• November 24, 2022
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Der Autor Jaroslav Hasek vom (gar nicht so) braven Soldat Schwejk hat vor 100 Jahren eigentlich nur seine Biografie geschrieben: Er bediente sich der derben, vulgären Volkssprache, stahl Hunde, verpasste ihnen einen Stammbaum und verkaufte sie an wohlhabende Kundschaft, war selbst Soldat im 1. Weltkrieg, trank gerne und viel...

Ab dem 4. November wird sich in der Comödie Dresden in Person von Thomas Böttcher eben jener Hundefänger Josef Schwejk aus Prag mit treffsicherem Instinkt und jeden Befehl wörtlich nehmend durchs Leben schlawinern. Nachdem er im Gasthaus „Zum Kelch“ wegen Majestätsbeleidigung verhaftet wird, und ihm auch die bei der Musterung amtlich festgestellte Blödheit nichts nutzt, wird er dem Leutnant Lukasch als „Putzfleck“ an der Ostfront zugeteilt. Immer wieder manövriert er sich ungewollt in schwierige Situationen, kann aber stets mit viel Bauernschläue seinen Kopf aus der Schlinge ziehen. Egal, ob er für seinen Leutnant bei den Frauen schwindelt, sein Rheuma ihm die Front ersparen soll oder er treudoof mit dem Feind die Uniform tauscht und „Nicht schießen, hier sind Menschen!“ ruft. Immer möchte er “alles gut machen, trotzdem geht alles schief und darunter leidet meine ganze Umgebung“.

Regie führt Dominik Paetzholdt, ein erfahrener Theaterregisseur und Leiter des Kabaretttheaters Distel in Berlin. Die Kostüme sind von Ella Späte historisch gestaltet.

Dominik Paetzholdt: „Die Geschichte um den bauernschlauen Schwejk ist zeitlos und gerade hochaktuell, denn wir haben einen Krieg vor der Haustür in Europa. Trotz aller Tragik ist es eine Kultkomödie, die zeigt, wie der kleine Mann in einer Welt voller Machtbestreben und Widrigkeiten seinen Humor nicht verliert und so ein Plädoyer für das Miteinander und Menschlichkeit liefert.“

Im Schauspielteam sind neben Thomas Böttcher alte Bekannte wie Publikumsliebling Dorothea Kriegl und Michael Jäger („Die Feuerzangebowle“, „Alfons Zitterbacke“). Erstmals dagegen stehen Ferdinand Kopeinig, Johannes Sautner, Guido Fuchs und Ulrich Milde auf der Comödien-Bühne. Sie spielen teilweise bis zu acht verschiedene Rollen und absolvieren damit einen wahren Kostümmarathon. Lediglich Böttcher bleibt „nur“ Schwejk.

Thomas Böttcher: „Es berührt mich sehr, wenn ich diese Figur spiele gerade wegen der Aktuali- tät des Stoffes. Übrigens geht es nicht nur mir so, sondern dem ganzen Ensemble. Schön ist, dass das Lachen nicht zu kurz kommt. Versprochen!“

Und so wird sich über 60 Jahre nach dem Filmklassiker mit Heinz Rühmann Kult-Moderator Tho- mas Böttcher im Komödienklassiker mit seinem Kumpel „Nach dem Krieg um halb sechs im Kelch!“ verabreden.

Text: PR Comödie Dresden