Erst hältst du eine lange Rede vor Fernsehkameras und Publikum und zwei Stunden später hüpfst du wie ein Kind am Strand herum, versteckst dich und erschreckst Leute“, wunderte sich meine Artdirektorin Anke letztens über mich, als wir wegen der Markteinführung der Disy Rostock an der Küste waren. Wir wohnten in einer Suite ganz oben im Hotel Neptun, seriös, gediegen. Dann saßen wir nachts am Strand und sangen laut Lieder. Wir waren im noblen Spa, ließen uns mit einem Algenbad verwöhnen und störten die gediegene Atmosphäre mit einem Lachanfall, weil ich verbildlichte, wie ich von den vielen Blubberblasen aus der Wanne katapultiert werden könnte und Anke sich das gut vorstellen konnte. Darf man sich in meiner Position so benehmen? Darf man sich als Erwachsener überhaupt kindisch aufführen? Sonntags vormittags gehe ich mit meiner Tochter gern zu einem einsamen Spielplatz. Letztens, ich war gerade dabei, die Rutsche auf der glatten Seite von unten nach oben zu kriechen, kam ein Vater mit seinem Sohn. Verlegen stellte ich mich brav an den Spielplatzrand. Er tat das auch. Als wir gegangen waren und ich mich umblickte, war dieser Papa schon dabei, die obere Kante einer Sprossenwand zu überqueren. Mein Kind gibt mir ein Alibi. Schließlich muss ihm jemand zeigen, wie man graziös auf einem Schwebebalken schreitet. Nicht zuletzt schult das ihr Durchsetzungsvermögen, wenn sie ruft: „Ich will auch mal, Mama!“ Woher soll sie allein wissen, welche akrobatischen Übungen sich auch für zu Hause eignen und wie die Wasserrolle im Schwimmbad geht. Wenn ich der größten Hektik in unserer Redaktion entfliehen will, fahre ich ins Erzgebirge. Dann nehme ich nicht nur mein Kind mit, sondern auch noch die Freundinnen meiner Tochter. Urlaub allein mit drei Kindern ist keiner? Für mich gerade. Dann gibt es Pyjamapartys, Gruselgeschichten, Wettschwimmen und ich lasse meine Fähigkeiten im Eichelhut- und Grashalmpfeifen bewundern. Ich bin nicht die Mutter, ich bin ihre Anführerin. Deshalb, liebe Disy-Freunde, hat es mir besonders viel Spaß gemacht, mit den Kindern für unsere neue Zeitschrift „Disy Kids“ zu recherchieren. Deshalb, liebe Disy-Leser, ist diese Kinderzeitschrift auch ein Magazin für uns Erwachsene. Zum Mitlesen, Nachmachen, Ausprobieren, aber vor allem für das Gefühl, noch immer Kind zu sein. Denn das sind wir nach wie vor. Alle! Viel Spaß beim Lesen dieser Disy und nicht vergessen: „Disy Kids“ ab 12. Dezember im Handel.

Herzlichst

Ihre Anja K. Fließbach

(Chefredakteurin)