spektakulärster Fall?
Es sind 2 und natürlich die, die auch in der Presse sehr bekannt wurden. Zum einem der überfahrene 6-jährige Ali, der durch ein illegales Autorennen in Dresden ums Leben kam. Der zweite spektakuläre Fall war die von ihrem Mitschüler getötete Wiktoria in Großröhrsdorf. In beiden Fällen habe ich die Vertretung der Familie als Nebenkläger übernommen.
Grundsätzlich sind die Fälle, bei denen Menschen um Leben kommen immer recht anstrengend und spektakulär für einen Strafverteidiger. Herausfordernd war die Verteidigung eines Mitglieds der Freien Kameradschaft Dresden. Es ist nicht einfach, in einem politischen Prozess den richtigen Ton zu treffen, ohne dass sich jemand – egal aus welchem Lager – daran anstößt. Man muss hier besonders sensibel agieren und mit Fachkompetenz überzeugen.
Was würden Sie in Bezug auf die Justiz in Deutschland ändern?
Meines Erachtens sind viele Dinge zu entschlacken. Die Justiz krankt mitunter an ihren enormen Verwaltungsstrukturen und ihrer Bürokratie. Warum muss zum Beispiel ein Kostenbeamter immer auf alle Akten warten, bevor er die Rechnung eines Pflichtverteidigers festsetzen kann, obwohl die Gebührentatbestände recht übersichtlich sind.
Was würden Sie in Ihrem Fachgebiet ändern?
In Ermittlungsverfahren haben die Ermittlungsbehörden zu viele Befugnisse aber wenig Ressourcen. Die Polizei wertet Datenträger, vor allem Handys mit einem eingeschränkten Blick aus. Wenn der Verteidiger eher Zugriff auf diese Daten bekommt und dieselben Möglichkeiten der Auswertung, wird man sicher auch schneller Konsens in der Bewertung und Deutung der Beweismittel erzielen können. Somit können Verfahren und auch Untersuchungshaft beschleunigt werden.
Sehen Sie auch Absurdes in der Gesetzgebung?
Absurd ist im Bereich des Strafrechts der stete Drang zur Strafverschärfung. Wir hatten gute Gesetze und die Strafrahmen waren in Ordnung. Gerade im Bereich des Sexualstrafrechts werden jetzt Handlungsweisen sanktioniert, die früher auf gesellschaftlicher Ebene geklärt wurden. Ist derjenige, der beispielsweise einer Frau einen Klapps auf den Po gibt sofort sexuell motiviert. Müssen wir hier tatsächlich im Bereich des Strafrechts sanktionieren und diesen Menschen mit der Eintragung im Register zu einem Sexualstraftäter machen?
Welche Art Mandaten passen zu Ihnen?
Mandanten die zuhören, meinen Erfahrungen und Empfehlungen vertrauen. Das Schlimmste für einen Strafverteidiger ist es, wenn der eigene Mandant einen anlügt und so eine erfolgreiche Verteidigung gefährdet. Oftmals ist es besser lieber nichts zu sagen, als sich dann um Kopf und Kragen zu reden, gerade dann, wenn man den Ermittlungsstand der Polizei nicht kennt.
Was sind Sie für eine Anwalts-Persönlichkeit?
Anders als im Privatleben versuche ich immer ruhig und sachlich zu bleiben. Ich sehe mich nicht als Konfliktverteidiger. Lieber lass ich die Gegenseite vorpreschen, um dann mit überzeugenden Gegenargumenten punkten zu können. Ich versuche nicht auf Fehlern anderer Menschen herumzuhacken und diese dann bloßzustellen. Ärgerlich werde ich dann, wenn unsachlich oder bewusst falsch und wahrheitswidrig vorgetragen wird, um gegenüber Anderen zu imponieren.
Was sind Ihre bekanntesten Publikationen?
Publiziert habe ich nie. Ich bin eher der Praktiker, nicht der Theoretiker, der Artikel verfasst.
Kontakt:
Rechtsanwalt Robert Zukowski
Königsbrücker Str. 54
01099 Dresden
Telefon: 0351 456 82 50
Mail: info@zz-anwaelte.de