Weihnachtsängste und andere Katastrophen zum Fest

Weihnachtsängste und andere Katastrophen zum Fest

Die Weihnachtstage stehen bereits vor der Tür. Bald geht es los, es wird dekoriert, vorbereitet, gekocht und gewerkelt, damit pünktlich am 24. Dezember alles steht. Und damit sind Stress und Pannen an sich vorprogrammiert. Der Kalender hilft uns dieses Jahr erst recht nicht, viele Leute müssen bis zum Freitagnachmittag arbeiten, und wer da nicht vorgesorgt hat, muss alles am Samstag erledigen. Es wird also stressig. 

 

Stressfaktor Einkaufen 

Überfüllte Einkaufszentren und Supermärkte, halbleere Regale und lange Schlangen – für viele Leute ist der Einkauf kurz vor Weihnachten der perfekte Albtraum. Aus diesem Grund erledigen 34 % der Deutschen ihre Weihnachtseinkäufe bereits in der ersten Dezemberhälfte, 31 % der Befragten macht dies laut Statistik sogar schon im November. Es gibt übrigens immer mehr Menschen mit panikhafter Angst vor Menschenmassen (Agoraphobie), für die ein entspannter Einkaufsbummel nicht möglich ist. Einer Studie von Gutscheinsammler zufolge geben viele Menschen Geld bei Amazon aus, um genau diesem Problem aus dem Weg zu gehen.

Das perfekte Outfit an Heiligabend und spätestens zu Silvester ist für viele auch fester Bestandteil der Festlichkeiten. Glamourös muss es sein, etwas Besonderes, am besten natürlich auch etwas Neues. Es muss also noch mehr geshoppt werden.

Foto: commons.wikimedia.org/Sigismund von Dobschütz

Das perfekte Dinner oder Gummiadler 2.0

Das Festtagsessen ist in vielen Familien der zentrale Bestandteil von Weihnachten. Die Gans wird auf dem Bio-Bauernhof vorbestellt, termingerecht abgeholt und nach Rezept gebraten. Ein großer Erfolg soll der Braten werden, noch in 20 Jahren werden alle Familienmitglieder von diesem Essen schwärmen... und dann kommt der Gummiadler auf den Tisch! Genau wie letztes Jahr ungenießbar, zäh und trocken. Die Klöße fallen auseinander und der Rotkohl ist versalzen. Da hat man den ganzen Tag in der Küche geackert und dann sowas. Noch vor der Bescherung ist der Mutter zum Weinen zumute, man bereut die teure Gans und will am liebsten eine Pizza bestellen.

Oder das Essen ist eigentlich perfekt gelungen, aber die Schwiegermutter findet die Menüauswahl „unpassend“ und „nicht weihnachtlich“.

Foto: pixabay

Familienfehden und Scheidungskinder 

Familien sind komplexe, sensible Netzwerke von unfreiwilligen und ausgewählten Beziehungen. Manche Familien kann man zu Recht als Großfamilien bezeichnen, da sich bei jeder Gelegenheit Eltern, Kinder, Großeltern, Tanten, Onkels und Cousins versammeln und das Ganze auch noch relativ gut geht. Die meisten Familien jedoch verbringen Weihnachten in der Regel im engeren Familienkreis, sprich Eltern, Kinder und Großeltern. In Scheidungsfamilien wird es oft ganz besonders schwierig, zu wem gehen die Kinder an welchem Weihnachtsfeiertag? Auch für Frischgetrennte ist Weihnachten ein schwieriges Datum, Erinnerungen kommen auf und Emotionen kochen hoch. Experten raten dazu, Prioritäten zu setzen und Ärger vorzubeugen. Ein paar Pflichttermine sind schön und gut, aber man muss auch mal Nein sagen können. Wenn man genau weiß, dass der Besuch bei Tante Inge dem Partner den Tag versaut, dann sollte man besser nachgeben. Im Allgemeinen haben Kinder Vorrang, Weihnachten ist gerade für sie wichtig und nur das zählt. Geschiedene Elternteile müssen ihren Frust zurückstecken und an diesen besinnlichen Feiertagen nur an das Kindeswohl denken. Leichter gesagt als getan, aber definitiv machbar.

Weihnachten soll etwas ganz Besonderes werden. Wir haben in unseren Kindheitserinnerungen perfekte, besinnliche Feste vor Augen und wollen diese nun für unsere Familien schaffen. Aber Erinnerungen sind oft ein Zerrspiegel der Realität und schaffen zu hohe Erwartungshaltungen. Das führt zu großen Enttäuschungen und Frust.

Tipp: Kochen, was gelingt. Im November einkaufen und ja nicht HeiligaAbend ins Kaufhaus. Konsequent die Hälfte aller Dinge von der To-Do Liste streichen und sich entspannen.