Zauber am Wasser

Foto: Disy

Reiseziel Cuxhaven - Wo die Binnenschifffahrt endet und die große fahrt beginnt 

 

Wir nähern uns der Nordsee. Die ganze Autofahrt hat es in Strömen geregnet, doch in Cuxhaven angekommen - strahlendblauer Himmel. Wir freuen uns. Das perfekte Wetter um die Stadt am nördlichsten Punkt Nie- dersachsens bei einem Kurztrip besser kennen zu lernen.

 

Schiffe und Wasser, Wattwandern, Flanieren auf der Promenade und fangfrischer Fisch: Das alles ist typisch für Cuxhaven, die Stadt an der Elbmündung. 2016 feierte das Seebad sein 200 Jubiläum. Mittlerweile mwird Cuxhaven jährlich von mehr als drei Millionen Gästen besucht. „Inzwischen gibt es in Cuxhaven mehr als nur Sand und Wasser. Das Nordseeheilbad gehört zu den am stärksten nachgefragten Destinatio- nen Deutschlands“, freut sich Kurdirektor Erwin Krewenka - den wir zu einem Abendessen im Restaurant „Vier Jahreszeiten“ im Strandhotel Duhnen treffen. Das familiengeführte 4-Sterne Traditionshotel liegt direkt an der Promenade im Cuxhavener Kurteil Duhnen mit Blick auf das Wattenmeer, das seit Sommer 2009 zum Weltnaturerbe gehört. 

 

1998 wurde das Haus, das seit mehr als 100 Jahren existiert und sich seit 1922 in Besitz der Familie Kamp befindet, durch das Aparthotel Kamp erweitert.
Cuxhaven ist mit den Kurteilen Döse, Duhnen und Sahlenburg das größte Seebad an der Nordsee und eines der ältesten: Vor 200 Jahren wurde es von einem Senator aus Hamburg namens Amandus Abendroth gegründet. „Er erkannte die Vorzüge dieser Gegend, der wunderschönen Landschaft, der Lage an der Nordsee, des Wattenmeers und des gesunden Klimas als perfekte Voraussetzung für ein Seebad“, sagt Krewenka.

 

Der Erfolg bei den Urlaubern kommt nicht von ungefähr: Die rund 50.000 Einwohner-Stadt hat viele Millionen in touristische Attraktionen investiert, sei es in die neue kilometerlange Strandpromenade, das Wrackmuseum „Windstärke 10“, das dreistöckige Wattenmeer-Besucherzentrum oder die Modernisierung des Thalasso-Zentrums „ahoi“.

 

Wahrzeichen der Stadt ist die „Kugelbake“, ein 29 Meter hohes Holzgerüst, das anzeigt, wo die Elbe endet und das offene Meer beginnt. Früher war die Kugelbake ein wichtiges, beleuchtetes Seezeichen, heute ist sie ein beliebtes Ausflugsziel am nördlichsten Punkt Niedersachsens mit schönem Ausblick auf die Nordsee und die vorbeifahrenden Schiffe. Wer gerne große und kleine Schiffe aus nächster Nähe sehen möchte, ist am Elbanleger „Alte Liebe“ im Alten Hafen richtig. Das zweigeschossige Bauwerk aus Holz entstand im 18. Jahrhundert als Anleger. Heute dient es nur noch als Aussichtspunkt und bietet den Besuchern einen tollen Blick auf den gesamten Schiffsverkehr in der breiten Elbmündung.

 

Gleich neben dem Anleger steht ein weiteres historisches Denkmal: der Windrichtungsanzeiger Semaphor. Das modern wirkende Stahlgerüst mit den Buchstaben B (für Borkum) und H (für Helgoland) zeigte den vorbeifahrenden Schiffen früher mit Pfeilen und Signalarmen Windrichtung und Windstärke auf den beiden Inseln an. Heute erhalten die Kapitäne die aktuellen Wetterdaten auf anderen Wegen, dennoch werden die Werte am Semaphor noch täglich eingestellt. 

 

Cuxhaven gehört zu den wichtigsten deutschen Häfen für Fischkutter. Täglich kommen Schiffe von hoher See und löschen ihren Fang im Alten und Neuen Fischereihafen. Wer früh genug aufsteht, kann in der Auktionshalle zuschauen, wie die angelandete Ware versteigert wird. Zahlreiche Restaurants an den Kais haben sich auf Fischgerichte spezialisiert. Ebenfalls im Hafen liegt eine weitere Attraktion: das legen- däre Feuerschiff „Elbe 1“. Es leitete Jahrzehntelang andere Schiffe um Sandbänke in der Elbmündung herum und wurde 1988 durch ein unbemanntes und von Cuxhaven aus ferngesteuertes Feuerschiff ersetzt. Seitdem liegt die „Elbe1“ in Cuxhaven und kann besichtigt werden. Gelegentlich sticht sie zu Museumsfahrten in See.

 

Wattenmeer-Besucherzentrum

Unweit vom alten Standort, zwischen Heide und Watt, liegt das neue Wattenmeer-Besucherzentrum, kurz WattBz. Der architektonisch eindrucksvoll gestaltete Holzbau bildet eine Landmarke und fügt sich doch harmonisch in die Naturlandschaft ein. Das Wattenmeer-Besucherzentrum Cuxhaven lädt ein, auf drei Etagen alles Wissenswerte über das Weltnaturerbe Wattenmeer zu erfahren. Ob man selbstständig die Dauerausstellung erkundet, sich vom Audioguide führen lässt oder in der Bibliothek/Mediathek tiefer einsteigt – allein der einmalige Blick aus den Panoramafenstern ist einen Besuch wert. Über 450 m2 Ausstellung wollen erkundet werden: Künstlerisch gestaltete Informationswände, Seewasseraquarien, ein Flutbares Tidemodell und verschiedene Installationen veranschaulichen globale bis lokale Themen und zeigen die Vielfalt der Natur.

 

Erlebnismuseum „Windstärke 10“

Nicht immer war die Seefahrt so sicher wie heutzutage. In der Elbe und Nordsee versanken im Laufe der Zeit viele Hundert Schiffe. Erinnerungsstücke an diese oft grausamen Unglücke zeigt das maritime Erlebnismuseum „Windstärke 10“. Ob Proviant, technische Gerätschaften oder Gepäckstücke: Taucher haben dies alles vom Meeresgrund aufgesammelt, oft sind die Stücke noch erstaunlich gut erhalten. Neben den Schiffsunglücken dokumentiert die Ausstellung auch die schwierige Arbeit der Seenotretter.

 

Thalassozentrum ahoi.

Blautöne an den Wänden und sandfarbene Fliesen am Boden: Offensichtlich haben sich die Innenarchitekten beim Bau des Zentrums von der Nordsee inspirieren lassen. Liegt dieses doch direkt am Meer und der Blick von den Behandlungsräumen und insbesondere von der Dachterrasse bietet Aussicht auf das Weltnaturerbe Wattenmeer. Unter ärztlicher Betreuung und Mitwirkung von Therapeuten werden in den neuen Räumlichkeiten Thalasso-, Spa- und Wellnessanwendungen angeboten. Dass ein solches Angebot für ein Nordseeheilbad unumgänglich ist, unterstrich auch Kurdirektor Erwin Krewenka. Rund 8,2 Millionen Euro kostete der Umbau des Cuxhavener Thalassozentrums, der vom Land Niedersachsen mit 4,9 Millionen Euro gefördert wurden.