Ein neues Leben
Ein neuer Blog ist wie ein neues Leben. Wäre doch eine schöne Sache. Dort schreibt man einen letzten Beitrag, hier einen ersten. Dort ein letztes Wort, hier einen Einstieg. Selten hat man einen Grund, etwas so konkret abzuschließen und bewusst neu zu starten. Meistens verwischen die Übergänge und das macht es nicht einfacher…
So gesehen ist dieser Blog ein neuer Anfang. Ich weiß noch nicht, wohin ich damit will. Kein Plan, kein Ziel. Meine liebsten Einträge beim Weltreisereport waren die spontanen. Die, für die ich plötzlich wieder aus dem Bett aufgestanden bin. Die, nach denen ich nicht wieder schlafen konnte und bis zum Sonnenaufgang übers Deck gewandert bin. Die, bei denen ich beim Schreiben laut gelacht oder geweint habe. Das passiert mir oft. Ich spüre schon beim Schreiben, ob es ein guter Text wird und wie er auf die Leser wirkt. Naja, manchmal hat auch keiner meinen Humor verstanden und ich war die einzige, die gelacht hat- beim Schreiben.
Ob es heute ein guter Text wird, weiß ich noch nicht. Momentan ist mein Gefühl eher neutral, zurückhaltend, abwartend. Eine von den Brigitte-Kommentatorinnen hat geschrieben, sie würde an meiner Stelle hier auf der Disy-Seite besser nicht zu persönlich werden. Es könnte dem Geschäft schaden, wenn man zu ehrlich sei. Eine hat gefragt, ob ich nicht Angst hätte, zukünftige Geschäftspartner könnten meinen Namen googeln und dann auf diese persönlichen Einblicke in mein Leben stoßen. Kluge Leute, die Brigitte-Kommentatoren. Diese Dinge habe ich mir auch überlegt. Vielleicht hat dieser erste Beitrag auch deshalb eine Weile gebraucht, bis ich ihn schreiben konnte. Passt das hier auf die Disy-Homepage? Mache ich mich damit nicht angreifbar, durchschaubar, schwach? Meistens braucht es in solchen Situationen bei mir dann einen plötzlichen Impuls, um zu wissen, was ich will. So hatte ich eigentlich gerade vor gehabt, schlafen zu gehen. Doch auf dem Weg ins Bett, musste ich plötzlich Licht und Laptop wieder einschalten- für diesen Text hier. Ja, es ist richtig! Dieser Blog darf persönlich sein. Dieser Blog soll persönlich sein. Er muss es sogar. Erstens ist durch meinen Blog auf Brigitte.de eh schon alles zu spät, falls mich Leute im Netz googeln. Mehr Gefühl und Intimes wie in diesen täglichen Berichten zwischen Dezember und Juli geht kaum (könnt ihr hier auf der Seite als Weltreisereport oder mit Kommentaren und Fotos im Blog “Weltreise” nachlesen). Zweitens wird keiner gezwungen, es zu lesen. Drittens haben die Leser es offensichtlich gemocht, zumindest war es über mehr als fünf Monate der Blog mit den meisten Klicks und viertens stehe ich zu dem, wie ich bin. Wenn einer nicht mit mir arbeiten mag, weil ich ehrlich bin und auch Schwächen zugebe, dann lässt er es eben. Heutzutage zählen auch im Geschäftsleben wieder Dinge wie Sympathie und Authentizität mehr als Pokerface, Coolness und Abzockerei. Wenn man sich mag, macht man gute Geschäfte miteinander. Wer den anderen nicht leiden kann, lässt sich auch durch gute Produkte nicht beeindrucken.
Generell lebt Disy und auch diese Homepage von Emotionen. Vielleicht stimmt nicht immer jeder I-Punkt in Texten wie diesem. Vielleicht würde ich den einen oder anderen meiner Texte nach dem Durchlesen noch einmal schreiben lassen, wären sie nicht meine. Aber wäre das anders, hätten die Sätze nicht diesen leichten und ehrlichen Stil. Sie werden schnell geschrieben, abgeschickt und von mir erst wieder gelesen, wenn ein Buch daraus werden sollJ(wie beim Brigitteblog). Also macht euch auf ungeschminkte Berichte aus meinem Leben gefasst. Meckert nicht daran herum, sonder klickt nicht rein, wenn es euch nicht gefällt. Die Diskussionen können wie immer kontrovers werden, sollten aber sachlich bleiben.
Wohin der Blog geht? Keine Ahnung. Kommt am besten einfach mit und lasst es uns gemeinsam entdecken. Und vielleicht findet ihr in diesem Blog dann des Rätsels Lösung, die ihr von mir auf Brigitte.de haben wolltet. Aber ähm, welches Rätsel eigentlich?
Morgen: „Loslassen“
PS: Ich werde auch hier eure Fragen beantworten. Dann kommen die letzten von Brigitte noch mit dran. Es wird also keiner vergessen!
Spruch des Tages: Die Hoffnung aufgeben bedeutet, nach der Gegenwart auch die Zukunft preisgeben. Pearl S. Buck
