Zeckenschutz im Sommer - Vorsichtsmaßnahmen für den Aufenthalt im Freien

Mit dem Beginn der warmen Jahreszeit zieht es viele Menschen hinaus in die freie Natur. Lange Spaziergänge an lauen Abenden, sportliche Betätigung, aber auch das Angeln und das Schwimmen im See sind sehr beliebte Freizeitbeschäftigungen. Auch wenn jeder Aufenthalt in der freien Natur gesund ist und das Wohlbefinden stärkt, gibt es eine Gefahr. Sowie die Temperaturen im Frühling steigen, werden die Zecken aktiv. Über viele Jahre waren nur einige Regionen in Süddeutschland von den Gefahren betroffen. In jüngerer Zeit waren jedoch auch Menschen im Großraum Berlin, in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt von einem Zeckenbiss betroffen. In den nördlichen Bundesländern ist die Gefahr, einen Zeckenbiss zu erleiden, nach wie vor gering.



Der Lebensraum der Zecken

Zecken leben im hohen Gras und auf Sträuchern. Sie ernähren sich von dem Blut ihres Wirtes und erkennen diesen am Geruch. Wenn Sie kurze Hosen tragen und durch hohes Gras laufen, bemerken Sie in der Regel nicht, dass Sie von einer Zecke befallen wurden. Gleiches gilt bei einem Spaziergang durch den Wald oder wenn Sie einen Nachmittag am See verbringen und sich dort auf einer Decke ins Gras legen. Natürlich können Zecken auch im heimischen Garten vorkommen. Sie sind nur wenige Millimeter groß und fallen als winziger schwarzer Punkt auf der Haut auf. Erst wenn sie sich nach und nach mit Blut vollgesogen haben, sind sie auffälliger. Sollte es jedoch soweit kommen, kann die Gefahr einer Ansteckung bereits gegeben sein.


Übertragung von gefährlichen Krankheiten
Der Zeckenbiss allein ist nicht gefährlich und er verursacht in der Regel auch keine Beschwerden. Wenn Sie die Zecke nicht zufällig als Gast auf Ihrer Haut entdecken, nehmen Sie den Biss allenfalls durch einen sehr geringen Juckreiz wahr. 

 

Gefährlich werden die Zecken dann, wenn sie Krankheitserreger in sich tragen. Dies können Erreger sein, die schwere Erkrankungen wie Borreliose oder Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen können. Während FSME nahezu ausschließlich durch Zecken übertragen wird, kann die Lyme-Borreliose auch andere Übertragungswege gehen. Bei der Borreliose handelt es sich um eine bakterielle Erkrankung, die, wenn sie rechtzeitig erkannt wird, gut durch Antibiotika behandelt werden kann. 

 

FSME wird hingegen durch Viren ausgelöst, die auf Antibiotika nicht ansprechen. Die Behandlung ist somit etwas aufwendiger. Die Übertragung erfolgt durch das Eindringen der Viren oder Bakterien in den Blutkreislauf, während sich die Zecke von dem Blut ernährt. Aus diesen Gründen ist es wichtig, die Zecken so schnell wie möglich zu entfernen. Wenn sie noch sehr klein ist und den Blutkreislauf noch nicht angezapft hat, ist das Übertragungsrisiko noch gering.



Gefahr beim Ausbruch der Erkrankungen
Früh erkannt, können beide Erkrankungen mit Medikamenten gut behandelt werden. Gegen FSME gibt es mittlerweile eine Impfung, die ein Ausbrechen der Erkrankung nach einem Zeckenbiss verhindern soll. Wenn die Erkrankungen zum Ausbruch kommen, können sie das Gehirn und das Nervensystem des Patienten im schlimmsten Falle stark und unwiderruflich schädigen.

 

Wann der Besuch beim Arzt notwendig ist
Konnte die Zecke erfolgreich entfernt werden, bleibt eine kleine Einstichstelle zurück, die innerhalb weniger Tage abheilt. Beobachten Sie die Stelle. Wenn sie sich entzündet oder wenn sich ein roter Ring bildet, ist die Gefahr einer Ansteckung groß und Sie sollten umgehend einen Arzt aufsuchen.

 

Richtige Entfernung der Zecken

Nutzen Sie ein Zeckenbesteck oder eine Pinzette. Fassen Sie damit den Körper der Zecke und ziehen Sie diese vorsichtig aus der Haut. Das Tier hat einen winzigen Widerhaken, den Sie mit herausziehen müssen. Achten Sie darauf, dass der Körper erhalten bleibt. Wenn Sie diesen abreißen und der Kopf mit dem Widerhaken in der Haut stecken bleibt, erhöht sich die Ansteckungsgefahr.

 

Vorbeugung gegen Zecken

Es gibt ein paar wichtige Regeln, die der Vorbeugung dienen:

* nach dem Aufenthalt in der Natur Haut absuchen
* auf Wanderungen und bei Waldspaziergängen lange Kleidung tragen
* sehr unwegsames Gelände mit hohem Gras meiden
* Schutzspray zur Abweisung von Zecken nutzen



Ziel sollte es immer sein, einen Zeckenbiss zu verhindern oder das Tier möglichst schnell aus der Haut zu entfernen. Dies gilt insbesondere für Kinder, die beim Ausbruch von einer der Erkrankungen schwer betroffen sein können.