• November 21, 2025
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Andrea Kirberger, Rechtsanwältin, Fachanwältin für Bau- und Architektenrecht, Zivilrecht, privates Baurecht und Arbeitsrecht 

Zivilrecht, privates Baurecht, Arbeitsrecht,

Geboren am/in: 8.4.1977, in Marburg an der Lahn Hessen

Vita: 1995-1997 Studium Rechtswissenschaft in Konstanz, 1997-2000 zweiter Teil des Studiums in Dresden, im Jahr 2000 erstes Juristisches Staatsexamen, 2000-2002 Wissenschaftliche Hilfskraft an der TU Dresden, zur selben Zeit Referendariat in Dresden mit Ausbildungsstation in Dublin, 2002 zweites Juristisches Staatsexamen, Februar 2003 Zulassung zur Rechtsanwaltschaft, 2003 bis 2023 Rechtsanwältin in überörtlicher Anwaltssozietät, zunächst angestellt, ab 2012 Partnerin, seit 2013 Mitglied des Vorstandes des Dresdner Anwaltsvereins (seit 2023 Schatzmeisterin), seit Oktober 2023 Rechtsanwältin in eigener Kanzlei.

Warum sind Sie Anwältin geworden?

Kirberger: Ich wollte immer Menschen helfen und kann gut logisch denken und argumentieren. Meine Eltern sind Anwälte. Der Beruf macht einfach Spaß. 

Warum haben Sie Dresden für Ihre Arbeit gewählt?

Kirberger: Ich bin schon zum zweiten Teil des Studiums nach Dresden gekommen, als die Fakultät Jura an der TU gerade noch im Aufbau war. Geblieben bin ich, weil Dresden viel zu bieten hat: die Elbe, die Sächsische Schweiz und viel Kultur.

Lohnt es sich heute noch, Anwältin zu sein?

Kirberger: Definitiv! Wenn man sich Mühe gibt und mit Spaß bei der Sache ist. Es gibt Kollegen, für die ist es wichtig, bei einer großen Kanzlei zu arbeiten und mit 100.000 Euro zu beginnen. Für mich ist der Anwaltsberuf auch als Einzelkämpferin wirtschaftlich gut machbar. 

Sehen Sie Alternativen für sich?

Kirberger: Nein! Ich bin bewusst Anwältin geworden und kann mir keinen anderen Beruf vorstellen.

Wie sehen Sie die Zukunft der Anwaltschaft?

Kirberger: Im Wandel, aber durchaus positiv. KI unterstützt uns Anwälte schon heute sehr. Einige  verwenden ChatGPT für Entwürfe, aber man kann sich nicht darauf verlassen. Die Fälle dürfen nur abstrakt eingegeben werden. Wir benutzen auch andere Recherchetools wie z.B. Beck Online oder Juris. Es ist verblüffend, wie gut die Tools heute schon funktionieren. Besonders hilfreich sind sie bei Querverweisen, wenn man z.B. von einem Urteil direkt auf eine Kommentierung klicken kann. 

Wie wichtig sind Netzwerke?

Kirberger: Sehr wichtig, vor allem berufliche. Man kann nicht alle Rechtsgebiete abdecken. Ich bin z.B. im Vorstand des Dresdner Anwaltsvereins (ca. 450 Mitglieder), Mitglied im Deutschen Juristinnenbund und leite die Regionalgruppe Dresden (ca. 50 Mitglieder). Außerdem bin ich Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Bau- und Immobilienrecht im DAV, beim Institut für Baurecht Freiburg im Breisgau e.V. und in der Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht im DAV.

Wie wichtig ist es für Sie, einen Fall zu gewinnen?

Kirberger: Grundsätzlich ist das schon wichtig, aber man weiß, es ist nicht immer möglich. Manchmal ist ein 50%tiges Ergebnis schon ein 100%tiger Gewinn. Ich bin durchaus ehrgeizig, habe aber auch immer ein realistisches Bild vom Fall. Für mich stehen die Interessen des Mandanten im Vordergrund.

Wie stellen Sie sich Ihren Ausstieg aus dem Berufsleben vor?

Kirberger: Momentan noch gar nicht. Ich hoffe auf den Luxus, nach und nach reduzieren zu können. Ich möchte mit rund 70 Jahren beginnen. Es gibt kein Höchstalter.

Haben Sie Tipps für ein gut funktionierendes Back Office?

Kirberger: Ich habe kein Back Office mehr, seit ich  vor 2 Jahren aus einer überörtlichen Anwaltssozietät ausgetreten bin  und ich seitdem komplett alleine arbeite. Es stimmt, ein gutes Back Office nimmt viel Arbeit ab. Aber es ist unabdingbar das man Mitarbeiter mit einer guten Fachspeziefichen Ausbildung einstellt. Wenn man solche Mitarbeiter hat, önnen diese einen kleiner Texte abnehmen und Akten anlegen. Wegen dem Fachkräftemangel, stellen viele Kollegen allgemeine Büromitarbeiter ein. Dann kann es schon passieren, dass man mehr Arbeit mit Mitarbeitern hat als ohne. 

Was war Ihr spektakulärster Fall?

Kirberger: In meinem Schwerpunkt Baurecht geht es oft um Baumängel. Da erlebt man die absurdesten Dinge. Ich hatte einen Fall in Sachsen-Anhalt, wo in einem Krankenhaus plötzlich die Flure zu schrägen Ebenden wurden und die Liegen je nach Richtung besser oder schlechter rollten. Der Boden unter einem Gebäude hatte sich durch einen Neuen Anbau  abgesenkt. Natürlich musste die Baufirma das regulieren. 

Was würden Sie in Bezug auf die Justiz in Deutschland ändern?

Ich wünsche mir eine verbesserte Digitalisierung, dass es keine Schnittstellen mit Papier mehr gibt und alles elektronisch abgewickelt werden kann. Außerdem sollte es viel