Prof. Manfred Wirth - Klinikdirektor, Uniklinik Dresden

Von Männern wird immer erwartet, dass sie gesund, immer fit, immer leistungsfähig sind. Männer sind genauso anfällig für Krankheiten, sogar noch etwas mehr als Frauen. Sie werden auch nicht so alt wie Frauen. Dieser typische starke Mann ist eigentlich nur durch seineerhöhte Muskelmasse definiert. Als Männer sind wir kräftiger, wenn es darum geht, einen Baum zu fällen. Aber um Probleme zu lösen, ist es schon sehr gut, wenn man auch Frauen dabei hat, die das oft von einem ganz anderen Blickwinkel sehen. Und die typischen Männer-Klischees Autos und Geld … Ich finde, Autos braucht man, um sich vorwärts zu bewegen. Ich brauche keinen Porsche. Vielleicht wäre es mal ganz nett, einen zu haben. Aber das ist mir nicht so wichtig. Geld habe ich genug, um ordentlich zu leben. Mehr brauche ich nicht. Im Job sollte man immer das tun, was einem Spaß macht und mit dem man sich wohl fühlt. Nur dann ist man gut. Erstrebenswert ist

 

· dass man was bewirkt in dem, was man tut,

· dass man vorankommt, die Spezialität, für die man zuständig ist,

  weiterentwickelt - das ist in der Medizin besonders wichtig,

· dass man forscht,

· dass man nach neuen Techniken schaut,

· dass man auch sieht, wie man zum Beispiel Komplikationen

 

vermeidet, um bestmöglich Menschen zu behandeln. Der Erfolg kommt dann, wenn man viel arbeitet und versucht, sich ständig zu verbessern. Ich bin zum Beispiel nie zufrieden mit dem, was im Moment da ist. Das ist eine meiner guten oder schlechten »Der Erfolg kommt dann, wenn man viel arbeitet und versucht, sich ständig zu verbessern.« Prof. Manfred Wirth, Klinikdirektor, Uniklinik Dresden Eigenschaften. Gut insofern, als man natürlich immer dann danach schaut, wie kann man besser werden und wie kann man die Dinge besser strukturieren und besser machen. Ich bin mit meinem Fach sehr zufrieden. Die Urologie ist hochinteressant. Ich kann mir im Moment kaum noch vorstellen, dass ich etwas anderes tun möchte. Obwohl ich in der Vergangenheit, förmlich im Nebenamt, das Klinikum auch mal über fünf Jahre geleitet habe. Aber Menschen helfen, operieren, da sieht man echte Erfolge. Ich habe einmal einen jungen Mann mit einem bösartigen Tumor operiert, von dem man ein Überleben nicht hätte erwarten können. Das ist 16 Jahre her und er hat heute fünf Kinder. Solche Dinge sind ein besonderer Ansporn.

 

Vita:

Prof. Dr. med. Dr. h. c. Manfred Wirth arbeitete bis 1992 in Würzburg, bevor er am Dresdner Uniklinikum eine C4-Professur antrat und die Leitung der Urologischen Klinik und Poliklinik übernahm. Wenig später wurde er Ärztlicher Direktor, eine Funktion, die er bis 1999 innehatte. Er engagierte sich bis zum März 2013 im Aufsichtsrat, ist heute immer noch Klinikdirektor.