• August 22, 2026
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Dresden, 21.08.2026

Ein Lieferwagen steht in zweiter Reihe, die Kita-Einfahrt ist zugeparkt, und

ein Abc-Schütze löst sich aus der Hand seiner Mutter und läuft los.

Willkommen zurück im Alltag. Wenn Schul- und Berufsverkehr wieder

zusammenkommen, wird der Morgen für viele Fahrerinnen und Fahrer

überraschend fordernd. Was sich dabei im Kopf abspielt, ist mindestens

genau so entscheidend wie das, was auf der Straße passiert.

 

Wer morgens dann auch noch unter Zeitdruck steht, kann sich nicht mehr vollständig

auf das Fahrgeschehen konzentrieren. Nach der ruhigen Ferienzeit wirkt der Verkehr

zudem dichter und unübersichtlicher. Stephan Häbold, Leiter der TÜV NORD Station

Dresden kennt den Mechanismus und erklärt: „Wer dann keinen Puffer eingeplant

hat, startet gestresst, bevor man überhaupt im Auto sitzt.

Schneller fahren löst das Problem nicht

 

Unter Zeitdruck neigen viele dazu, unbewusst schneller zu fahren. Nicht aus Kalkül,

sondern weil das Gehirn Geschwindigkeit als Ventil nutzt. Häbold: „Ich komme zu

spät, ich schaffe etwas nicht – das erzeugt Druck. Und diesem Druck folgen wir,

indem wir versuchen, die Kontrolle zurückzuerlangen; oft, indem wir unbewusst Gas

geben." Im dichten Stadtverkehr lässt sich dadurch allerdings kaum Zeit sparen.

Durch höheres Tempo spürbar früher anzukommen, ist eine Illusion.

Besonders riskant wird es an Ampeln: Die Schlange zieht an, die Phase wechselt –

und wer unter Zeitdruck steht, folgt dem Hintermann noch bei Rot, getrieben von

dem Impuls „ich muss das noch schaffen". Bleibt dies folgenlos, verbucht das Gehirn

es unterbewusst als Erfolg. „Das ist eine Gefahr, in die wir alle geraten können: Wenn

Fehlverhalten unbestraft bleibt, wird es zum Verstärker", sagt der Stationsleiter.

 

Schulzonen, Kitas, Lieferverkehr – alles auf einmal

 

Genau dort, wo der Morgenverkehr am dichtesten ist, lauern die größten Risiken. Vor

Schulen und Kitas stauen sich Bringfahrzeuge, Lieferwagen blockieren Spuren, und

1Kinder verhalten sich so, wie Kinder eben sind: spontan und schwer vorhersehbar.

Wer sich in solchen Momenten über den falsch parkenden Lieferwagen oder das

zögerliche Elterntaxi ärgert, kann mit einem einfachen Mittel gegensteuern: dem

Perspektivwechsel. Wer kurz überlegt, warum der andere so handelt, reagiert häufig

gelassener – und sicherer. Stephan Häbold macht den Zusammenhang zwischen

Geschwindigkeit und Reaktionsweg konkret: „Wenn ich in einer Tempo-30-Zone mit

35 km/h fahre, verlängert sich im Falle einer Notbremsung der Anhalteweg um rund

drei Meter. Und das sind genau die drei Meter, die entscheiden können, ob ich mit

einem Kind zusammenstoße oder nicht."

 

Vorbereitung beginnt am Vorabend

 

Die wirksamste Gegenmaßnahme ist ein ausreichender Zeitpuffer – und der entsteht

am Abend davor. Wer gedanklich durchgeht, wo auf der Strecke Baustellen oder

Engpässe liegen und prüft, ob es eine ruhigere Alternative gibt, startet entspannter.

Häbold betont: „Stellt man den Wecker auf die spätestmögliche Zeit, ist das

Stresslevel schon hochgesetzt, bevor man überhaupt am Steuer sitzt."

Besteht die Möglichkeit, sollte insbesondere in den ersten Tagen nach dem Urlaub

auch über Alternativen wie Park-and-Ride oder das Fahrrad nachgedacht werden –

nicht als Verzicht, sondern als Möglichkeit, dem stressigsten Teil des Morgenverkehrs

aus dem Weg zu gehen. Stephan Häbold fasst zusammen: „Sicher ankommen sollte

das Credo sein, wenn ich ins Auto einsteige. Es geht nicht primär darum, zu einer

bestimmten Zeit an der Arbeitsstelle anzukommen, sondern dass ich ankomme – und

zwar sicher und unfallfrei."

 

Über die TÜV NORD GROUP:

 

Vor mehr als 150 Jahren gegründet, stehen wir weltweit für Sicherheit und Vertrauen.

Als Wissensunternehmen haben wir die digitale Zukunft fest im Blick. Ob

Ingenieurinnen, IT-Security-Experten oder Fachleute für die Mobilität der Zukunft:

Wir sorgen in mehr als 100 Ländern dafür, dass unsere Kundinnen und Kunden in der

vernetzten Welt noch erfolgreicher werden.