Leicht bekleidete Model-Schönheiten treffen auf die russischen Pussy Riot-Aktivistinnen

Doppelausstellung des niederländischen Star-Fotografen Bert Verweilus in der Galerie Kronsbein

Der Oktoberfest-Countdown läuft. Am Donnerstag, zwei Tage vor Wiesn-Beginn, stand für die VIPs noch einmal Kunst anstatt auf dem Programm. 250 Gäste bewunderten in der Galerie Kronsbein in der Wurzerstraße (fast) unbekleidete Model-Schönheiten und die feministischen Punk-Rockerinnen von Pussy Riot. Dort wurde die Doppel-Ausstellung "Simply Beauty und Pussy Riot Unmasked" von Bert Verwelius (zu sehen bis zum 16. Oktober) bei Champagner und Pianomusik feierlich eröffnet. Ein absolutes Highlight: Zum ersten Mal werden in der Galerie und erstmals überhaupt in Deutschland die Werke des niederländischen Fotografen, der im Jahr 2014 mit seinem künstlerischen Porträt der Punkrock-Band Pussy Riot für Aufsehen sorgte, gezeigt. Die Galeristen Dirk und Sarah Kronsbein konnten bei der "Opening Reception" den Künstler persönlich begrüßen. "Ich bin an der Schönheit von Frauen interessiert", so Verwelius und zeigte dabei auf die großformatige Fotografie "Bunga Bunga": "Dazu haben mich die Partys von Berlusconi inspiriert", erzählte er. Auch wenn auf den Werken viel nackte Haut zu sehen ist - alles ist ästhetisch und nicht übertrieben: "Mir ist es wichtig, den Models viel Respekt entgegenzubringen. Ich möchte sie nicht in einer erotischen Art und Weise darstellen, sondern in einer sehe natürlichen, so dass die Werke auch Frauen schön finden." Models, die viel Haut zeigen, und die Pussy Riot-Hauptakteurinnen Nadezda Tolokonnikova und Maria Alekhina - wie passt das zusammen? Verwelius: "Die beiden sind nicht nur Protest-Mädchen, sondern auch "Beauty-Girls"", meinte er. "Es sind zwei spannende Persönlichkeiten, die eine unglaubliche Power haben. Ich habe großen Respekt vor ihnen und habe sie nur eine Woche nach ihrer Freilassung kontaktiert - per Facebook - und sie gefragt, ob sie nicht Lust auf dieses Shooting hätten. Und sie haben nur wenige Stunden später geantwortet. Sie sind für zwei Tage für das Shooting nach Holland gekommen - im Zug", erinnerte sich der Künstler, für den die Kunst ein großes Hobby ist. Hauptberuflich ist er Geschäftsführer einer großen Baufirma: "Das Fotografieren war schon immer meine große Leidenschaft. Ich versuche, bei allem was ich tue, so professionell wie möglich zu sein. Derzeit arbeite ich gerade an einem erotischen Kochbuch." Er war mit seiner Frau Alie (ist übrigens auch auf dem "Bunga Bunga"-Werk zu sehen - bekleidet!) und weiteren zehn Familienmitgliedern aus Amsterdam angereist. Und er hatte selbst seinen Privatjet gesteuert: "Ich hatte früher Angst vorm Fliegen, bis ich dann selbst den Pilotenschein gemacht habe. Ich fliege morgen auch selbst wieder zurück, deshalb trinke ich heute Abend nur Wasser", erzähle er. In dem einen Teil der Galerie konnten die Gäste die neuesten Arbeiten "Simply Beauty" bewundern: Werke, bei denen Verwelius die weibliche Natürlichkeit und Schönheit in all ihren Facetten zeigt, zugleich wurde die Premiere des gleichnamigen Bildbands, der im Juli bei teNeues erschienen ist, gefeiert. Im zweiten Raum der Galerie waren die Werke aus dem Bildband "Pussy Riot Unmasked" zu sehen. Auf Grundlage der Erzählungen und Skizzen der Aktivistinnen inszenierte er deren Lebens- und Arbeitsbedingungen in der Lagerhaft in eindrucksvollen Schwarz-Weiß- sowie Farb-Fotografien nach. "Es ist eine Ausstellung voller Gegensätze. Das macht die Vielfalt des Künstlers deutlich", so Galerist Dirk G. Kronsbein. "Hendrik teNeues hat mir den Künstler vor einem Jahr empfohlen. Verwelius hatte damals eine Ausstellung in einem Einrichtungs-Concept Store in Holland. Ich bin dorthin geflogen und war auf Anhieb begeistert. Wir sind mittlerweile gute Freunde geworden." Und seine Tochter Sarah fügte hinzu: "Bert Verwelius bearbeitet die Bilder nicht künstlich, sondern bildet die Natur ab. Das ist das Besondere an seinen Werken, die in einer kleinen Auflage erhältlich sind." Preis für die Werke: von 9000 bis 40 000 Euro. "Ich fand seine Werke sehr originell", so Hendrik teNeues, in dessen Verlag die beiden Bildbände von Verwelius erschienen sind. Er zeigte sich mit seiner neuen Freundin Patricia Lukas auf dem Society-Parkett: "Sie ist Fotografin, für Portraits und Fashion", erzählte er. "Derzeit sind auch einige gemeinsame Projekte in Planung." Auf die Frage, wie lange die beiden sich schon kennen, meinte er nur: "Schon länger...." Dabei: Peter Prinz zu Sayn-Wittgenstein ("Meine Mutter hatte hier in der Galerie Kronsbein bereits eine Ausstellung"), Bianca Cavallo (Lebensgefährtin von Dirk Kronsbein), Fabian Herdieckerhoff, Mona Opris, Fotograf Roger Fritz, Galeristin Emma Mailova, Liszt-Urenkelin Ewa Schnitzenbaumer, Lothar Strobach, Gaby von Thun, Gastronom Peter Schmuck, Valentina Knapp-Voith, PR-Lady Annette Zierer.

 

Text: Andrea Vodermayr