- Februar 03, 2026
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Der Rechtsanwalt und Fachanwalt für Gewerblichen Rechtsschutz Norbert Franke über Spezialisierung, Haltung und den Kern anwaltlicher Arbeit
Vita:
Norbert Franke wurde 1977 in Dresden geboren. Nach dem Abitur studierte er Rechtswissenschaften in Dresden und München. Sein Referendariat absolvierte er in Dresden, wo er 2004 seine anwaltliche Tätigkeit aufnahm. Seitdem ist er durchgehend in derselben Kanzlei tätig und gehört seit 2011 zum Partnerkreis. Als Fachanwalt für Gewerblichen Rechtsschutz hat er sich früh spezialisiert und arbeitet überwiegend für mittelständische Mandanten. Neben seiner anwaltlichen Tätigkeit ist er ehrenamtlich engagiert und Vorsitzender eines Fachanwaltsausschusses.
Warum sind Sie Anwalt geworden?
Franke: Tatsächlich, weil das meinen Fähigkeiten wahrscheinlich am ehesten entspricht. Ich bin aufgeschlossen, kann mich schnell in Sachverhalte eindenken und gut auf mein Gegenüber eingehen. Das sind aus meiner Sicht die entscheidenden Voraussetzungen für diesen Beruf.
Warum haben Sie Dresden für Ihre Arbeit gewählt?
Franke: Weil ich die Stadt liebe und mir nicht vorstellen kann, dauerhaft an einem anderen Ort tätig zu sein. Dresden ist für mich eine der lebenswertesten Städte Deutschlands, nicht nur beruflich, sondern auch privat. Netzwerke entstehen hier sehr natürlich, und man ist gesellschaftlich gut eingebettet.
Lohnt es sich heute noch, Anwalt zu sein?
Franke: Wenn man berufliche Freiheit, selbstbestimmtes Arbeiten und den Umgang mit Menschen sucht, dann auf jeden Fall. Die Marktbedingungen werden schwieriger, aber wer qualitativ hochwertige Leistungen anbietet, kann auch heute noch profitabel arbeiten. Wir gehören weiterhin zu den Privilegierten in Deutschland.
Sehen Sie Alternativen für sich?
Franke: Beruflich eigentlich nicht. Alles andere, was man mit dem Jurastudium machen kann, ist für mich weniger attraktiv als der Anwaltsberuf. Ich würde ihn immer wieder wählen. Bei einer Tätigkeit in der Justiz oder in einer Behörde würde ich mich eingeengt fühlen.
Wie sehen Sie die Zukunft der Anwaltschaft?
Franke: Der Markt wird sich weiter verschieben. Kleine Einheiten ohne klare Spezialisierung werden es zukünftig sehr schwer haben. Spezialisierung ist und bleibt entscheidend. Kanzleien im mittleren Segment mit klarer Ausrichtung und einem breiten Mandantenspektrum sehe ich vergleichsweise stabil aufgestellt.
Wie wichtig sind Netzwerke?
Franke: Extrem wichtig. Wir leben davon, wahrgenommen zu werden und andere wahrzunehmen. Netzwerke müssen aber authentisch sein – man darf sich nicht verstellen. Das liegt nicht jedem, ist aber in unserem Beruf unerlässlich.
Wie wichtig ist es für Sie, einen Fall zu gewinnen?
Franke: Es nagt an mir, wenn ich einen Fall verliere. Alles andere wäre unehrlich. Ich mache mir das Problem des Mandanten zu eigen. Wenn man so arbeitet, trifft eine Niederlage natürlich besonders.
Wie stellen Sie sich Ihren Ausstieg aus dem Berufsleben vor?
Franke: Darüber denke ich noch nicht konkret nach. Nach meiner Rechnung habe ich mindestens noch 20 Berufsjahre vor mir. Ich kann mir durchaus vorstellen, auch darüber hinaus tätig zu sein, solange das gesundheitlich möglich ist und man seriös beraten kann.
Haben Sie Tipps für ein gut funktionierendes Back Office?
Franke: Kommunikation auf Augenhöhe bei gleichzeitig hohem Anspruch. Der Mandant zahlt ein hohes Entgelt und hat Anspruch auf Professionalität, Freundlichkeit, Reaktionsgeschwindigkeit und Zugewandtheit. Wichtig ist, Verantwortung abzugeben und Vertrauen zu schenken, statt einseitig Druck auszuüben.
Was war Ihr spektakulärster Fall?
Franke: Ein Verfahren, das seit 2011 läuft und bis heute noch nicht erstinstanzlich entschieden ist. Es geht um ein Architektenhonorar im mittleren fünfstelligen Bereich. Spektakulär ist der Fall weniger wegen der Summe, sondern wegen der extremen Verfahrensdauer, die allein der Organisation am Gericht geschuldet ist.
Was würden Sie in Bezug auf die Justiz in Deutschland ändern?
Franke: In den neuen Bundesländern würde ich den qualitativen Anspruch an die Besetzung von Richterstellen erhöhen, was aus meiner Sicht das Vertrauen in den Rechtsstaat stärkt. Es gibt exzellente Richterinnen und Richter. Insgesamt sehe ich jedoch strukturelle Probleme, etwa durch zu schnelle Besetzungen bei niedrigeren Einstellungsvoraussetzungen und damit verbundenen fehlenden Aufstiegsperspektiven, was langfristig deren Motivation beeinträchtigt.
Sehen Sie auch Absurdes in der Gesetzgebung?
Franke: Absurditäten entstehen aus meiner Sicht weniger durch einzelne Gesetze als durch deren unzureichende oder fehlerhafte Anwendung. Extrem lange Verfahrensdauern sowie mangelnde Vorbereitung und Durchführung der Verfahren aufgrund von Überlastung oder Desinteresse am Fall führen zu Ergebnissen, die für Mandanten kaum noch nachvollziehbar sind.
Welche Art Mandaten passen zu Ihnen?
Franke: Mandanten, die qualitativ hochwertige Beratung schätzen und verstehen, dass Spezialisierung ihren Preis hat. Ich arbeite überwiegend für mittelständische Unternehmen und weniger im klassischen Verbraucherbereich.
Was sind Sie für eine Anwaltspersönlichkeit?
Franke: Ich arbeite sehr engagiert und mache mir die Fälle zu eigen. Ich habe einen hohen Qualitätsanspruch an meine Arbeit und an mein Umfeld und nehme Niederlagen persönlich, weil ich mich intensiv mit den Mandaten und deren Anliegen identifiziere.
Kontakt:
Norbert Franke
Fachanwalt für Gewerblichen Rechtsschutz
Rechtsanwalt für Urheber- und Medienrecht
KUCKLICK dresdner-fachanwaelte.de
Palaisplatz 3, 01097 Dresden
Telefon: 0351 80718-89
E-Mail: franke@dresdner-fachanwaelte.de
Profillink: https://www.dresdner-fachanwaelte.de/anwaelte/norbert-franke-fachanwalt-gewerblicher-rechtsschutz-rechtsanwalt-wettbewerbsrecht-urheberrecht/