Tuschezeichnungen von Josef Hegenbarth in Dresden übergeben

Dr. Andreas Schalhorn (Kupferstichkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin) und Dr. Stephanie Buck (Direktorin des Kupferstich-Kabinetts, SKD), bei der Übergabe einer Mappe mit 43 Tuschezeichnungen des Künstlers Josef Hegenbarth aus dem Berliner Kupferstichkabinett an die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. (Foto: Staatliche Museen zu Berlin, Kupferstichkabinett)
Tuschezeichnung von Josef Hegenbarth aus einer Mappe von insgesamt 43 Zeichnungen zur Illustration von Wilhelm Hauffs Märchensammlung „Die Karawane“, um 1942 (Foto: Staatliche Museen zu Berlin, Kupferstichkabinett / VG Bild-Kunst, Bonn 2017)

Das Kupferstichkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin hat kürzlich 43 Tuschezeichnungen von Josef Hegenbarth (1884–1962) an die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) übergeben. Die Zeichnungen waren 1958 im Rahmen der Rückführungsaktion von Kunstwerken aus der Sowjetunion an die Staatlichen Museen in Ost-Berlin gelangt und wurden seitdem als Fremdbesitz verwahrt. Sie werden ab dem 7. Mai 2017 in der Ausstellung „Kleiner Muck und Kalif Storch – Hegenbarth illustriert Hauffs Märchensammlung ‚Die Karawane‘“ im Josef-Hegenbarth-Archiv, der Dependance des Dresdner Kupferstich-Kabinetts, zu sehen sein.

 

Bei den Werken handelt es sich um eine Mappe mit insgesamt 43 Zeichnungen (Pinsel und schwarze Tusche auf Papier) unterschiedlicher Größe, die der Dresdner Künstler Josef Hegenbarth um 1942 schuf. Sie illustrieren Wilhelm Hauffs Märchensammlung „Die Karawane“.

 

Die Mappe mit Illustrationsvorlagen befand sich 1943 zum Zweck der Veröffentlichung in der Reihe „Bücher des Frontarbeiters“ in Wriezen (Brandenburg). 1945/46 wurde sie dort von der Roten Armee beschlagnahmt und in die Sowjetunion abtransportiert. Seit ihrer Rückkehr 1958 wurden die Zeichnungen im Berliner Kupferstichkabinett als Fremdbesitz verwahrt. Recherchen seitens des Kupferstich-Kabinetts Dresden zum Verbleib einiger Illustrationsfolgen Hegenbarths hatten ergeben, dass es sich bei den in Berlin befindlichen Zeichnungen zum Zeitpunkt des Abtransportes in Wriezen um Privateigentum des Künstlers handelte.

 

Nach dem Tod Hegenbarths setzte seine Witwe Johanna das Kupferstich-Kabinett der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden testamentarisch zum Alleinerben ein. Damit sind die SKD Eigentümer der 43 Tuschpinselzeichnungen. Das Dresdner Kupferstich-Kabinett bewahrt im ehemaligen Wohn- und Atelierhaus den umfangreichen künstlerischen und archivalischen Nachlass Josef Hegenbarths.