Was hat gutes Essen mit Luxusimmobilien und Mode zu tun?

Herr Hermann, wann sind Sie nach Dresden gekommen?
Herrmann: 1997 als Küchenchef im Restaurant Carousell (Hotel Bülow Residenz).

Warum ausgerechnet Dresden?
Hermann: Nach meiner Zeit in der Bülow Residenz hatte ich Angebote aus New York, London und Tokio. Die Situation war für mich damals sehr günstig, denn ich war jung und hatte mir durch den Stern eine gute Ausgangslage erarbeitet. Ich habe diese Chance damals genutzt und unter anderem bei Daniel Boulud (New York, *** Michelin- Sterne) Joachim Wissler (Restaurant Vendôme, Bergisch-Gladbach, *** Michelin-Sterne) und Hans Haas (Tantris, München, ** Michelin- Sterne) gearbeitet. Doch ich wusste schon damals, dass ich eines Tages nach Dresden zurückkehren würde, denn wie viele hatte ich mich sehr schnell in die Stadt, ihre Menschen und ihr großes Potential verliebt.

Was verbindet Sie, außer Ihrer Leidenschaft für's Kochen, noch mit Dresden?
Hermann: Vor allem die vielen tollen Menschen, die ich hier kennengelernt habe. Freunde, Partner und mein Team, ohne die bean&beluga nie zu dem geworden wäre, was es heute ist. Mein Beruf ist keine klassische Beschäftigung, sondern Berufung. In meinem Job hat man wenig Freizeit, deshalb sollte man das, was man tut mit Liebe machen. Meine Leidenschaft für`s Kochen ist also ein großer Teil meines Lebens und deshalb sind es auch berufliche Themen, die mich mit der Stadt verbinden. Der SemperOpernball beispielsweise ist mir sehr ans Herz gewachsen und es erfüllt mich mit Stolz, bei diesem für Dresden so wichtigen Ereignis dabei sein zu können.

Sie waren 2002 Aufsteiger des Jahres in der Zeitschrift "Der Feinschmecker" und wurden im Gault Millaut zum besten Koch der neuen Bundesländer erklärt. Seither erhielten Sie eine Auszeichnung nach der anderen.
Hermann: Die schönste Auszeichnung sind für mich ein volles Restaurant und zufriedene Gäste. Offizielle Auszeichnungen und Preise sind natürlich eine zusätzliche Motivation für das Team und die Belohnung der tagtäglichen Arbeit.

Sie haben bereits mehrere Male den Stern bestätigt bekommen. Wann können wir damit rechnen, dass Sie den 2. Stern erhalten?
Hermann: "Rechnen" ist hier das falsche Wort. Man kann auf den zweiten Stern nur hinarbeiten, sich stetig verbessern, kreativ und visionär bleiben und dann vielleicht "hoffen", dass diese Bemühungen mit einem zweiten Stern ausgezeichnet werden. Aber einen Stern zu halten ist schon eine Herausforderung, die viele unterschätzen, insofern ist auch das für uns Jahr für Jahr ein Erfolg.

Als Sie damals in Dresden als angestellter Koch begonnen haben, konnten Sie sich da bereits vorstellen, was Sie alles in so kurzer Zeit erreichen können? Ich meine die Selbstständigkeit ab 2007 mit dem Restaurant "bean&beluga" in Verbindung mit Weinbar, einem Feinkostladen und einer Kochschule. 2009 folgte die Eröffnung des Konzertplatzes "Weißer Hirsch" - einem der schönsten Biergärten in Dresden, dem "william", der Pausenverpflegung im Schauspielhaus sowie der "bean&beluga"-Striezelmarkthütte auf dem ältesten Weihnachtsmarkt Deutschlands?
Hermann: Jetzt wo Sie es sagen - das klingt schon ganz schön umfangreich (schmunzelt). Aber im Ernst. Alle Unternehmensbereiche, die Sie jetzt genannt haben, waren von Anfang an natürlich nicht geplant, denn sowas entwickelt sich fließend. Was von mir aber durchaus so angedacht war, war ein Unternehmen, das auf mehreren Säulen fußt und neben dem unverzichtbaren Kern - unserem Sternerestaurant - auch andere gastronomische Bereiche bedient. In der heutigen Zeit haben es Restaurants ohne Hotel oder Geldgeber im Rücken sehr schwer. Und auch mit einem Hotel ist die Arbeit nicht immer einfach, denn hier ist man ganz anderen Anforderungen unterworfen. Mein Ziel war es schon immer, frei und wirtschaftlich unabhängig arbeiten zu können und darauf habe ich hingearbeitet.

Was sind Ihre persönlichen Lieblingsgerichte?

Hermann: Wenn ich bei meiner Mutter bin, dann esse ich gerne "Fleischküchle mit Kartoffelsalat" und andere bodenständige Gerichte meiner Kindheit. Auch, wenn ich selber koche, mag ich es einfach. Zum Beispiel liebe ich Salat mit Rinderfiletstreifen oder Fisch.

Wie sehen Sie persönlich die Entwicklung von Dresden aus Ihrer Branche heraus?

Hermann: Es gibt noch viel zu tun obwohl sich die Stadt in den vergangenen Jahren sehr gut entwickelt hat. Im Bereich Gastronomie gibt es mittlerweile einige sehr lohnenswerte Adressen und natürlich ist Dresden grundsätzlich eine wunderschöne Stadt. Wenn sich die historische Bausubstanz noch mehr mit internationalen Marken füllt, werden wir auch international noch mehr Relevanz bekommen.

Können Sie bereits schon eine persönliche Prognose abgeben, wo Dresden in 10 Jahren stehen wird?
Hermann: Ich hoffe unter den Top 3 Städten in Deutschland. Wo würden Sie persönlich - nach Noten betrachtet - den Stellenwert im Bereich Essen, Mode und Immobilien von Dresden in Deutschland sehen? Hermann: In Bezug auf die Schönheit der Immobilien und die damit verbundene Wohn- und Lebensqualität würde ich Dresden mit der Note 1-2 auszeichnen. Im Bereich Mode könnte unser Alleinstellungsmerkmal wohl eher in kleinen, unabhängigen Boutiquen liegen, aber natürlich fehlen hier trotzdem noch die Markenführer. Hier würde ich demzufolge die Note 2-3 vergeben. In meiner Branche würde ich eine Benotung zwischen 2-3 abgeben, wobei ich der Überzeugung bin, dass wir in den nächsten Jahren unser Potenzial sicherlich noch mehr ausschöpfen werden - die Kombination von Individualität, Schönheit und Hochwertigkeit ist in Deutschland sehr, sehr selten zu finden.

Rolf Leube & Partner

Die Firma Rolf Leube & Partner GmbH hat sich auf Luxusimmobilien in Dresden spezialisiert. Sie möchte den Immobilienstandort in der gleichen Liga wie München und Hamburg sehen und dazu gehören viele Dienstleister, die dazu beitragen, um in dieser Liga mitspielen zu können. Deshalb beginnt eine einmalige Serie von Interviews mit erfolgreichen Menschen, die Dresden nach vorne bringen. In diesem Zusammenhang haben sich drei Personen getroffen, um darüber zu berichten, wie gutes Essen mit Luxusimmobilien und Mode zusammenkommt. Der erste Experte und gleichzeitig die Nummer Eins für gutes Essen in Dresden ist Stefan Hermann. Dazu gesellte sich die Personal-Shopperin und Mode- und Stilexpertin Sonja Grau, die nationale und internationale Anerkennung genießt. Sie weiß, woher die Modetrends kommen, wie sie sich entwickeln und verändern werden. Durch Funk und TV wurde sie in den Fokus gestellt, große Tageszeitungen, Wirtschafts- und Life-Style-Magazine sowie die Deutsche Presseagentur greifen bei Fashionthemen auf ihren Erfahrungsschatz zurück. Das Markenzeichen von Sonja Grau ist der Hut. Ihre Hutmodelle werden vom weltbekannten Hutmodisten und Exzentriker Philip Treacy aus London, der unter anderem auch das britische Königshaus mit seinen Hutkreationen erfreut, kreiert. Ebenfalls anwesend war der Immobilienexperte Rolf Leube, der auch das Interview durchführte.

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