Leben als Veganer

Ist das echt oder Show? Fragen an Luca-Fiene Weber, Veganerin aus Dresden. 

 

 

Seit wann lebst Du vegan?

Luca: Ich verzichte seit einem Jahr auf tierische Produkte.

 

Wie bist Du zu der Entscheidung gekommen?

Luca: Ich fing an, mich mit Tierhaltung und dem Einfluss auf das Klima zu beschäftigen. Außerdem habe ich mir Gedanken gemacht, warum wir uns das Recht heraus nehmen, Tiere zu quälen, nur um eine abwechslungsreichere Ernährung zu haben. Ich komme nicht damit klar, dass ein Tier stirbt, nur damit ich Fleisch essen kann.

 

Wo liegt der Unterschied zwischen vegan und vegetarisch?
Luca:
Bei einer vegetarischen Ernährung verzichtet man auf Fleisch und Gelatine, bei einer veganen Ernährung auf alle tierischen Produkte.

 

Es gibt auch „Vegetarier“ die trotzdem Fisch essen. Haben diese einen eigenen Namen?
Luca:
Ja, diese „Vegetarier“ nennt man Pesketarier. Das sind die, die auf das Fleisch von Säugetieren verzichten, aber für die Fisch kein Fleisch ist und es trotzdem essen. Da das Meer aber komplett überfischt ist, finde ich es verwerflich, dass man zwar gegen Massentierhaltung ist, aber zum Fischsterben beiträgt.

 

Es klingt, als würdest Du den Menschen eine Doppelmoral vorwerfen. Denkst Du, dass vegan oder vegetarische Ernährung eine Mode ist?
Luca:
Teilweise. Ich habe Freunde, die die vegane Ernährung nach einem halben Jahr wieder hingeworfen haben. Aber, wenn man aus Überzeugung und Tierliebe vegan oder vegetarisch lebt, kann man das sehr gut durchziehen.

 

Es gibt veganes Fleisch und ähnliche Ersatz-Produkte. Schmecken die?
Luca:
Ich persönlich finde den veganen Käse nicht gut, da seine Konsistenz eher einem Kaugummi gleicht. Sonst verwende ich kaum solche Produkte, außer natürlich auf Hafer-Milch, da man beispielsweise zum Backen Milch braucht und Hafer-Milch fast wie „normale“ Milch schmeckt.

 

Was darfst Du denn überhaupt noch essen?
Luca:
Eigentlich sehr viel. Man braucht nur eine gewisse Kenntnis über die Möglichkeiten. So sind viele Gerichte, die aus der indischen Küche kommen, vegan. Aber auch in der vietnamesischen Küche findet man viel fleischfreie Gerichte. Man muss nur darauf achten, dass man alle Nährstoffe, die in tierischen Produkten enthalten sind, auch zu sich nimmt, da man sonst zu einer Mangelernährung neigt.

 

Wie vermeidest du Mangelerscheinungen?

Luca: Anfangs hatte ich Eisenmangel. Um den auszugleichen, trinke ich jeden Tag einen halben Liter Eisensaft. Außerdem trinke ich Hafer-Milch mit extra Calcium und esse sehr viel Nüsse, um mehr Eiweiß aufzunehmen. Mein Lieblingsgemüse ist Spinat, da er sehr eisenhaltig ist und zudem auch noch gut schmeckt.

 

Wie geht es Dir heute?
Luca:
Ich bin sehr oft müde durch den Nährstoffmangel. Positiv ist jedoch, dass sich mein Immunsystem gestärkt hat und ich selten Schnupfen kriege. Brauche ich doch mal Medizin, wirken schon geringe Dosen. 

 

Wie sieht dein Frühstück aus?
Luca:
Unter der Woche ist es tatsächlich ziemlich trist, weil ich einfach nicht die Zeit habe, mir etwas Aufwendiges zuzubereiten. Also esse ich Nougat Bits mit Hafer-Milch und habe ein Frühstück, das lange satt hält. Am Wochenende mache ich mir oft Soja-Joghurt mit Früchten und Obstsalat, dazu Fladenbrot mit Marmelade oder Erdnussbutter.

 

Sind auch Getränke ein Thema?
Luca:
Da ich mich eigentlich nur von Wasser ernähre, muss ich persönlich nicht darauf achten.

 

Wie ist es mit Alkohol?
Luca:
Wein darf man nicht trinken, da er durch Tierhaut gefiltert wird. Bei Bier ist es ähnlich, denn dort werden Bakterien zum Gärungsprozess hinzugefügt, aber darüber sehe ich hinweg.

 

Ist veganes Leben teurer?
Luca:
Ich glaube nicht. Wenn man vorher schon Wert auf die Qualität des Fleisches gelegt hat, dann gleicht sich das aus.

 

Vegan essen und vegan leben sind unterschiedliche Dinge, oder?
Luca:
Wenn man vegan lebt, muss man auf alles, was von Tieren stammt, verzichten von der Schafwolle bis zum Leder.

 

Bleibst du für immer Veganerin?
Luca:
Das kann ich tatsächlich nicht sagen, aber ich habe nicht vor, in naher Zukunft damit aufzuhören. 

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