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Disy weblog » Urteil: Lebenslang

Urteil: Lebenslang

DAS IST EIN TEXT VON HAPPYSINGLEMOM AUS NEW YORK

Man kann doch keine lebenslaengliche Haft bekommen fuer etwas, das man mit Anfang 20 gemacht hat. In meinem Fall ein behindertes Kind in die Welt gesetzt. Sollte ich jetzt dafuer mein ganzes restliches Leben aufgeben? Eher nicht.

Im Sommer 2003 bekam ich einen Anruf aus Georgia. Ich mach’s kurz. Mein Sohn war beim Schwimmen halb ertrunken, keiner wusste genau, was passiert war, aber er war in einem Koma. Das hat mich natuerlich ein bischen aus der Ruhe gebracht, aber mehr auch nicht. Ich wollte ihm nie Boeses, ich wollte nur nicht mehr fuer ihn verantwortlich sein.Ich sagte denen also, ich habe ihn vor acht (!) Jahren aufgegeben, warum ruft ihr mich ueberhaupt an. Er war inzwischen ueber 18 und der Staat war jetzt automatisch sein gesetzlicher Vormund. Trotzdem haben sie, jetzt wo sie mich “gefunden” hatten (was gab es da zu finden, ich habe mich vor niemanden versteckt, wozu auch, und ich stehe im Manhatten-Telefonbuch), STAENDIG ANGERUFEN, um meine “Erlaubnis” fuer jede Kleinigkeit, die mit seiner Behandlung zusammenhing, einzuholen. Ich wollte einfach meine Ruhe haben. Ich konnte die Anrufe nicht mehr ertragen. Sie wollten sogar, dass ich persoenlich nach Georgia komme. Was ich da haette ausrichten koennen, ist mir schleierhaft. Aber sie hatten wohl Angst, dass sie mal verklagt werden koennten, weil offenbar jemand fahrlaessig leichtsinnig gewesen ist, und ihn im Pool ein paar Minuten alleine gelassen hatte.

Nach einem Monat von Anrufen wie “wir muessen ihn an so-und-so Apparat anschliessen, und wir brauchen nur schnell ihre Genehmigung’, hatte ich mal wieder die Schnauze gestrichen voll. Ich habe ich denen gesagt — nein ins Telefon GEBRUELLT — sie sollen die Anrufe unterlassen, habe mir sogar noch irgendwelche Untelagen schicken lassen zum Unterschreiben, dass ich , als seine naechste Verwandte, OFFIZIELL ALLE VERANTWORTUNG AN DEN STAAT GEORGIA ABGEBE. Inzwischen bekam auch mein “richtiger” Sohn Angst, dass sie mal IHM hinterherjagen koennten, weil er ja sein anderer (ausser mir) naechster Verwandter war. Ich sagte den Leuten am Telefon, dass ich nichts mehr hoeren will, ausrichten konnte ich ja doch nichts, und ich will nur angerufen werden, falls er sterben sollte, aber sonst wollte ich nichts mehr damit zu tun haben.

Er lebte noch (im Koma) ueber 2 Jahre, ist am 8. Oktober 2005 gestorben. ..

(Anmerkung der Redaktion: o.g. sind Auszüge, die ausführlichen Texte sind bei “Kommentare” zur “TOTAL-BRAV-GEHIRNWÄSCHE” zu finden) 

Kommentar von HappySingleMom | 2. Oktober 2007 | 01:16 Uhr

Anja Fliessbach | 3. Oktober 2007 | 02:46

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